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Motion Bank von William Forsythe
Entwicklung eines Notationssystems für den Tanz und Aufbau einer Bibliothek für digitale Tanzpartituren
Es gibt im Tanz zwar einheitliche Notationssysteme aber sie sind nicht so allgemein bekannt und werden nicht so selbstverständlich angewandt wie in der Musik. Vor einigen Jahren hat der Choreograf William Forsythe in Zusammenarbeit mit dem Advanced Computing Center for the Arts and Design an der Ohio State University eine neue Herangehensweise für die Erstellung von Partituren entwickelt, die computergestütztes Design verwendet. Tanzpartituren, die auf diese Weise hergestellt wurden, können betrachtet und studiert werden, ohne dass zunächst ein spezielles Schreib- oder Notationssystem gelernt werden muss. Ein Prototyp wurde für William Forsythes Ensemblearbeit „One Flat Thing, Reproduced” entwickelt (siehe http://synchronousobjects.osu.edu).

Bewegungsabläufe © Synchronous Object, for One Flat Thing, reproduced. The Ohio State University and The Forsythe Company
Die Herangehensweise verwendet komplexe Verfahren der Computergraphik sowie digitale Video- und Animationstechnologie. Eine Choreografie wird zunächst aus unterschiedlichen Perspektiven gefilmt und mit Hilfe einer entsprechenden Software analysiert. In einem weiteren Schritt fügt der Choreograf Regieanweisungen zu, definiert Pausen, Übergänge und Impulse, um die digitale Partitur zu vervollständigen, die dann im Internet zugänglich gemacht wird.
Im Motion Bank Forschungsprojekt soll dieses Verfahren weiter verfeinert und ausgewertet werden, mit dem Ziel, dass auch andere Choreograf/innen es in Zukunft für die Erstellung eigener digitaler Partituren verwenden können. Um zu zeigen, wie die Methode für ein breites Spektrum künstlerisch unterschiedlicher Arbeiten funktionieren kann, wird Motion Bank zunächst mit drei renommierten Gastchoreograf/innen arbeiten: Deborah Hay, Jonathan Burrows/Matteo Fargion und Bebe Miller (die erste Chorografin des Projekts TWO). Ähnlich wie bei der Entwicklung des Prototypen werden diese Choreograf/innen eng mit Webdesignern und Programmierern von Partnerinstitutionen zusammenarbeiten, um ihre Partituren zu realisieren und online durch Motion Bank zu publizieren.
Wenn sich das Verfahren in der Erprobungsphase bewährt, soll es zusammen mit einer anwenderfreundlichen Aufnahme- und Annotations-Software allen Choreograf/innen angeboten werden, so dass sie ihre eigenen Stücke in einer digitalen Partitur festhalten können. Im Gegenzug machen sie ihre Partituren durch Motion Bank online frei zugänglich. Das langfristige Ziel ist, sukzessive eine Sammlung digitaler Tanzpartituren aufzubauen, die den komplexen Aufbau von Choreografien offenlegt, es ermöglicht, dass sie zu verschiedensten Zwecken wie beispielsweise Nachinszenierungen oder Rekonstruktionen studiert, und sie auch künftigen Generationen überliefert werden können.
Die einzelnen Entwicklungs- und Forschungsschritte des Motion Bank-Projekts - von der Choreografie zur digitalen Tanzpartitur - werden dokumentiert und an eine Fachöffentlichkeit sowie an Studierende, Lehrende, Forschende und Publikum durch eine Reihe von Workshops, Online-Berichte und öffentliche Veranstaltungen vermittelt bis hin zur Veröffentlichung der drei fertig gestellten Partituren. Gemeinsam mit Partnerinstitutionen wird eine spezifisch pädagogische Forschung den Fokus auch auf die Entwicklung von Lehrformaten richten, die sich auf die praktische Anwendung digitaler Partituren beziehen.
Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Projekt Motion Bank von William Forsythe in den Jahren 2010 bis 2013 mit insgesamt 1,4 Mio. Euro.
Weitere Informationen unter: www.theforsythecompany.com > motion bank

Notationssystem © Synchronous Object, for One Flat Thing, reproduced. The Ohio State University and The Forsythe Company

Geographische Visualisierung © Synchronous Object, for One Flat Thing, reproduced. The Ohio State University and The Forsythe Company
Sparten:
| Termine: | ||
|---|---|---|
| 23.09.2013 - 28.09.2013 | Frankfurt LAB, | Workshop No. 6 |
| 15.04.2013 - 20.04.2013 | Frankfurt LAB, | Workshop No. 5 |
| 01.10.2012 - 06.10.2012 | Frankfurt LAB, | Workshop No. 4 |
| 21.09.2012 - 23.09.2012 | Frankfurt LAB, | Gastspiel Jonathan Burrows & Matteo Fargion |
| 07.06.2012 - 09.06.2012 | Frankfurt LAB, | Motion Bank Gastspiel "A History" - Bebe Miller Company |
| 14.02.2012 - 17.02.2012 | Frankfurt LAB, | Workshop No. 3 "Mediating Relations: scores in sound and motion making" |
| 20.09.2011 - 23.09.2011 | Frankfurt LAB, | Workshop No. 2 "Tanz und Architektur erweitern: Wege zu neuen Denkweisen" |
| 24.04.2011 - 30.04.2011 | Frankfurt LAB, | Workshop No. 1 "Dance & Data: mixing scores, senses, tools and reflection" |
| 05.11.2010 - 07.11.2010 | Frankfurt LAB, | Symposium "Introducing Motion Bank" |
Kontakt:
Antonia Lahmé
Kulturstiftung des Bundes
Franckeplatz 1
06110 Halle (Saale)
Tel.: +49 (0)345 2997 117
Fax.: +49 (0)345 2997 333
>E-Mail
Weiterführende Informationen
Weitere Infos zum Forschungsprojekt Motion Bank:
Prototyp der Motionbank: