Thery Schultheis @ Theobald

Tanzfonds Erbe

Fonds für künstlerische Projekte zum Kulturerbe Tanz. Eine Initiative der Kulturstiftung des Bundes

Die ästhetische und stilistische Vielfalt der Tanzszene in Deutschland ist das Ergebnis einer über hundertjährigen Entwicklung - der Weltruf von Künstlerpersönlichkeiten wie etwa Mary Wigman, Dore Hoyer, Tatjana Gsovsky, Rudolf Laban, William Forsythe oder Pina Bausch nahm seinen Ausgang von Wirkungsstätten des Tanzes in Deutschland. Dennoch stellt der moderne Tanz in Deutschland eine Kunstsparte mit weithin unerschlossener Geschichte und nur begrenzter öffentlicher Sichtbarkeit dar. Die Sicherung, Aufarbeitung und Vermittlung des Kulturerbes »Tanz im 20. Jahrhundert« wird sowohl auf deutschen Bühnen wie in hiesigen Ausbildungsstätten bislang nicht angemessen repräsentiert.

In der Tanzszene besteht ein großes Interesse daran, das Erbe des Tanzes in Deutschland besser zu vermitteln – sowohl mit Blick auf das breite Publikum wie auch hinsichtlich der Ausbildung von Tänzern und Choreografen. Momentan sind jedoch weder öffentlich geförderte Tanzbühnen und -compagnien noch freischaffende Künstler dazu in der Lage, eine solche zusätzliche Aufarbeitung zu leisten.

Vor diesem Hintergrund richtete die Kulturstiftung des Bundes 2011 einen Fonds für das kulturelle Erbe des Tanzes in Deutschland ein. Er soll den Grundstein legen für eine gleichermaßen systematische wie exemplarische Aufarbeitung der Geschichte des modernen Tanzes in Deutschland. Die Tanzszene ist eingeladen, sich künstlerisch mit der facettenreichen deutschen Tanzgeschichte des 20. Jahrhunderts, ihren herausragenden Werken und Protagonisten auseinanderzusetzen. Der Art der Annäherung sind dabei kaum Grenzen gesetzt: Tanzfonds Erbe fördert ebenso Tanzproduktionen, Rekonstruktionen und Neuinterpretationen wie auch Lecture Performances, Ausstellungen, Installationen, Film- oder Online-Projekte sowie Gastspiele von Tanzfonds Erbe-Projekten.


Eine detaillierte Übersicht aller Projekte sowie umfassendes Dokumentationsmaterial finden sie auf der Website des Tanzfonds.

Fachjury für den Tanzfonds Erbe

2015 - 2017:
Dr. Kerstin Evert, Leiterin des choreografischen Zentrums K3 | Tanzplan Hamburg, Co-Leiterin des Graduiertenkollegs „Versammlung und Teilhabe“ (HafenCity Universität, Fundus Theater, K3); PD Dr. Katja Schneider, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Theaterwissenschaft an der Ludwig-Maximilians-Universität München, Redakteurin und Autorin; Bettina Wagner-Bergelt, Stellvertretende Direktorin des Bayerischen Staatsballetts

2012 - 2014:
Rose Breuss, Institutsdirektorin des Institute for Dance Arts an der Anton Bruckner Privatuniversität in Linz; Gabriele Naumann-Maerten, kulturelle und künstlerische Projektentwicklung, Prozessbegleitung und Moderation; Martin Puttke, Dozent für Trainingsmethodik und Ballettpädagogik, Autor des Ausbildungskonzepts Danamos; Christiane Theobald, Dozentin für Tanzmanagement an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt am Main; Christina Thurner, Professorin mit Schwerpunkt Tanzwissenschaft am Institut für Theaterwissenschaft der Universität Bern

Laufzeit: 2012 - 2019

Liste der auf der 4. Jurysitzung am 14. Dezember 2015 geförderten Projekte

deufert&plischke:
„Just in Time“

Saarländisches Staatstheater:
„Die Folterungen der Beatrice Cenci“ von Gerhard Bohner

Theater Nordhausen / Loh-Orchester Sondershausen:
„Die Tänzerin von Auschwitz“

Nils Freyer:
„Fünf Präludien aus dem Wohltemperierten Klavier von J. S. Bach“ von Marianne Vogelsang

Staatstheater Braunschweig:
Jagd. Kampf. Rausch (Zeche eins von Reinhild Hoffmann)

Theater Freiburg:
„Erbe sein – Erbe haben. Ein choreografisches Depot“ (AT)

Städtische Bühnen Osnabrück:
„Danse Macabre: Rekonstruktion der Totentänze I und II von Mary Wigman“

sophiensaele:
„the witch dance project“ nach ‚Hexentanz II’ von Mary Wigman

Dance Lab Berlin:
„H. K. – Quintett“


Folgende Gastspiele wurden bewilligt:

Ciupke/Till:
„undo, redo & repeat“
Gastspielorte: Schaubühne Lindenfels, Leipzig; Hellerau, Dresden

Angela Guerreiro:
„The Film: The Live Legacy Project“
Gastspielort: Tanzkongress 2016, Hannover

Uri Turkenich:
„I love my dancers“
Gastspielort: Diver Festival, Tel Aviv

Liste der auf der 3. Jurysitzung am 23. Februar 2015 geförderten Projekte


TOO GmbH / Oper Halle / Ballett Rossa:
   „Lulu - Tanzstück von Jochen Ulrich nach Frank Wedekind“

Tanzfabrik Berlin:
   „Capturing Dance - Tanzdokumentation als künstlerische Praxis“

BKC / Staatstheater Cottbus:
   „Meisterwerke des 20. Jahrhunderts“

Michael Maurissens, Köln:
   „The Body as Archive“

Sebastian Weber, Leipzig:
   „The Legend of Syd O'Noo“

steptext dance project / Helge Letonja, Bremen:
   „Gerhard Bohner - Zwei Giraffen tanzen Tango“

Mouvoir / Stephanie Thiersch, Köln:
   „City Dances 2016 (Anna Halprin)“

Kampnagel, Hamburg:
   „Shape Shifter von Trajal Harrell


Deutsches Tanzfilminstitut Bremen:
   „Zeugen des Tanzes“

 

Folgende Gastspiele wurden bewilligt:

Renegade / Pottporus:
   „Ruhr-Ort“
Gastspielorte: Theater Bielefeld, Staatstheater Braunschweig

Saša Asentić:
   „Revolution won't be performed“
Gastspielorte: Serbisches Nationaltheater, Novi Sad; Nationaltheater Timișoara

Ligna:
   „Tanz aller“
Gastspielort: CPH Stage, Kopenhagen

Internationales Theaterinstitut Zentrum Deutschland:
   „Transforming Acts

Gastspielorte: Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt/Main; euro-scene Leipzig

Martin Stiefermann / MS Schrittmacher:
   „Anita Berber“
Gastspielort: Saarländisches Staatstheater

Goethe-Institut Chile:
  
Débords. Reflections on The Green Table / Olga de Soto
Gastspielort: Nave – Centro de Creación y Residencia, Santiago de Chile

Liste der auf der 2. Jurysitzung am 24. Januar 2013 geförderten Projekte:


Oper Leipzig:
   „Pax Questuosa – Klagender Friede“

Schauspielhaus Bochum:
   „Ruhr-Ort“

Angela Guerreiro:
   „The Live Legacy Project“

Saarländisches Staatstheater:
   „Anastasia/Shadow“

Theater Hagen:
   „Der Schrank der Georgi“

Pina Bausch Stiftung:
   „Wind von West (Cantata)“

Nationaltheater Mannheim:
   „Tracing Isadora“

MS Schrittmacher – Martin Stiefermann:
   „Anita Berber“

Uri Turkenich:
   „I love my dancers“

Internationales Theaterinstitut – Zentrum Deutschland:
   „Transformation Acts“

Stadttheater Gießen:
   „The Horta Project – SOAP Recreation“

Akademie der Künste:
   „Das Triadische Ballett“

Mouvoir / Stephanie Thiersch:
   „Memory Machine“

Städtische Bühnen Osnabrück:
   „‚Le Sacre du Printemps’ / Mary Wigman“

Theater Koblenz:
   „Tausend Grüße“

Hessisches Staatstheater Wiesbaden:
   „Loops and Lines“

Juliette Villemin:
   „Monte Verità – Raumdeutungen“

Christoph Winkler:
   „Abendliche Tänze“

Christina Ciupke:
   „Undo, redo and repeat“

Saša Asentić:
   „Revolution won't be performed“

Theater Freiburg:
   „Julius Hans Spiegel Zentrum“

Josep Caballero García:
   „No [’rait] of spring“

Liste der auf der 1. Jurysitzung am 22. März 2012 geförderten Projekte:


Avista Film, München:
   „Forschungsprojekt Sacharoff

Bühnen und Orchester der Stadt Bielefeld:
   „Auch

K3 - Zentrum für Choreographie I Tanzplan Hamburg / Kampnagel:
   „Heute: Volkstanzen

Produktionszentrum Tanz + Performance, Stuttgart:
   „Tanzlokal / Tanzfest – Reflexionen und zeitgenössische Positionen zur
    Tanzgeschichte ab 1920 im Südwesten


Joint Adventures – Walter Heun, München:
   „Olga de Soto: Débords. Reflections on The Green Table

Paula Rosolen, Frankfurt:
   „Piano Men – Ein Choreographisches Konzert für 2 Pianisten

Jochen Roller, Berlin:
   „The Source Code

Stiftung Bauhaus Dessau:
   „Bauhaus tanzen

Ligna, Hamburg & Berlin:
   „Tanz aller – Ein Bewegungschor

Antje Pfundtner in Gesellschaft, Hamburg:
   „Nussknacker