Thron von Knossos mit zwei Repliken und einer technischen Zeichnung; Bildmontage

Die Thronfolger

Replikenwissen - gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum

1900 gräbt der britische Archäologe Arthur Evans auf Kreta ein Sitzmöbel aus Alabaster aus, was er aus Holz nachbilden lässt. Mit dieser ersten Replik des so genannten „Throns von Knossos“ setzt dessen Verbreitungsgeschichte ein. Durch die zahlreichen Kopien in unterschiedlichen Kontexten entstanden verschiedene Objekterzählungen. Auch dienten die Repliken ihrerseits als Muster, die aufgrund der jeweiligen Vorbilder und deren Materialbeschaffenheit ein Eigenleben entwickelten.

Der Gipsabguss des „Throns von Knossos“ in der Archäologischen Sammlung der Humboldt Universität Berlin ist der Ausgangspunkt des Forschungs- und Ausstellungsprojekts, das die internationalen Netzwerke der Produktion und Distribution sowie die vielen Bedeutungen der Repliken aufzeigt. Schon 1913 schenkte die Regierung Griechenlands dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag eine Replik aus Marmor als einen Beitrag zu den „Gift of Nations“. Als „Thron von Minos. König von Knossos und Richter“ ist die Kopie bis heute mit einem Mythos der Rechtsgeschichte verknüpft. In den 1960er Jahren reiste eine Nachbildung aus Holz in der BBC-Kultserie „Dr. Who“ durch Zeit und Raum. Die Geschichte der Repliken nimmt weitere Volten, denen das Fellowship auf den Grund geht.

In Zusammenarbeit mit Künstler/innen und Gestalter/innen wird eine Ausstellung vorbereitet, die das Bewusstsein für die Mobilität und Differenz von Objekten bzw. Repliken in den Mittelpunkt stellt. Das Projekt ist eine Kooperation des Helmholtz-Zentrums für Kulturtechnik/Tieranatomisches Theater mit dem Winckelmann-Institut an der Humboldt Universität und dem Projekt „Mobile Objekte“ am Exzellenzcluster „Bild Wissen Gestaltung“.

Termine
02.02.2017 - 04.02.2017 Tieranatomisches Theater, Humboldt-Universität zu Berlin, Berlin "Replica Knowledge - Histories, Processes and Identities" - Internationale Konferenz