Inhalt
Massenfunde in archäologischen Sammlungen
Gefördert im KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut
Durch Großgrabungen aufgrund von Bauvorhaben oder die Trockenlegung von Feuchtgebieten und Mooren haben archäologische Landesämter und Sammlungen derzeit einen außergewöhnlich hohen Zuwachs an archäologischen Funden zu bewältigen. Eines der größten ungelösten Probleme bei der Erhaltung von archäologischen Funden ist die Konservierung von Eisen und Feuchtholzfunden: Eisen korrodiert, sobald es mit Luft in Berührung kommt, und Nassholz schrumpft und verformt sich beim Trocknen irreversibel.
Zur Konservierung dieser Funde wurden bislang unterschiedliche Methoden angewandt, die zudem unzureichend kritisch und systematisch verglichen wurden. Es fehlte an Standards.
Hier setzte die Archäologische Staatssammlung München an und entwickelte - auf der Grundlage eines wissenschaftlichen Vergleichs der gängigen Verfahren - Richtlinien für die Bewahrung von Eisenfunden und organischen Materialien, angefangen von der Ausgrabung bis hin zur Ausstellung bzw. Lagerung im Depot. Die Ergebnisse dieses KUR-Projekts können in Zukunft archäologischen Landesämtern und Sammlungen helfen, Eisen- und Feuchtholzfunde in ihrer Substanz langfristig zu sichern und damit für die Wissenschaft und die interessierte Öffentlichkeit zu erhalten.
Projektträger:
Archäologische Staatssammlung München
Kooperationspartner:
Römisch-Germanisches Zentralmuseum, Mainz
Technische Universität München
Johannnes Gutenberg-Universität Mainz
Staatliche Akademie der Bildenden Künste Stuttgart
| Termine: | ||
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| 27.01.2012 - 06.05.2012 | Archäologische Staatssammlung München, München | Ausstellung |
Archäologisches Holz und Eisen gehören für Restauratoren zu den am schwierigsten zu bearbeitenden Materialien: Während sie im Boden mitunter Jahrtausende überdauert haben, beginnen sie häufig sofort nach der Bergung zu zerfallen. Holz schrumpft und zerreißt aufgrund der unkontrollierten Trocknung, Eisen zerbirst quasi in Zeitlupe durch die voluminöse Korrosion in seinem Innern. Besonders bei großen Fundmengen sind also schnelle konservatorische Maßnahmen von Nöten. Die Ausstellung „Schrumpfendes Holz, wachsendes Eisen“ stellt nun erstmalig die Problematik um die archäologischen Materialien Holz und Eisen sowie die verschiedenen Lösungsansätze, die im Projekt behandelt wurden, auch für Laien verständlich vor. Die Exponate erzählen aus dem Projektalltag und beleuchten die unbekanntere naturwissenschaftliche Seite der Restaurierung. |
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Kontakt:
Prof. Dr. Rupert Gebhard
Archäologische Staatssammlung
Lerchenfeldstraße 2
80538 München
Tel.: +49 (0)89 21124468
www.archaeologie-bayern.de
Weiterführende Informationen
KUR - Programm
Unter dem Titel "KUR – Programm zur Konservierung und Restaurierung von mobilem Kulturgut" startete im Frühjahr 2007 die jüngste Initiative im Themenbereich Restaurierung. Gemeinsam mit der Kulturstiftung der Länder fördert das Programm Projekte, die der Sicherung akut bedrohter Objekte oder Sammlungskomplexe von übergeordneter Relevanz dienen. Ein besonderes Augenmerk der Projekte soll zudem auf Fragen der Vermittlung und der Kooperation mit nationalen und internationalen Forschungseinrichtungen liegen.