Exemplarische Sicherung deutscher Bildgeschichte 1945–1960

Gefördert im KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut

Die Deutsche Fotothek in der Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB) bietet ein bedeutendes Bildarchiv der deutschen Kunst- und Kulturgeschichte. Das KUR-Projekt zielte auf die Sicherung und vollständige Publikation von 68.000 Filmnegativen. Sie dokumentieren die historische Situation in Berlin, Dresden und Leipzig nach 1945 und zeigen die politische, kulturelle und städtebauliche Entwicklung in den folgenden Jahren des Wandels und der Neuformierung deutscher Lebenswirklichkeit bis ca. 1960. Die einmaligen Aufnahmen stammen aus den umfangreichen Fotografennachlässen von Hildegard Jäckel, Richard Peter sen., Abraham Pisarek sowie Roger und Renate Rössing, die praktisch flächendeckend die Akteure in Politik, Kultur und Wissenschaft in den entscheidenden Jahren der Konstituierung deutsch-deutscher Realität porträtierten.
Ein geeignetes Digitalisierungsverfahren des originalen Filmmaterials und die anschließende Ausbelichtung auf langzeitstabilen Polyesterfilmen sicherten diesen Bestand. Die Negative waren durch bereits begonnenen materiellen Verfall akut bedroht - ein Verlust, der nach aktuellem Wissensstand nicht aufzuhalten oder rückgängig zu machen war. Anhand der genannten Nachlässe entwickelte das Projekt für die Bildgeschichte der Zentren Berlin, Dresden und Leipzig exemplarisch einen innovativen und zugleich wirtschaftlich überzeugenden Lösungsansatz, der sich auf die Sicherung anderer Fotoarchive übertragen lässt. Alle im Verlauf des Projekts gesicherten Nachlässe stehen der Öffentlichkeit über das freie Bilddatenangebot www.deutschefotothek.de und in der Internet-Plattform www.Europeana.eu zur Verfügung.


Projektträger:
Sächsische Landesbibliothek Staats- und Universitätsbibliothek Dresden (SLUB)

Weitere Informationen zu diesem KUR-Projekt finden Sie auf den Internetseiten der Sächsischen Landesbibliothek.

SLUB

KUR-Programm

Das KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut war eine gemeinsame Initiative der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder. Von 2007 bis 2011 wurden im Programm 26 Projekte gefördert, die der Sicherung akut bedrohter Objekte oder Sammlungen von übergeordneter kulturhistorischer Relevanz dienten.

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