Atelier video mapping, 2017, Foto © Kër Thiossane, Dakar

Digital Imaginaries – Africas in Production

Recherche- und Ausstellungsprojekt in Karlsruhe, Johannesburg und Dakar – gefördert im Fonds TURN

Was Afrika war, ist und sein könnte wird von kollektiven Bildern geprägt. Folgt man dem postkolonialen Vordenker Édouard Glissant (1928-2011), so lassen sich diese „Afrikas” als technisch vermittelte Beziehungsgeflechte verstehen, die weit über die physischen Grenzen des Kontinents hinausragen. Afrika erscheint hier nicht als die eine Vision, sondern vielmehr als eine relationale Kategorie, die eine Vielzahl sich widersprechender Möglichkeiten enthalten kann. Doch wie sind diese vielen Afrikas in die Welt gekommen? Ausgehend von den Science, Technology und Postcolonial Studies liegt es nahe, dass Kulturtechniken eine besonders wichtige Rolle in der Entstehung dieser imaginären Entitäten spielen.

Das Projekt „Digital Imaginaries – Africas in Production“ des Zentrums für Kunst- und Medientechnologie (ZKM) nimmt sich diese Überlegungen zum Ausgangspunkt, um die Bedeutung von Kulturtechniken bei der Konstruktion kollektiver Vorstellungen vom afrikanischen Kontinent zu beleuchten. Zusammen mit dem Wits Art Museum (WAM) in Johannesburg, Kër Thiosanne in Dakar und der Martin-Luther-Universität in Halle entsteht eine Reihe von Ausstellungen in Dakar, Johannesburg und Karlsruhe, die die Vielzahl dieser imaginären Konzepte zum Vorschein bringen und die technologische Entwicklung reflektieren.

Die Ausstellungsplattform bringt dabei Kunstinstitutionen zusammen, die als Schnittstellen von Kunst und Wissenschaft fungieren, um so Techniken der Konzeption des Selbst, der Rasse, des Geschlecht und des Staates künstlerisch und wissenschaftlich zu untersuchen. Für jede Schau werden künstlerische Werke in Auftrag gegeben, die ihre eigenen Produktionsbedingungen reflektieren - sind Ausstellungen als koloniale Techniken doch an der Herstellung von Afrika-Vorstellungen beteiligt. Der kuratorische Fokus liegt auf "Zwischenräumen" und geht einher mit postkolonialen Forschungen zu hybriden Zwischenorten, an denen sich verschiedene Wissensbereiche vermischen. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei den digitalen Künsten und der Klangkunst zu, da audio-digitale Technologien durch ihren körperlich-affektiven Charakter eine bedeutsame Rolle bei der Formierung von global verflochtenen, zeitgenössischen “Afrikas” spielen.

Künstlerische Leitung: Julien McHardy (NL), Wissenschaftliche Leitung: Richard Rottenburg (DE), Kurator/nnen: Marion Louisgrand Sylla (SN), Julien McHardy (NL), Fiona Rankin-Smith (ZA), Philipp Ziegler (DE), Beratende Kurator/nnen: Elvira Dyangani Ose (GB), Neo Muyanga (ZA)
Mit: Younes Baba Ali (MA), Tegan Bristow (ZA), Serge Attukwei Clotted (GH), Layla Gaye (SN), Neo Muyanga (ZA), Marcus Neustetter (ZA), Myriam Syowia (KE), Grada Kilomba (PT), João Orecchia (ZA)

Termine
08.10.2018 - 31.01.2019 ZKM, Karlsruhe Ausstellung

Weitere Termine

01.05.-15.06.2018, Kër Thiosanne Villa for Art and Multimedia/Dak’Art Biennale, Dakar – Workshop, Ausstellung

01.08.-30.09.2018, Wits Art Museum (WAM), Johannesburg - Ausstellung