Bild und Raum

Fernando Bryce: Paradoxurus adustus, Kunst/Natur 2016, © Carola Radke, Museum für Naturkunde Berlin

Kunst/Natur

Künstlerische Interventionen im Museum für Naturkunde Berlin

Naturkundemuseen sind seit ihren Anfängen Orte, in denen Künstler/innen intensiv in den Prozess der Naturforschung einbezogen waren. An der Seite reisender Wissenschaftler haben sie die Geschichte des Lebens auf der Erde miterzählt, mitgezeichnet und mitgestaltet. Vor diesem Hintergrund haben die Kulturstiftung des Bundes und das Museum für Naturkunde in Berlin ein gemeinsames Modellprojekt entwickelt, das in den Jahren 2014 bis 2018 internationale Künstlerinnen und Künstler zu Interventionen in eines der renommiertesten Naturkundemuseen Europas einlädt.

Mit künstlerischen Interventionen aus den Bereichen Klangkunst, Bildende Kunst und Literatur soll ein Experimentalraum für die Wechselwirkungen zwischen Kunst, Museumspraxis und Naturforschung abgesteckt werden.

Modellprojekt

In der Kombination von Ausstellungshaus und Forschungszentrum eignet sich das Berliner Naturkundemuseum in hervorragender Weise für dieses Experiment: Es gehört zu den weltweit führenden naturwissenschaftlichen Einrichtungen. Seine Leistungen wurden in der Forschung und Wissenskommunikation 2013 von einer internationalen Evaluierungskommission als „sehr gut“ bis „exzellent“ beurteilt. Die Kulturstiftung des Bundes und das Museum für Naturkunde verstehen ihre Initiative als ein Modellprojekt, das bundesweit und international als Vorbild für Naturkundemuseen dienen soll. In diesem Sinne geht es auch um die Erarbeitung von Kriterien der Übertragbarkeit auf andere naturhistorische Häuser und Sammlungen. 2017 wird gemeinsam mit Naturkundemuseen und verwandten Sammlungen, Künstler/innen und Wissenschaftler/innen eine internationale Konferenz einberufen, die erste Ergebnisse dieser Initiative bilanziert und zur Diskussion stellt.

Bei positiver Auswertung des Modellprojekts plant das Naturkundemuseum im Anschluss an die Förderung durch die Kulturstiftung eine Fortführung des Künstlerprogramms, z.B. mit einem Artist in Residence-Programm, das als überregionales Verbundprojekt mit dem Bonner Museum Koenig und dem Frankfurter Senckenberg Naturmuseum innerhalb der Leibniz-Gemeinschaft umgesetzt und über ein langfristig angelegtes Sponsorenprogramm finanziert werden soll.

Kuratoren

Das Projekt wird kuratiert von Bergit Arends, Kuratorin für zeitgenössische Kunst, Gaby Hartel, Kulturwissenschaftlerin, Kuratorin und Radiospezialistin sowie Cord Riechelmann, Biologe, Philosoph und Publizist. Juan A. Gaitán, Künstlerischer Direktor der 8. Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst, hat das Projekt in den Jahren 2014/2015 als Berater für Bildende Kunst begleitet.

Termine
26.06.2017 - 27.06.2017 Leibniz-Gemeinschaft, Chausseestraße 111, Berlin Konferenz Kunst/Natur

Kunst/Natur
Zeitgenössische Kunst in Naturkundemuseen und naturkundlichen Sammlungen

Internationale Konferenz

„Neue Perspektiven eröffnen“, „Naturkundemuseen bewegen“, „Raum für Poesie in den Naturwissenschaften schaffen“, „ein schwieriges Erbe vermitteln“ – die Ziele und Beweggründe für Kooperationen zwischen zeitgenössischer Kunst und Naturkundemuseen sind so vielfältig wie die Herangehensweisen und Erfahrungen aller Beteiligten, einschließlich der Museumsbesucherinnen und –besucher. 

Die Konferenz stellt Kunstprojekte und Kunstprogramme in Naturkundemuseen und Mehrspartenmuseen mit naturkundlichen Sammlungen vor. Ziel ist es, die gegenseitigen Erwartungen und möglichen Grenzen sowie das Potenzial und den Wert solcher Interaktionen und Interventionen aus kuratorischer, künstlerischer und wissenschaftlicher Sicht zu überprüfen und gemeinsam zu diskutieren.

Download des Konferenzprogramms und weitere Informationen unter: http://kunst.naturkundemuseum-berlin.de

Die Konferenzsprache ist Englisch.

Anmeldung erforderlich unter: kunst@mfn-berlin.de (bis 19. Juni)

Konferenzort: Leibniz-Gemeinschaft, Chausseestraße 111, 10115 Berlin