Eberhard Baldewein, Hans Bucher, Herman Diepel u.a., Planetenuhr, Marburg/Kassel, 1563-1568. Mathematisch-Physikalischer Salon, Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Inv.-Nr. DIV d4). Foto: Hans-Peter Klut/Elke Estel, SKD

Fürstliche Himmelsmaschinen

gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum

Neue Wege zur Erschließung und Visualisierung von Planetenuhren der Renaissance

Den gestirnten Himmel zu begreifen gehört zu den ältesten Träumen der Menschheit. Mitte des 16. Jahrhunderts erwarben europäische Fürsten höchst komplexe Automaten, um die Bewegungen aller sichtbaren Himmelskörper nachvollziehen zu können. Mittels dieser extrem seltenen Planetenuhren holten sie den Himmel auf die Erde und demonstrierten zugleich ihre Gottesnähe. Die Himmelsmaschinen gehören zu den raffiniertesten Artefakten der Frühen Neuzeit – nur vier dieser technischen Meisterwerke sind in Paris, Wien, Kassel und Dresden erhalten geblieben. Der heutige Museumsbesucher steht ehrfurchtsvoll vor den imposanten Objekten, doch bleibt ihm die Funktionsweise zumeist verschlossen, da das hierfür nötige astronomische und mathematische Wissen verloren gegangen ist. Auch die Bedeutung dieser Uhren für die fürstliche Astrologie und den damaligen Kalender ist nicht mehr präsent.

Ein Fokus des Fellowship liegt deshalb auf der Entwicklung neuer Vermittlungsformate, wie z.B. erläuternde Animationsfilme oder mechanische Modelle. Weiterhin soll eine vom Fellow kuratierte Schaufensterausstellung in Dresden und Kassel Erkenntnisse hinsichtlich zukünftiger Vermittlungsstrategien liefern, bevor möglicherweise die vier Planetenuhren erstmals in ihrer Geschichte in einer internationalen Schau zusammengeführt werden. Das Projekt möchte an die einstige Internationalität des Austauschs anknüpfen und die damalige Deutungsmacht des „fürstlichen Himmelsblicks“ für die Besucher erschließen.

Termine
12.05.2017 - 07.01.2018 Dresdner Zwinger, Mathematisch-Physikalischer Salon, Dresden Ausstellung „Der Planeten wundersamer Lauf. Eine Himmelsmaschine für Kurfürst August von Sachsen“