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Bipolar verabschiedet sich mit Welturaufführungen
Berlin, 11. Oktober 2007
Pressemitteilung des Projektes Bipolar deutsch-ungarische Kulturprojekte
Die Welturaufführungen dreier junger Komponisten stehen im Mittelpunkt einer Hommage an György Ligeti, die am kommenden Samstag in der Akademie der Künste am Pariser Platz den feierlichen Abschluss von Bipolar deutsch-ungarische Kulturprojekte in Deutschland bildet. Nach fast dreijähriger Tätigkeit beendet diese erfolgreiche Initiative der Kulturstiftung des Bundes unter Leitung von Flóra Tálasi ihre Arbeit und kann auf eine erfreuliche Bilanz verweisen: So konnten 32 deutsch-ungarische Kooperationsprojekte aus den Bereichen Musik, Theater, Kunst, Literatur, Kulturgeschichte und Kunstvermittlung mit einer Summe von 1,6 Mio Euro gefördert werden. Rund 300 Künstler realisierten über 100 Veranstaltungen, gut ein Dutzend Publikationen dokumentieren die Qualität der verwirklichten Vorhaben. Die Ergebnisse der Einzelprojekte waren 2006/2007 in zehn deutschen Städten (u.a. Berlin, Dresden, München, Hamburg, Köln, Stuttgart) sowie in sechzehn ungarischen Städten (u.a. Budapest, Szeged, Kecskemét, Kaposvár, Gyõr, Pécs, Szombathely) zu erleben. Künstler, Kuratoren, Wissenschaftler, Pädagogen und Kulturvermittler aus beiden Ländern konnten durch die Initiative von Bipolar ein einzigartiges Netzwerk knüpfen, das über die Projektdauer hinaus Bestand haben wird.
Projektbeispiele
Herausragende Beispiele deutsch-ungarischer Kulturprojekte waren die historische Medienkunst-Ausstellung "Kempelen - Man in the Machine" in der Budapester Kunsthalle und im ZKM Karlsruhe, eine Neuproduktion des enfant terrible der ungarischen Theaterszene Viktor Bodó im Berliner HAU, die Beschäftigung mit ausgewählten Werken des Dramatikers Heiner Müller, der in Ungarn bislang weitgehend unbekannt war, und die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Choreografen Pál Frenák mit dem Komponisten Helmut Oehring in München. Einen Schwerpunkt von Bipolar bildete neben Musikproduktionen zur Visualisierung von Klang und theaterpädagogischen Angeboten für Jugendliche auch die Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerung. So wurden die ersten "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig in Osteuropa im Rahmen von Bipolar in Budapest verlegt.
Abschlussveranstaltung
Martin Grütter, Balázs Horváth und Péter Kõszeghy sind die Preisträger des György Ligeti (1923-2006) gewidmeten Kompositionswettbewerbs, der vom Kulturjahr Ungarischer Akzent und dem ungarischen Kulturinstitut Collegium Hungaricum Berlin ausgeschrieben wurde. Der Jury gehörten Péter Eötvös, Zoltán Jeney und Hanspeter Kyburz an. Zum Abschluss von Bipolar deutsch-ungarische Kulturprojekte wird das Preisträgerkonzert in Zusammenarbeit mit den Ausschreibenden und der Akademie der Künste veranstaltet. Es spielt das Solistenensemble Ligatura Berlin, geleitet von seinem Gründer Ferenc Gábor.
Das Programm wird gerahmt von der elektroakustischen Hommage Netze spinnen - Spinnennetze von Sascha Lino Lemke und dem European Bridges Ensemble (Laptop-Quintett).
Samstag, 13.10.2007, 19.00 Uhr,
Akademie der Künste am Pariser Platz, Berlin (Plenarsaal)
Ausblick: Ein Netzwerk mit Zukunftschancen
Zum Auftakt von Bipolar formulierte die Projektleiterin Flóra Tálasi einen Anspruch, der dem befristeten Charakter der Initiative entgegenwirken sollte: Es sollten vor allem neue Kooperationsvorhaben gefördert werden, die das Potenzial haben, fortgeführt zu werden. Dass sich dieser Anspruch eingelöst hat, zeigt die folgende Auswahl von Projekten, die fortgeführt werden:
Revisiting Memory
Wie lässt sich Vergangenheit bewahren? Fotografie wie Literatur können Erinnerung speichern, bearbeiten und produzieren, nutzen dabei aber unterschiedliche Sprachen. Revisiting Memory, ein Projekt der Berliner Edition 8 und der European Cultural Foundation Budapest, ließ beide Genres interagieren: Ungarn und Deutsche, Fotografen und Schriftsteller tauschen künstlerische Mittel und Erinnerungsorte aus - Wort mit Bild, Heimat mit Fremde. Die Projektergebnisse wurden in Lesungen und Ausstellungen in Berlin und Budapest sowie auf der Leipziger Buchmesse präsentiert. Sie wurden auf Deutsch zunächst in Auszügen auf den Reise-Seiten der taz - Die Tageszeitung und schließlich in einem Katalog (Verlag Matthes und Seitz) sowie auf Ungarisch in zwei Dossiers von Magyar Lettre Internationale publiziert. Durch die Förderung weiterer Partner wird die Ausstellung im Oktober im Stuttgarter Literaturhaus ausgestellt, der Katalog wird bei der Frankfurter Buchmesse durch das Ungarische Kulturinstitut Stuttgart vorgestellt.
Stolpersteine in Ungarn
Auf Initiative von Ágnes Berger lud die Budapester Galerie 2B den Künstler Gunter Demnig ein, die Stolpersteine als Beispiel für eine lebendige Erinnerungskultur auch in Ungarn vorzustellen. Ungarn, im Zweiten Weltkrieg mit Nazi-Deutschland verbündet, führte erst im Sommer 1944 Deportationen durch. Innerhalb weniger Monate fielen eine halbe Million ungarische Staatsbürger, vor allem Juden und Tausende Roma, dem systematischen Massenmord zum Opfer. Dieses Trauma beschäftigt die ungarische Gesellschaft bis heute. Eine Thematisierung von Mitschuld hat zwar in die offizielle Erinnerungspolitik nach der Wende Eingang gefunden, nicht jedoch in die Erinnerungskultur breiter gesellschaftlicher Kreise. Die Initiatoren von Stolpersteine in Ungarn wollten zu diesem gesellschaftlichen Diskurs beitragen. Im Verlauf des Projektes wurden insgesamt 50 Stolpersteine in 14 Städten und kleineren Gemeinden ungarnweit verlegt. Eine Budapester Bildungsstiftung (Fővárosi Közoktatásfejlesztési Közalapítvány) hat nun eine Folgeinitiative gestartet: Sie fördert im Rahmen einer aktuellen Ausschreibung lokalgeschichtliche Projektarbeit an Schulen der ungarischen Hauptstadt. Diese sollen durch die Verlegung von Stolpersteinen, denen historischen Recherchen vorangehen, das Lernen über kulturelle Erinnerung mit einem konkreten Akt gesellschaftlichen Engagements verbinden.
Remembering Newtopia
Das gemeinsame Projekt des Budapest Music Center (BMC) und dem ZKM - Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe beschäftigte sich mit kunsttechnologischen Innovationen: den Methoden der Visualisierung und der Umsetzung von Bildern und Bewegungen in Klang. Klangdom, hörbares Licht und Tonbilder heißen die einzelnen Bereiche. In dem Projekt arbeiteten Komponisten, Videokünstler, Musiker und Tänzer zusammen. Ein Residenzprogramm förderte zudem die Komposition mehrkanaliger Werke für den Klangdom des ZKM, einem speziellen programmierbaren Mehrkanal-Ton-Entwicklungssystem, das dem Konzertbesucher ein neuartiges, räumliches Hörerlebnis ermöglicht. Die entstandenen Werke wurden in Deutschland am ZKM Karlsruhe sowie - in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Rundfunk - in der Münchner Muffathalle vorgestellt. In Budapest wurde das Projekt gemeinsam mit der Konferenz zur netzbasierten Musik, Music in the Global Village der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der Hungarian Computer Music Foundation Budapest - ebenfalls von Bipolar gefördert - in der Kunsthalle im Rahmen eines gut besuchten dreitägigen Festivals avancierter Musik präsentiert. Dieses gab einen Vorgeschmack darauf, was das Budapester Publikum bald im neuen Budapest Music Forum erwartet. Aufgrund des großen Erfolgs planen das ZKM und das BMC eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.
Kempelen - Man [in the] Machine
Der Name des Polyhistors Wolfgang von Kempelen (1734-1804) hat sich eng mit der Inszenierung eines intelligenten Automaten und damit mit einer spektakulären Täuschung verknüpft: Im Schachautomaten der Aufklärungszeit, dem sog. "Schachtürken", saß ein Mensch. Das Budapester C3 - Center for Culture an Communication und das ZKM Karlsruhe haben sich zusammengetan, um von Kempelens Figur ausgehend das bis heute faszinierende Verhältnis von Mensch und Maschine in einer Ausstellung zu thematisieren. Die Schau sollte nicht nur die zwei wichtigsten mechanischen Erfindungen Kempelens vorstellen, sondern den Erfinder als Wissenschaftler, Ingenieur, Künstler, Schausteller, Beamten und als Privatperson im historischen Kontext beleuchten. Entstanden sind zwei herausragende, dennoch unterschiedliche Ausstellungen, die jeweils auf die Erwartungen und Vorkenntnisse des Publikums in Budapest bzw. Karlsruhe abgestimmt waren. Ein wissenschaftliches Symposium und eine Filmreihe ergänzten die Ausstellung durch weitere Aspekte: Schachspiel und Maschine, Sprachsimulation und Robotik, künstliche Intelligenz, Schnittstellen zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik. Die Ausstellung wurde an beiden Veranstaltungsorten zur bestbesuchten der Saison. Geplant ist, die Ausstellung 2008 in der neu eröffnenden Nationalgalerie in Bratislava zu zeigen.
Theaterpädagogische Dialoge
Welchen Beitrag kann künstlerische Arbeit zur Selbsterkundung und Selbstbestimmung junger Menschen leisten? Welche Wege beschreitet das Jugendtheater und wie wirken die unterschiedlichen Ansätze künstlerischer Intervention aufeinander? Diese und weitere Fragen sind der Motor dieser deutsch-ungarischen Theaterpädagogischen Dialoge der Káva Kulturális Műhely Budapest, dem JugendKunst- und Kulturzentrum Schlesische 27 und der theaterpädagogischen Abteilung der Schaubühne Berlin. Das Gesamtprojekt erstreckte sich über ein Jahr und setzte sich aus mehreren einzelnen Produktionsphasen zusammen. An den gemeinsamen Theaterprojekten von "Sehnsucht nach..." nahmen Jugendliche teil, die in ihren Ländern sozial benachteiligten Gruppen angehören: Deutsche mit Migrationshintergrund sowie aus sozial schwachen Familien und ungarische Roma. Entstanden sind zwei beachtliche Theaterproduktionen: "Nichts hält mich davon ab…" bei dem elf junge Menschen aus dem Theater der Zwiefachen (Schaubühne Berlin) und zehn aus Mánfa, einem Dorf in Ungarn, Tauschhandel betrieben. Die zweite Produktion, "Ikaros/Kentauros" wurde von Jugendlichen aus dem Discotheater Berlin und dem Collegium Martinaeum Mánfa während einer Theaterexpedition in Martos/Martovce (Slowakei) erarbeitet.
Projektbeispiele
Herausragende Beispiele deutsch-ungarischer Kulturprojekte waren die historische Medienkunst-Ausstellung "Kempelen - Man in the Machine" in der Budapester Kunsthalle und im ZKM Karlsruhe, eine Neuproduktion des enfant terrible der ungarischen Theaterszene Viktor Bodó im Berliner HAU, die Beschäftigung mit ausgewählten Werken des Dramatikers Heiner Müller, der in Ungarn bislang weitgehend unbekannt war, und die interdisziplinäre Zusammenarbeit des Choreografen Pál Frenák mit dem Komponisten Helmut Oehring in München. Einen Schwerpunkt von Bipolar bildete neben Musikproduktionen zur Visualisierung von Klang und theaterpädagogischen Angeboten für Jugendliche auch die Auseinandersetzung mit Geschichte und Erinnerung. So wurden die ersten "Stolpersteine" des Künstlers Gunter Demnig in Osteuropa im Rahmen von Bipolar in Budapest verlegt.
Abschlussveranstaltung
Martin Grütter, Balázs Horváth und Péter Kõszeghy sind die Preisträger des György Ligeti (1923-2006) gewidmeten Kompositionswettbewerbs, der vom Kulturjahr Ungarischer Akzent und dem ungarischen Kulturinstitut Collegium Hungaricum Berlin ausgeschrieben wurde. Der Jury gehörten Péter Eötvös, Zoltán Jeney und Hanspeter Kyburz an. Zum Abschluss von Bipolar deutsch-ungarische Kulturprojekte wird das Preisträgerkonzert in Zusammenarbeit mit den Ausschreibenden und der Akademie der Künste veranstaltet. Es spielt das Solistenensemble Ligatura Berlin, geleitet von seinem Gründer Ferenc Gábor.
Das Programm wird gerahmt von der elektroakustischen Hommage Netze spinnen - Spinnennetze von Sascha Lino Lemke und dem European Bridges Ensemble (Laptop-Quintett).
Samstag, 13.10.2007, 19.00 Uhr,
Akademie der Künste am Pariser Platz, Berlin (Plenarsaal)
Ausblick: Ein Netzwerk mit Zukunftschancen
Zum Auftakt von Bipolar formulierte die Projektleiterin Flóra Tálasi einen Anspruch, der dem befristeten Charakter der Initiative entgegenwirken sollte: Es sollten vor allem neue Kooperationsvorhaben gefördert werden, die das Potenzial haben, fortgeführt zu werden. Dass sich dieser Anspruch eingelöst hat, zeigt die folgende Auswahl von Projekten, die fortgeführt werden:
Revisiting Memory
Wie lässt sich Vergangenheit bewahren? Fotografie wie Literatur können Erinnerung speichern, bearbeiten und produzieren, nutzen dabei aber unterschiedliche Sprachen. Revisiting Memory, ein Projekt der Berliner Edition 8 und der European Cultural Foundation Budapest, ließ beide Genres interagieren: Ungarn und Deutsche, Fotografen und Schriftsteller tauschen künstlerische Mittel und Erinnerungsorte aus - Wort mit Bild, Heimat mit Fremde. Die Projektergebnisse wurden in Lesungen und Ausstellungen in Berlin und Budapest sowie auf der Leipziger Buchmesse präsentiert. Sie wurden auf Deutsch zunächst in Auszügen auf den Reise-Seiten der taz - Die Tageszeitung und schließlich in einem Katalog (Verlag Matthes und Seitz) sowie auf Ungarisch in zwei Dossiers von Magyar Lettre Internationale publiziert. Durch die Förderung weiterer Partner wird die Ausstellung im Oktober im Stuttgarter Literaturhaus ausgestellt, der Katalog wird bei der Frankfurter Buchmesse durch das Ungarische Kulturinstitut Stuttgart vorgestellt.
Stolpersteine in Ungarn
Auf Initiative von Ágnes Berger lud die Budapester Galerie 2B den Künstler Gunter Demnig ein, die Stolpersteine als Beispiel für eine lebendige Erinnerungskultur auch in Ungarn vorzustellen. Ungarn, im Zweiten Weltkrieg mit Nazi-Deutschland verbündet, führte erst im Sommer 1944 Deportationen durch. Innerhalb weniger Monate fielen eine halbe Million ungarische Staatsbürger, vor allem Juden und Tausende Roma, dem systematischen Massenmord zum Opfer. Dieses Trauma beschäftigt die ungarische Gesellschaft bis heute. Eine Thematisierung von Mitschuld hat zwar in die offizielle Erinnerungspolitik nach der Wende Eingang gefunden, nicht jedoch in die Erinnerungskultur breiter gesellschaftlicher Kreise. Die Initiatoren von Stolpersteine in Ungarn wollten zu diesem gesellschaftlichen Diskurs beitragen. Im Verlauf des Projektes wurden insgesamt 50 Stolpersteine in 14 Städten und kleineren Gemeinden ungarnweit verlegt. Eine Budapester Bildungsstiftung (Fővárosi Közoktatásfejlesztési Közalapítvány) hat nun eine Folgeinitiative gestartet: Sie fördert im Rahmen einer aktuellen Ausschreibung lokalgeschichtliche Projektarbeit an Schulen der ungarischen Hauptstadt. Diese sollen durch die Verlegung von Stolpersteinen, denen historischen Recherchen vorangehen, das Lernen über kulturelle Erinnerung mit einem konkreten Akt gesellschaftlichen Engagements verbinden.
Remembering Newtopia
Das gemeinsame Projekt des Budapest Music Center (BMC) und dem ZKM - Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe beschäftigte sich mit kunsttechnologischen Innovationen: den Methoden der Visualisierung und der Umsetzung von Bildern und Bewegungen in Klang. Klangdom, hörbares Licht und Tonbilder heißen die einzelnen Bereiche. In dem Projekt arbeiteten Komponisten, Videokünstler, Musiker und Tänzer zusammen. Ein Residenzprogramm förderte zudem die Komposition mehrkanaliger Werke für den Klangdom des ZKM, einem speziellen programmierbaren Mehrkanal-Ton-Entwicklungssystem, das dem Konzertbesucher ein neuartiges, räumliches Hörerlebnis ermöglicht. Die entstandenen Werke wurden in Deutschland am ZKM Karlsruhe sowie - in Zusammenarbeit mit dem Bayrischen Rundfunk - in der Münchner Muffathalle vorgestellt. In Budapest wurde das Projekt gemeinsam mit der Konferenz zur netzbasierten Musik, Music in the Global Village der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der Hungarian Computer Music Foundation Budapest - ebenfalls von Bipolar gefördert - in der Kunsthalle im Rahmen eines gut besuchten dreitägigen Festivals avancierter Musik präsentiert. Dieses gab einen Vorgeschmack darauf, was das Budapester Publikum bald im neuen Budapest Music Forum erwartet. Aufgrund des großen Erfolgs planen das ZKM und das BMC eine Fortsetzung der Zusammenarbeit.
Kempelen - Man [in the] Machine
Der Name des Polyhistors Wolfgang von Kempelen (1734-1804) hat sich eng mit der Inszenierung eines intelligenten Automaten und damit mit einer spektakulären Täuschung verknüpft: Im Schachautomaten der Aufklärungszeit, dem sog. "Schachtürken", saß ein Mensch. Das Budapester C3 - Center for Culture an Communication und das ZKM Karlsruhe haben sich zusammengetan, um von Kempelens Figur ausgehend das bis heute faszinierende Verhältnis von Mensch und Maschine in einer Ausstellung zu thematisieren. Die Schau sollte nicht nur die zwei wichtigsten mechanischen Erfindungen Kempelens vorstellen, sondern den Erfinder als Wissenschaftler, Ingenieur, Künstler, Schausteller, Beamten und als Privatperson im historischen Kontext beleuchten. Entstanden sind zwei herausragende, dennoch unterschiedliche Ausstellungen, die jeweils auf die Erwartungen und Vorkenntnisse des Publikums in Budapest bzw. Karlsruhe abgestimmt waren. Ein wissenschaftliches Symposium und eine Filmreihe ergänzten die Ausstellung durch weitere Aspekte: Schachspiel und Maschine, Sprachsimulation und Robotik, künstliche Intelligenz, Schnittstellen zwischen Kunst, Wissenschaft und Technik. Die Ausstellung wurde an beiden Veranstaltungsorten zur bestbesuchten der Saison. Geplant ist, die Ausstellung 2008 in der neu eröffnenden Nationalgalerie in Bratislava zu zeigen.
Theaterpädagogische Dialoge
Welchen Beitrag kann künstlerische Arbeit zur Selbsterkundung und Selbstbestimmung junger Menschen leisten? Welche Wege beschreitet das Jugendtheater und wie wirken die unterschiedlichen Ansätze künstlerischer Intervention aufeinander? Diese und weitere Fragen sind der Motor dieser deutsch-ungarischen Theaterpädagogischen Dialoge der Káva Kulturális Műhely Budapest, dem JugendKunst- und Kulturzentrum Schlesische 27 und der theaterpädagogischen Abteilung der Schaubühne Berlin. Das Gesamtprojekt erstreckte sich über ein Jahr und setzte sich aus mehreren einzelnen Produktionsphasen zusammen. An den gemeinsamen Theaterprojekten von "Sehnsucht nach..." nahmen Jugendliche teil, die in ihren Ländern sozial benachteiligten Gruppen angehören: Deutsche mit Migrationshintergrund sowie aus sozial schwachen Familien und ungarische Roma. Entstanden sind zwei beachtliche Theaterproduktionen: "Nichts hält mich davon ab…" bei dem elf junge Menschen aus dem Theater der Zwiefachen (Schaubühne Berlin) und zehn aus Mánfa, einem Dorf in Ungarn, Tauschhandel betrieben. Die zweite Produktion, "Ikaros/Kentauros" wurde von Jugendlichen aus dem Discotheater Berlin und dem Collegium Martinaeum Mánfa während einer Theaterexpedition in Martos/Martovce (Slowakei) erarbeitet.
Kontakt:
Projektbüro Bipolar
Projektleitung: Flóra Tálasi
Koordination: Ildikó Jaruska
Organisation: Emilia Nagy
PR: Harald Wiester
Blücherstr. 37A
D-10961 Berlin
Fon +49 (0)30 600319-30 / -31
Fax +49 (0)30 600319-40
info@projekt-bipolar.net