Filmklub Güstrow © Uwe Balzereit

Filmklub Güstrow

Dorfkino einfach machbar

1990 gegründet, hat der Filmklub Güstrow seither die kulturelle Landschaft Mecklenburg-Vorpommerns entscheidend geprägt. Neben anderem hat er ein bundesweit einmaliges Modell entwickelt, das anspruchsvolles Filmprogramm auch in die kleinsten Dörfer bringt. Angefangen in der Nachwendezeit mit einem mobilen Kino, das über Land fuhr, hat der Filmklub heute verschiedene Kulturorte in einem Abspielring zusammengefasst, wodurch Kosten gemeinsam getragen, Risiken minimiert und Filmprogramme selbst in entlegenen Spielstätten mit geringen Zuschauerzahlen umgesetzt werden können.

In Mecklenburg-Vorpommern sind heute flächendeckend 60 Leinwände im Abspielring aktiv. Die Mitspieler reichen von einer Greifswalder Museumswerft, die im Sommer Filme auf die Segel ihrer historischen Schiffe projiziert, bis hin zu einem knapp 500 Einwohner zählenden Dorf, das für etwa zwanzig Zuschauer wöchentlich Kino in der Bauernstube, im Gemeindehaus oder in einer alten Scheune aufführt.

Über die Jahre ist die Nachfrage dermaßen gestiegen, dass das Modell an seine Kapazitätsgrenzen gestoßen ist. Mithilfe des Fonds Neue Länder soll nun für das Modell der Abspielringe eine Onlineplattform entwickelt und eingeführt werden, um die komplexen und umfangreichen Vorgänge automatisiert und somit effizienter verwalten zu können sowie das Modell auf weitere Bundesländer zu übertragen.