Berliner Schlüssel, Sammlung Werkbundarchiv – Museum der Dinge, Foto: Armin Herrmann

Kabinett des Unbekannten

Partizipatives Ausstellungsprojekt – gefördert im Programm Fellowship Internationales Museum

In der langen Tradition musealer Praxis gelten Museen als Institutionen der Wissensvermittlung. In der klassischen Museologie ist Wissen ein vom Museum angebotenes Gut, wobei die Besucherin und der Besucher üblicherweise an die Richtigkeit dieser Informationen glaubt.

Das Museum der Dinge wird in Bezug auf Konzeption, klassifizierende Ordnungen und Wissensproduktion bereits als unkonventionelles Museum wahrgenommen. Mit dem Fellowship-Ausstellungsprojekt „Kabinett des Unbekannten“ lädt es nun die örtliche Community ein, Unbekanntes neu zu definieren und eine gemeinsame Wissensplattform zu generieren.

Der "Berliner Schlüssel" ist das 'Schlüssel'-Objekt für das partizipative Ausstellungsprojekt. Als ein in Berlin zwar bekanntes, ansonsten aber weithin unbekanntes Objekt steht dieser Schlüssel für die Verbindung zwischen Unbekanntem und Bekanntem, zwischen Innen und Außen, zwischen dem Museum und der Straße.

Die Ausstellung „Kabinett des Unbekannten“ im Museum der Dinge ist das Ergebnis eines kollektiven Auswahlprozesses und wird nicht allein von einer Kuratorin/einem Kurator konzipiert. Zu Beginn hat jedes Mitglied des Museumsteams ein 'unbekanntes' Sammlungsobjekt ausgewählt und ein 'unbekanntes' Geschäft oder eine interessante Institution in der Oranienstraße (zwischen Moritzplatz und Görlitzer Bahnhof) benannt. In vier aufeinanderfolgenden Meetings wurden dann Vertreter/innen der ausgesuchten Läden eingeladen, die bisherige Objektauswahl gemeinsam zu diskutieren, selbst ein unbekanntes Objekt auszusuchen und wiederum andere Orte zu benennen. So erweiterte sich der Kreis der beteiligten Akteure und der ausgewählten Objekte stetig. Während dieses Prozesses bewegte sich der Fokus vom Museum weg und erfasste in mehreren Stufen – einem Schneeballeffekt ähnlich – ein neues Publikum in der unmittelbaren Umgebung des Museums, in der Oranienstraße. Diese Straße kann als ein Mikrokosmos der Stadt wahrgenommen werden und spiegelt die kulturelle Vielfalt, die ein Produktivfaktor in der gemeinsamen Generierung von Wissen ist. 

Die Ausstellung „Kabinett des Unbekannten“ sowie fünf Satelliten-Präsentationen in ausgewählten Geschäften machen die Arbeit mit dem Unbekannten in der Sammlung und die neuen Vernetzungen mit der örtlichen Community sichtbar. Durch partizipative Elemente und Formate wird ein neues Verständnis für die Stellung des Museums und seiner Wissensproduktion geschaffen. Öffentliche Diskussionsveranstaltungen zur Wissensgenerierung werden immer donnerstags in den "Kabinettsführungen" sowie in den "Kabinettsgesprächen" stattfinden.

Termine
28.07.2017 - 29.09.2017 Museum der Dinge; Läden in der Oranienstraße, Berlin Ausstellung und Satellitenpräsentationen "Kabinett des Unbekannten"