Bild und Raum

Filmstill aus „Der Rosenkönig“ von Werner Schroeter, © Elfi Mikesch

Abfallprodukte der Liebe

Eine Ausstellung mit Werken von Elfi Mikesch, Rosa von Praunheim und Werner Schroeter

Das Selbstverständnis der Akademie der Künste ist wesentlich von der Überzeugung geleitet, dass Kunst und Politik in dem Sinne zusammengehören, dass die Kunst Utopien des menschlichen Zusammenlebens im Öffentlichen wie im Privaten entwirft. Die Ausstellung von Elfi Mikesch, Rosa von Praunheim und Werner Schroeter zur Wiedereröffnung ihrer Ausstellungshallen 2018 versteht die Akademie als Statement gegen Intoleranz und Ausgrenzung, indem sie an die Vorreiter der künstlerischen Auseinandersetzung mit Gender, Body-Politics und Otherness erinnert und sowohl deren Aktualität als auch ihren großen Einfluss auf nachfolgende Künstler/innen im In- und Ausland zeigt. Bereits in den 1960er Jahren widmeten sich die Protagonist/innen des deutschen Autorenkinos – Mikesch als Fotografin, Kamerafrau und Regisseurin, Rosa von Praunheim als Filmemacher, Maler, Autor und Aktivist, Werner Schroeter als Filmemacher und Regisseur von Theater- und Operninszenierungen – emanzipatorischen Themen, stritten für andere Lebensformen und bedienten sich unkonventioneller Ausdrucksmittel, die alle drei zu künstlerischen und gesellschaftlichen Grenzgängern machten. In jeweils eigenen Räumen kuratieren Mikesch und von Praunheim ihre Werke, die des 2010 verstorbenen Schroeter werden von seinem künstlerischen Mitarbeiter und Nachlassverwalter Christian Holzfuß kuratiert. Darüber hinaus präsentiert die Ausstellung erstmals zusammenhängend ihre Fotografien, Filme, Klanginstallationen und Dokumente, die die vielfältigen ästhetischen und biografischen Bezüge anschaulich werden lassen. Gemeinsame Wurzeln der Westberliner Kunstszene und die künstlerische Freundschaft zwischen den dreien werden zu einem Motiv verdichtet, das die Ausstellungsräume miteinander verbindet und fünf Dekaden ihres gemeinsamen Schaffens bis in die Gegenwart abbildet. Das Begleitprogramm umfasst Filmvorführungen, Performances, Talkshows und Diskussionen mit internationalen Teilnehmer/innen, die die internationale Bedeutung der drei Künstler/innen für die künstlerischen Avantgarden und ihre politischen Implikationen beleuchten.

Kurator: Markus Tiarks
Co-Kurator/innen: Christian Holzfuß, Claudia Lenssen, Alberte Barsacq (FR)
Projektleitung: Cornelia Klauß
Veranstaltungsprogramm/Teilnehmerliste: Ingrid Caven (FR), Mostéfa Djadjam (FR), Ulrich Gregor, Torsten Holzapfel, Peter Pankow, Dominik Bender, Isabelle Huppert (FR), Benno Ifland, Heinz-Norbert Jocks, Monika Keppler u.a.

Termine
18.05.2018 - 12.08.2018 Akademie der Künste, Pariser Platz, Berlin Ausstellung

Weitere Termine:

Galerie Arti et Amicitiae, Amsterdam im Anschluss an die Ausstellung in Berlin