Bild und Raum

Variétés - Le Surréalisme en 1929, 1929, (known as the Surrealist map of the world), prints, illustrated books, photomechanical reproduction, letterpress

museum global - Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne

Ausstellung und Forschungsprojekt in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen

Im Rahmen des Forschungsprojekts "museum global" richtet die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen den Blick auf andere mögliche Erzählungen der Moderne jenseits des westlichen Kanons. Die zentrale Frage ist hierbei: Wie geht man in einer von Diversität geprägten Gesellschaft mit einer in sich geschlossenen, auf Europa und Nordamerika basierten Sammlung der modernen Kunst um? Welche neuen Perspektiven, Themen und Fragen - auch an die eigene Sammlung - verbinden sich mit der Öffnung des Blicks für die anderen Modernen auf dem südamerikanischen, afrikanischen oder asiatischen Kontinent? Und was bedeutet dies für das Verständnis von Moderne überhaupt?

Die Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen hat sich in den Forschungen und Ausstellungen zur Globalen Kunst auf den Zeitraum 1910 bis 1960 konzentriert. Die westlich orientierte Sammlung der NRW-Landesgalerie tritt in den Dialog mit Kunstwerken aus den Ländern Süd- und Mittelamerikas, Asiens und Afrikas.

 

Ausstellung: Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne

In den Räumen der Sammlung, in denen sonst Kunst aus Europa und den USA zu sehen ist, werden für mehrere Monate Werke des Modernismo aus Brasilien oder der Zaria Art Society aus dem westafrikanischen Nigeria präsentiert. Beispielhaft erzählt wird damit von Künstlerinnen, Künstlern und Künstlergruppen, die in Deutschland bislang wenig Beachtung gefunden haben. Ausgewählte historische Ereignisse oder wegweisende Ausstellungen sind Ausgangspunkte für neun Mikrogeschichten aus Japan, Brasilien, Mexiko, China, Indien, dem Libanon und Nigeria. Die neun Mikrogeschichten der Ausstellung werfen jeweils ein Schlaglicht auf einzelne zentrale Umbruchsituationen in verschiedenen Teilen der Welt.

Für die Öffnung der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen steht auch ein eigens zur Ausstellung eingerichtetes Forum: Als Ort des Austausches und des Kontaktes für alle, als Bühne und Bibliothek wird ein bisheriger großer Ausstellungssaal einen direkten Eingang vom Stadtzentrum aus haben. Ein Programm mit internationalen Künstlerfilmen ergänzt die Mikrogeschichten mit ihren unterschiedlichen Themen aus zeitgenössischer Perspektive.

 

Konferenzen

Eine insgesamt dreijährige Forschungsarbeit ging der Ausstellung voraus. Zwei wissenschaftliche Tagungen in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen haben kritisch den bislang eurozentrischen Blick der Museen hinterfragt und mit Beiträgen von Kunstexperten aus vielen Ländern für eine andere Perspektive auf die Kunstgeschichte sensibilisiert.

 

SYMPOSIUM: Wem gehört das Museum?

SYMPOSIUM
Wem gehört das Museum?
Fragen und Bedingungen musealer Vermittlung im globalen Kontext

18.20.01.2017, Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20 Grabbeplatz

„Wem gehört das Museum?“ – Diese auf den ersten Blick einfache Frage wurde in dem gleichnamigen Symposium vor dem Hintergrund sich wandelnder Gesellschaften neu gestellt und diente als Ausgangpunkt, um über neue Formen der Vermittlung und des (Auf-)Zeigens kultureller Inhalte und Objekte nachzudenken.

Programm-Flyer

Website zum Symposium

 

Team des Forschungsprojekts:

Kathrin Beßen, Janine Blöß, Susanne Gaensheimer, Julia Hagenberg, Doris Krystof, Nóra Lukács, Isabelle Malz, Maria Müller-Schareck, Sarah Schmeller, Peter Schüller, Melanie Vietmeier, Thelma Marimba Williamson

Termine
10.11.2018 - 10.03.2019 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20, Düsseldorf Ausstellung "Mikrogeschichten einer ex-zentrischen Moderne"
18.01.2017 - 20.01.2017 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Symposium "Wem gehört das Museum?"
20.01.2016 - 22.01.2016 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf Konferenz "museum global? Multiple Perspektiven auf Kunst 1904–1950"