“Rolf Borzik und das Tanztheater Pina Bausch”, Ausstellung in Monaco © Pina Bausch Stiftung, Wuppertal

Pina Bausch

Sicherung und Vermittlung ihres Nachlasses

Pina Bausch gilt als eine der wichtigsten Choreografinnen des 20. Jahrhunderts und als bedeutendste Tänzerpersönlichkeit, die Deutschland je hervorgebracht hat. Der Tod von Pina Bausch im Jahr 2009 bedeutete für die Geschichte des deutschen Tanztheaters einen immensen Verlust.

Die Künstlerin hat allerdings schon zu Lebzeiten Vorkehrungen getroffen, um ihr Werk der Nachwelt zu erhalten. Das Kernstück ihres künstlerischen Nachlasses ist eine Materialsammlung, die sie über ihre gesamte Karriere als Tänzerin und Choreografin hinweg eigenhändig gepflegt hat. Der Nachlass umfasst das gesamte Werk von Pina Bausch. Er enthält umfangreiche Werkdokumente in Form von Produktionsmaterialien zu mehr als 46 Stücken, etwa 7.500 Videos, Regiebücher, Bühnenbilder, technische Anweisungen, Kostüme, Requisiten und Musiken. Den jeweiligen Produktions-Materialien sind Sekundärquellen wie Programmhefte, Plakate von Gastspielen, Pressematerialien mit mehr als 35.000 Kritiken sowie Fotos zuzuordnen. Persönliche Korrespondenzen, Briefe, Filme, Reden, Preise und Interviews, Arbeitsmappen und Manuskripte, die den Bestand komplettieren, geben Einblick in die Entstehungsprozesse ihrer Stücke. Noch immer befinden sich sämtliche Materialien in Büros, Lagern und Depots des Tanztheaters Wuppertal sowie in der ehemaligen Wohnung von Pina Bausch. Als Eigentum der Pina Bausch Foundation bilden diese Dokumente das Herzstück eines Projekts, das sich der Aufarbeitung, Pflege und Vermittlung der Werke von Pina Bausch widmete.

Die Kulturstiftung des Bundes förderte in den Jahren 2011 bis 2013 gemeinsam mit dem Land Nordrhein-Westfalen und der Dr. Werner Jackstädt-Stiftung die Sicherung und Erschließung des Pina Bausch-Nachlasses für die Öffentlichkeit. Dabei ging es zum einen um die systematische Erfassung sämtlicher Archivalien, die Konservierung und Restaurierung der vom Verfall bedrohten Materialien, um eine videobasierte Kommentierung von Werken durch Mitglieder des Tanztheater Wuppertal sowie um die Einrichtung einer Datenbank. Zum anderen ging es um die Entwicklung eines Vermittlungskonzeptes für den Nachlass. Das leitende Ziel der Vermittlung bestand in einer Öffnung des Archivs für Fachinteressierte und Wissenschaftler aus dem In- und Ausland, Tänzerinnen und Tänzer sowie eine breite Öffentlichkeit von Nutzern.