Tanzplan Deutschland

"Tanzplan Deutschland" war ein Förderprojekt der Kulturstiftung des Bundes, das von 2005 bis 2010 nachhaltige Maßnahmen für den Tanz entwickelte. Das Ziel war die umfassende und systematische Stärkung der Kunstsparte Tanz. Tanzplan Deutschland wirkte in so unterschiedlichen Bereichen wie Künstler- und Nachwuchsförderung, Tanzausbildung, kulturelle Bildung und Kulturerbe Tanz.
Der "Masterplan" für den Tanz verstand sich nicht nur als bloßes Förderinstrument. Gemeinsam mit den Tanzschaffenden galt es, neue Wege zur kulturpolitischen Durchsetzung künstlerischer Ideen zu beschreiten.

Der Tanzplan Deutschland wurde über die Dauer von fünf Jahren von der Kulturstiftung des Bundes mit einem Gesamtvolumen von 12,5 Mio. Euro ausgestattet. Für die inhaltliche Konzeption war das vom Stiftungsrat der Kulturstiftung berufene Tanzplan-Kuratorium verantwortlich, dem Nele Hertling, Reinhild Hoffmann, Dr. Antje Klinge und Dr. Johannes Odenthal angehörten. Die Durchführung oblag dem gemeinnützigen Verein Tanzplan Deutschland e.V. unter der Projektleitung von Madeline Ritter.
 



Was wurde gefördert?

Im Zentrum von Tanzplan Deutschland standen zwei Projekte: "Tanzplan vor Ort" und "Tanzplan Ausbildungsprojekte". In einer Allianz von Kulturpolitik und Tanzschaffenden wurden mit Tanzplan vor Ort in verschiedenen Städten Deutschlands innovative und nachhaltige Kooperationsprojekte zur Tanzentwicklung umgesetzt. Mit Tanzplan Ausbildungsprojekte wurden darüber hinaus Modelle zur Verbesserung und Aktualisierung der Ausbildung in den Bereichen Tanz, Choreografie und Pädagogik entwickelt.


Tanzplan vor Ort
Tanzplan Bremen | Tanzplan Dresden | Tanzplan Düsseldorf | Tanzplan Essen | Tanzplan Frankfurt | Tanzplan Hamburg | Tanzplan München | Tanzplan Potsdam

Tanzplan Ausbildungsprojekte
Tanzplan Berlin | Biennale der Tanzausbildung

Nationales Performance Netz (NPN)
Im Rahmen von Tanzplan Deutschland förderte die Kulturstiftung des Bundes Aspekte bereits existierender Projekte wie die Koproduktionsförderung und die Künstleraufenthalte im Rahmen des Nationalen Performance Netzes (NPN).

Aufbau von Internetportalen
Eine einmalige Förderung erhielten die Internetportale www.dance-germany.org und www.tanznetz.de.

Tanzkongress 2006 und 2009
Im Zusammenhang mit dem Tanzplan Deutschland richtete die Kulturstiftung des Bundes in 2006 und 2009 den Tanzkongress Deutschland aus.
 




Was ist entstanden?
 

Mit Hilfe des Match-Funding-Prinzips wurden von 2005 bis 2010 insgesamt 21 Millionen Euro für den Tanz mobilisiert: zusätzlich zu den 12,5 Millionen Euro der Kulturstiftung des Bundes stellten Städte und Länder weitere 8,5 Millionen Euro für den Tanz zur Verfügung. Es entstanden neue Studiengänge in Frankfurt und Berlin, neue Spielstätten und Residenzprogramme für Künstler in Hamburg und Potsdam, Kompetenzzentren für kulturelle Bildung in Düsseldorf und München sowie regionale und internationale Tanznetzwerke in Bremen, Dresden und Essen.
426 institutionelle Projektpartner haben kooperiert und dem zeitgenössischen Tanz eine breite Anerkennung in der Öffentlichkeit verschafft: 1.277 Tanzaufführungen wurden produziert und präsentiert, 681 Aufführungen waren davon für und mit Kindern und Jugendlichen; 389 Choreograf/innen aus über 50 Nationen haben mitgewirkt; 180 Arbeitsstipendien und Residenzen wurden an 613 Künstler/innen vergeben.
 



Nachhaltigkeit

Was bleibt, nachdem die Kulturstiftung des Bundes aufgrund ihrer Fördergrundsätze aussteigen muss?

Mehr als 80% der Initiativen – vor Ort und auf Bundesebene – können ihre Arbeit fortsetzen. Acht der neun Tanzpläne-vor-Ort können weiterfinanziert werden – zum Teil sogar in wesentlich höherem Umfang.

Die an wechselnden Orten stattfindende „Biennale Tanzausbildung“ wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung weiter finanziert; als Ergebnis eines 3-jährigen internationalen Forschungsvorhabens der Tanzplan Ausbildungsprojekte erscheint im Henschel Verlag die Publikation „Tanztechniken 2010 – Tanzplan Deutschland“; die Berliner Akademie der Künste übernimmt das neue Online-Portal für Tanzgeschichte und Dokumentation „Digitaler Atlas Tanz“ und die von Tanzplan geleistete Anschubförderung der „Stiftung TANZ - Transition Zentrum Deutschland“ wird vom Beauftragten für Kultur und Medien für 2011 fortgesetzt.

Auch international wurde Tanzplan Deutschland zum viel zitierten Modellprojekt: in vielen Ländern – von der Schweiz über Spanien bis Australien – gibt es mittlerweile nationale Tanzpläne.

Die Kulturstiftung des Bundes setzt ihr Engagement für den Tanz mit der Leuchtturmförderung des internationalen Tanzkongresses und den beiden Förderfonds Tanzpartner und Tanzerbe fort.

Tanzplan Deutschland

Umfangreiche Informationen finden Sie auf der eigenen Website des Tanzplan Deutschland.

www.tanzplan-deutschland.detwitter.com/TanzplanDfacebook.com/tanzplan.deutschland

Publikationen

Die Publikationen "Tanzplan Deutschland, eine Bilanz" und "Tanztechniken 2010" geben eindrucksvoll Aufschluss über die Ergebnisse des fünfjährigem Initiativprogramms.

Tanzplan Deutschland, eine BilanzTanztechniken 2010

Anträge stellen

Beim Tanzplan Deutschland e.V. können keine Anträge zur Projektförderung gestellt werden. Dafür stehen die Allgemeine Projektförderung der Kulturstiftung des Bundes bereit sowie der ebenfalls von der Kulturstiftung des Bundes getragene Fonds Darstellende Künste und die Koproduktionsförderung des Nationalen Performance Netzes (NPN). Weitere Informationen zu den Ausschreibungen der Fonds Tanzerbe und Tanzparter erhalten Sie ab Juli 2011 auf den jeweiligen Seiten.

Allgemeine ProjektförderungFonds TanzerbeTanzpartner - Fonds für kulturelle Bildung im Tanz

Tanzplan Deutschland bietet auf seiner Website zudem einen Überblick zu aktuellen Fördermöglichkeiten im Bereich Tanz an. Die Aufstellung enthält Adressen und Informationen unter anderem für die Bereiche: Projektförderung, Basis- und Konzeptionsförderung und Aus- und Weiterbildung.

Tanzförderung in Deutschland