"Farewell" - Eine 2-Kanal Video Installation von Monster Truck, im Fonds TURN gefördertes Rechercheprojekt, Foto: Florian Krauss

Fonds TURN - Rechercheprojekte

In der ersten Förderrunde des Fonds TURN wurden einmalig projektvorbereitende Recherchen unterstützt. Aktuell können keine Recherchevorhaben mehr beantragt werden.


Afro-Tech und die Zukunft der Neuerfindung

Recherche zu alternativen Computertechnologien in Kenia, Nigeria und Südafrika

Ruanda ist im Internetboom und will das Silicon Valley Afrikas werden. Der rasant wachsende afrikanische Internetmarkt verspricht stattliche Gewinne: “Africa's hackers are today's world-class tech innovators” schrieb Ethan Zuckerman kürzlich in der US-amerikanischen Zeitschrift Wired. Diese Entwicklung bedeutet jedoch auch, dass oft westliche Vorstellungen von Technologie reproduziert – und alternative und visionäre Neu-Erfindungen von zeitgenössischer Technologie gehemmt werden. Afro-Tech interessiert sich dagegen für Künstler und Kulturproduzenten in Kenia, Nigeria und Südafrika, die Technologien nach anderen – nicht-westlichen – Standards entwickeln und verwenden. Basierend auf dieser Recherche ist für 2014/2015 eine Ausstellung in Dortmund geplant.
Der Blog des HMKV dokumentiert das Rechercheprojekt.

Ein Rechercheprojekt des HartwareMedien KunstVereins Dortmund (HMKV)


Balafon

Recherche zur Vorbereitung eines deutsch-afrikanischen Musikprojekts

Für das Projekt "Balafon" reisten die Musiker und Kuratoren Schneider TM, Arved Schultze und Julian Kamphausen nach Ost-Guinea, Süd-Mali, Burkina Faso und Nord-Ghana, um Balafonisten und Musikspezialisten zu recherchieren, die Interesse an einer Zusammenarbeit mit deutschen Musikern aus der futuristischen, experimentellen und elektronischen Szene haben. Mit der Recherche soll ein internationales Musik-Projekt – mit CD-Produktion, Workshops und Konzerten in afrikanischen Ländern und Deutschland – vorbereitet werden. Das Bala (oder Balafon) ist ein Stabspielinstrument und Vorläufer u.a. des  Xylophons, Vibraphons und Marimbaphons. Ein Film dokumentiert die Recherchereise, bei der die Kuratoren nach Musikern für ein zukünftiges gemeinsames Projekt suchen. Mehr zum Projekt unter www.balafo.de.

Ein Rechercheprojekt der Artcore UG


Berlin – Benin

Recherche zu einem Radio- und Klangkunstprojekt

Die Radio- und Klangkünstlerin Antje Vowinckel wird nach Benin und Togo reisen, um die Möglichkeiten eines Radioprojekts von Klangkünstler/innen der Hans-Flesch-Gesellschaft mit dem Künstlerkollektiv Elowa in Cotonou zu recherchieren. Die Recherche dient der akustischen und thematischen Materialsammlung für ein deutsch-beninisches Hörspiel, Klangkunstprojekt  oder künstlerisches Feature, das sowohl in Deutschland als auch in Benin gesendet werden soll.

Ein Rechercheprojekt der Hans-Flesch-Gesellschaft Berlin

Berlin – Maputo

Künstlerische Recherche und Vorbereitung einer Tanzproduktion

Das Recherchevorhaben dient der Vorbereitung einer engeren künstlerischen Zusammenarbeit zwischen dem Theater HAU Hebbel am Ufer und dem Dance Centre Cultur Arte des mozambikanischen Choreografen Panaibra Canda. Auf den Spuren der historischen Verbindungen zwischen der DDR und Mozambik bzw. Ost-Berlin und Maputo, werden das Choreografentrio MAMAZA und das Künstlerkollektiv AlexandLiane mit Tänzer/innen und Choreograf/innen des Tanzzentrums CulturArte zum Thema ‚Körper und Geschichte‘ und ‚Architektur der Stadt‘ forschen und arbeiten.

Ein Rechercheprojekt des HAU Hebbel am Ufer

Bremen und Kampala

Recherche zur Literaturszene in Uganda

Neben der Lektüre von literarischen Texten sollte das Projekt des Herausgebers und Kurators Nikolas Hoppe Aufschluss geben über aktuelle Themen junger ugandischer Gegenwartsautor/innen. Im Austausch mit jungen Bremer Autor/innen (wie z.B. Nora Bossong und Jens Laloire) wurden Gemeinsamkeiten und Unterschiede in poetologischen Fragen diskutiert. Mit der Recherche wurde eine Anthologie junger ugandischer Gegenwartsautor/innen vorbereitet.

Im März 2015 fand eine multimediale Lesung "Bremen & Kampala" mit Nora Bossong, Asiimwe Deborah GKashugi, Nikolas Hoppe, Nyana Kakoma, Jens Laloire & Ssekandi R Sseguja statt. Ein Projekt des Bremer Literaturkontors und des virtuellen Literaturhauses Bremen in Kooperation mit dem Goethe Zentrum Kampala, der Universität Bremen und der Makerere University.
Der Blog "Bremen and Kampala - spaces of transcultural writing" begleitet das Projekt: www.kampalawritesbremen.com oder www.bremenwriteskampala.com

Ein Rechercheprojekt des Bremer Literaturkontors


Chinafrika

Recherche zur Vorbereitung eines Forschungs- und Ausstellungsprojekts

Ein Recherchevorhaben zu den kulturellen Ausprägungen der neuen ökonomischen und politischen Beziehungen zwischen der VR China und Ländern des afrikanischen Kontinents. Auf den Spuren chinesischer Bau- und Infrastrukturmaßnahmen und der in ihrer Folge in vielen größeren afrikanischen Städten entstehenden Chinatowns untersucht der Kurator und Autor Jochen Becker die kulturellen Einflüsse, die das neue wirtschaftliche und politische Engagement Chinas in Afrika mit sich bringt. Die Recherche diente der Vorbereitung des Forschungs- und Ausstellungsprojekts "Chinafrika - a traveling construction site". Am 16. Oktober 2015 präsentierten die Macher das Projekt auf dem Festival steirischer herbst Graz.

Ein Rechercheprojekt des metroZones e.V. - Zentrum für städtische Angelegenheiten

Etaneno: Künstlerische Kommunikation Freiburg – Kalkfeld/Namibia

Recherche zur Kunstszene in Namibia

Rechercheprojekt zur Sondierung der Kunstszenen in Windhoek und Namibia sowie zu zeitgemäßen Formen des künstlerischen Austauschs zwischen dem Township Kalkfeld in Namibia und Freiburg. Im Zentrum stand die Frage, wie eine künstlerische und kuratorische Praxis zu gestalten ist, die dem historisch belasteten Verhältnis zwischen Afrika und Europa gerecht wird und exotisierenden und stereotypen Bildern kritisch begegnen kann. Die Recherche war eingebettet in die Neukonzeption des Museums für Neue Kunst Freiburg.
Seit dem Jahr 1998 besteht eine Verbindung des Museums für Neue Kunst zur Farm "Etaneno" in Namibia, der dortigen Künstler/innenresidenz und dem zugehörigen "Museum im Busch". Um das Projekte besser kennen zu lernen und aktuelle Möglichkeiten eines Austausches zwischen Namibia und dem Museum zu erforschen, unternahm die Direktorin Christine Litz zusammen mit der kuratorischen Assistentin Sophia Trollmann von November bis Dezember 2013 eine Recherchereise nach Namibia. Die beiden Künstler Thomas Stricker und Holger Bunk, beide langjährige dem Projekt "Museum im Busch" und seiner Residenz verbunden, waren ebenfalls Teil der Reise. Thomas Stricker arbeitet seit 2007 im Rahmen des Projektes an einem Schulgarten im Township Kalkfeld, Holger Bunk ist Initiator der Ausweitung des Museums im Busch zum Township Kalkfeld.
In einer Abschlussveranstaltung am 12. September 2014 im Museum für Neue Kunst in Freiburg berichteten Thomas Stricker, Christine Litz und Sophia Trollmann von ihrer Reise und den Projekten.

Ein Rechercheprojekt des Museums für Neue Kunst Städtische Museen Freiburg

Expedition Nachtigal

Recherche zu Theaterszenen in West- und Ostafrika

Eine Rechercheprojekt zur Sondierung der Theater- und Performanceszenen im Westen (Togo, Benin, Niger) und Osten (Kenia, Tansania und Madagaskar) des afrikanischen Kontinents. Aus Anlass des 130sten Jahrestages der Unterzeichnung der deutschen Schutzverträge für Togo und Kamerun plante die Volksbühne ein Projekt zur kolonialen Verwicklung Deutschlands in Afrika. Die Recherche diente der Suche von Kooperationspartnern, Künstler/innen und Performer/innen für die Volksbühne.

Ein Rechercheprojekt der Berliner Volksbühne am Rosa-Luxemburg Platz

Farewell

Künstlerische Recherche und Videoperformance

Für das Rechercheprojekt "Farewell" reiste Sahar Rahimi von der Freien Theatergruppe Monster Truck nach Lagos/ Nigeria, um der mythologischen Figur der Mami Wata nachzugehen. Entlang der westafrikanischen Guineaküste als Wassergeist und Nixe verehrt und gefürchtet, ist Mami Wata eine Repräsentation der fremden weißen Frau und steht für die Aneignung des fremden Europäers aus afrikanischer Perspektive. Bei der Recherche entstand eine Video- und Live-Performance, die sich dieser Figur annähert.

Die 2-Kanal Videoinstallation "Farewell" wurde am 13. September 2014 im SAVVY Contemporary in Berlin präsentiert. Im ersten Teil beschäftigt sie sich mit dem famous first contact zwischen Europa und Afrika. Was passiert, wenn wir von außen erblickt werden? Die Entitäten des Eigenen und des Fremden geraten ins Wanken, dem abendländischen, aufklärerischen Paradigma der Erkenntnis und der Entdeckung wird die Perspektive des Erkanntseins und Entdecktseins entgegengestellt. Im zweiten Teil befinden wir uns in der Gegenwart: die alten Götter und Herren haben abgedankt, doch die neuen Herrscher stehen den alten in Scheusslichkeiten in nichts nach. Zwischen Kinderspielen und Drill eröffnet sich ein Szenario von Affirmation und Überaffirmation, von Nachahmung und Verspottung in der Tradition afrikanischeuropäischer Auseinandersetzung. Sie können die Videoinstallation hier anschauen: www.vimeo.com/farewell
Gemeinsam produziert mit der Kinder-Theatergruppe "The Footprints" aus Lagos/Nigeria. Konzept/Regie: Sahar Rahimi, Kamera/künstlerische Mitarbeit: Florian Krauss. Weiterhin gefördert vom Goethe-Institut Nigeria und dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa). www.monstertrucker.de

Ein Rechercheprojekt des Freien Theater Monster Truck

Stolen Moments

Rechercheprojekt zu aktuellen Formen der Musikpräsentation in deutschen Museen und Musik-Akademien sowie Vorbereitung einer Konzerttournee und Ausstellung zu namibischer Pop-Musik aus den 50-80er Jahren in Deutschland

In den vergangenen drei Jahren widmeten sich die Kuratorin Aino Moongo, der Musiker und Radiomacher Baby Doeseb und der deutsche Filmemacher Thomas Schütte – unterstützt vom National Archive of Namibia - in einer aufwendigen Forschungsarbeit der Rekonstruktion der namibischen Populärmusik aus der Zeit von 1950 bis 1980. Hunderte von Fotografien und Filmaufnahmen, eine Vielzahl an Tonträgern mit lange verschollen geglaubten Musikaufnahmen, Begegnungen mit Zeitzeugen und ehemaligen Musikern und über einhundert Stunden an Gesprächen in sechs Sprachen sind das Ergebnis der Arbeit von Stolen Moments - Namibian Music History Untold. Es ist ein musikhistorischer Schatz, der eine wesentliche Lücke in der Kulturgeschichte Namibias schließt und den Musikern erstmals seit der Unabhängigkeit 1990 und dem Ende der Apartheid die Möglichkeit bietet, sich einem breiteren Publikum vorzustellen. Koordiniert und betreut durch das Archiv für die Musik Afrikas an der Johannes Gutenberg Universität Mainz werden Aino Moongo (NA) und Baby Doeseb (NA) für ihre Recherche Museen, Konzertveranstalter und Musikakademien in Deutschland besuchen, um sich mit aktuellen Formen der Musik-Präsentation vertraut zu machen sowie eine Konzerttournee und Ausstellung vorzubereiten.

Ein Rechercheprojekt des Archivs für die Musik Afrikas – Institut für Ethnologie und Afrikastudien Universität Mainz in Zusammenarbeit mit dem National Archive of Namibia Windhoek

Vazaha

Recherche zur Vorbereitung einer Ausstellung

Das Rechercheprojekt rekonstruierte die Expedition des deutschen Madagaskar-Forschers Josef Peter Audebert, der um 1870 im Auftrag eines Naturkundemuseums die Insel bereiste. Gemeinsam mit zeitgenössischen madagassischen Künstler/innen wurde eine Ausstellung im Kunstverein Heidelberg vorbereitet, die die historischen Reiseberichte aus der Sicht zeitgenössischer Künstler reflektiert. Was wissen wir über Madagaskar? Wer heute an Land geht, findet eine vielfältige Kultur, die trotz politischer Misere und größter Armut in Bewegung ist. So auch die madagassische Filmkunst. Einen Ausschnitt des aktuellen Schaffens junger Filmemacher präsentierte die Ausstellung "Vazaha".

Ein Rechercheprojekt des Heidelberger Kunstvereins