Wachsmoulagen: wertvolles Kunsthandwerk vom Aussterben bedroht

Gefördert im KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut

Das Deutsche Hygiene-Museum Dresden besitzt mit 2.000 Objekten eine der weltweit größten Sammlungen naturnaher Wiedergaben von Krankheitsbildern in Wachs. Diese so genannten Moulagen, zunächst als Anschauungsmittel in der medizinischen Ausbildung verwendet, wurden in Dresden ab 1900 auch als Ausstellungsstücke für medizinische Laien eingesetzt. Die heute noch in europäischen Museums- und Universitätssammlungen vorhandenen und zum Teil nach wie vor zu Ausbildungszwecken genutzten kultur- und medizinhistorisch wertvollen Bestände sind vielfach in einem gefährdeten Zustand. Erst langsam entsteht das Bewusstsein dafür, dass es sich um einzigartiges Kulturgut handelt, für dessen langfristige Erhaltung es fachgerechter, wegweisender Konservierungskonzepte bedarf.
Das KUR-Projekt entwickelte ein innovatives Verfahren zur Konservierung und Restaurierung von Moulagen und setzte es an den Objekten der Sammlung des Deutschen Hygiene-Museums um. Es ging dabei darum, Richtlinien zur Konservierung und Restaurierung von Moulagen herauszuarbeiten und auf dieser Grundlage ein Weiterbildungsangebot - insbesondere für die Betreuer von Moulagensammlungen - zu entwickeln.

Projektträger:
Stiftung Deutsches Hygiene-Museum Dresden

Kooperationspartner:
Bayerisches Nationalmuseum, Restaurierungsabteilung, München
Berliner Medizinhistorisches Museum der Charité
Doerner Institut, München
Hochschule für angewandte Kunst und Wissenschaft, Hornemann Institut, Hildesheim
Hochschule für Bildende Künste Dresden, Studiengang Kunsttechnologie, Konservierung und Restaurierung von Kunst- und Kulturgut
 

Termine
24.09.2009 - 26.09.2009 Deutsches Hygiene-Museum, Dresden Internationale Fachtagung

Website des Deutschen Hygiene-Museums

Die Website des Deutschen Hygiene-Museums Dresden bietet weitere Informationen zum Erhalt der Wachsmoulagen:

Deutsches Hygiene-Museum

Internetbasierte Fortbildung

Im Rahmen des KUR-Projektes bietet das Hornemann Institut in Hildesheim einen internetbasierten Fortbildungskurs zur "Erhaltung von Wachsmoulagen" an. Der Kurs wendet sich an Betreuer/innen von Sammlungen, Kurator/innen, Restaurator/innen, Präparator/innen, Mediziner/innen, Volkskundler/innen und andere Interessierte. Er bietet ihnen fundierte Informationen und Hinweise, die vor allem den praktischen Umgang mit den Objekten und ihrer Aufbewahrung betreffen.

Zur Fortbildung am Hornemann Institut

KUR-Programm

Das KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut war eine gemeinsame Initiative der Kulturstiftung des Bundes und der Kulturstiftung der Länder. Von 2007 bis 2011 wurden im Programm 26 Projekte gefördert, die der Sicherung akut bedrohter Objekte oder Sammlungen von übergeordneter kulturhistorischer Relevanz dienten.

KUR-Programm