Umbrische Tafelbilder – Restaurierung und Vermittlung

Gefördert im KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut

Das Altenburger Lindenau-Museum besitzt mit 180 frühitalienischen Tafelbildern eine der international bedeutendsten Spezialsammlungen auf diesem Gebiet. Zu den Hauptwerken der Sammlung gehören 27 umbrische Tafeln: darunter zwei Tafeln vom Hochaltar SS. Annunziata Florenz von Pietro Perugino, fünf Predellentafeln von Luca Signorelli und, von besonderer kulturhistorischer Bedeutung, acht Holztafeln aus einer Wand- und Deckentäfelung. Die insgesamt 15 Gemälde befanden sich zum überwiegenden Teil in einem bedenklichen konservatorischen Zustand, einige waren akut gefährdet und konnten nicht mehr ausgestellt werden.
Das KUR-Projekt widmete sich auf der Grundlage gemäldetechnologischer Untersuchungen der Konservierung und Restaurierung dieser Gemälde, u. a. im Rahmen der Projektwerkstatt Lindenau-Museum Altenburg: Hier arbeiteten angehende Restauratorinnen und Restauratoren unter Anleitung ihrer Professoren und eines Tutors an sieben Holztafeln, von der Voruntersuchung über die Erarbeitung eines Restaurierungskonzeptes für die einzelnen Tafeln bis zur praktischen Ausführung.
Die Untersuchung und Restaurierung gaben zudem Aufschluss über die Zugehörigkeit der Gemälde zu den ursprünglichen Altarzusammenhängen - eine Voraussetzung für die spätere Präsentation in Ausstellungen, die gerade diese Zusammenhänge verdeutlichen sollen. Publikationen und Veranstaltungen begleiteten das Restaurierungsvorhaben wissenschaftlich und museumspädagogisch.


Projektträger:
Lindenau-Museum Altenburg

Kooperationspartner:
Hochschule für Bildende Künste Dresden
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
Dr. Wiebke Fastenrath-Vinattieri, Florenz
Dr. Bruno Santi, Hauptkonservator der Provinzen Florenz, Prato und Pistoria
Dr. Brunella Theodori, zuständige Referentin für die Kirche SS. Annunziata
Dr. Claudio Casadio, Museumsdirektor, Faenza

Termine
15.12.2011 - 22.01.2012 Lindenau-Museum, Altenburg Ausstellung "Restaurierte Werke: Pietro Perugino"

KUR-Programm

Das KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut war eine gemeinsame Initiative der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder. Von 2007 bis 2011 wurden im Programm 26 Projekte gefördert, die der Sicherung akut bedrohter Objekte oder Sammlungen von übergeordneter kulturhistorischer Relevanz dienten.

KUR-Programm