Kunsthalle Bremen um 1910, kolorierte Postkarte

Der Blinde Fleck

gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum

Welthandel, Mäzenatentum und Sammlungsgeschichte in der Kolonialzeit am Beispiel der Kunsthalle Bremen

Die Hansestadt Bremen war im 18. und 19. Jahrhundert ein florierendes Zentrum der sich rapide ausweitenden interkontinentalen Handelsbeziehungen und Ausgangspunkt für koloniale Expansion und Ausbeutung. Aber auch die massenhafte Auswanderung im 19. Jahrhundert nahm hier ihren Anfang.
Die Gründung des Bremer Kunstvereins 1823 fällt in diese Zeit. Unter den Kunstwerken, die der Kunsthalle Bremen damals gestiftet wurden, waren allerdings nur wenige Werke außereuropäischer Kunst. Dennoch ist auch die Bremer Sammlung vom Erbe der Kolonialzeit geprägt. Die kolonialen und imperialen Spuren sind bisher jedoch eher versteckt geblieben.

Die Aufgabe des Fellows ist, diesen „blinden Fleck“ der Bremer Sammlung zu untersuchen und die Ergebnisse für eine Ausstellung aufzubereiten. Im Kontext der Postkolonialen Theorie sind in der Kunstgeschichte mittlerweile Methoden zur Erschließung verborgener kolonialer und rassistischer Zusammenhänge entwickelt worden.

Eine Debatte über interkulturelle Arbeit im Museum soll initiiert und Perspektiven für die zukünftige Präsentation der Sammlung entwickelt werden. Die Reflexion des kolonialen Erbes ist auch Anstoß, den heutigen Effekten von Globalisierung und Migration kreativ zu begegnen und Identität neu zu denken.

Termine
05.08.2017 - 19.11.2017 Kunsthalle, Bremen Ausstellung "Der blinde Fleck. Bremen und die Kunst in der Kolonialzeit"