Bild und Raum

Daniel Buren "À partir de là" Städtisches Museum Mönchengladbach, Foto: Archiv, Museum Abteiberg

Von da an

Temporäre Wiedereröffnung des Städtischen Museums in Mönchengladbach. Räume, Werke, Vergegenwärtigungen des Antimuseums 1967 – 1978

Im September 1967 eröffnete im Städtischen Museum in Mönchengladbach der neue Direktor Johannes Cladders sein richtungsweisendes Programm mit einer großen Ausstellung zu Joseph Beuys. Dessen Objekte wirkten damals auf viele Besucher unerklärlich bis verstörend – keinesfalls jedoch wie Kunst: Beliebige Dinge und Fundstücke lagen scheinbar wahllos auf dem Boden herum, waren an Wände angelehnt oder in Vitrinen gestapelt. Plötzlich herrschte in den alten Museumsräumen ein neues, völlig verändertes Kunstverständnis. Bis 1978 zeigte Cladders Ausstellungen von später namhaften Künstlern wie Carl Andre oder Hans Hollein, Blinky Palermo oder Gerhard Richter, die heute zu den wichtigsten Protagonisten der jüngeren Kunstgeschichte zählen.

1968 prägte Cladders den Begriff des „Antimuseums“, aus dem sich später dann auch ein bauliches Konzept entwickeln sollte, das 1982 im von Hans Hollein realisierten Neubau des Städtischen Museums Abteiberg seinen Ausdruck fand. Fünfzig Jahre später realisiert das Museum Abteiberg nun eine Ausstellung, die die dortige Geschichte der Jahre 1967 bis 1978 am Originalschauplatz vergegenwärtigt. An historischer Stätte – in den Räumen des alten Museums – werden Originalwerke der seinerzeit ausstellenden Künstlerinnen und Künstler, aber auch Dokumentationen und Rekonstruktionen ihrer damaligen Präsentationen zu sehen sein.

Die Schau soll dem heutigen Publikum die radikal institutionskritischen Konzepte der damaligen Zeit vermitteln, die phänomenologische und strukturalistische Wende der Bildenden Kunst veranschaulichen sowie die daraus resultierende Vision einer neuen Art von Museum vor Augen führen. Inwieweit damalige Ausstellungsszenen und -atmosphären rekonstruierbar sind, hängt nicht zuletzt auch von der Verfügbarkeit seinerzeit ausgestellter Werke ab. Das Projekt besitzt erheblichen Experimentalcharakter, der auf das Interesse der internationalen Fachöffentlichkeit trifft und die breite Öffentlichkeit mit zentralen Fragen zum Selbstverständnis heutiger Kunstmuseen konfrontiert.

Kurator/innen: Susanne Titz mit Susanne Rennert, Olivier Foulon (BE)
Künstler/innen: Joseph Beuys, Carl Andre (US), Hanne Darboven, George Brecht (US), Robert Filliou (FR), Stanley Brouwn (Surinam/NL), Daniel Buren (F), Marcel Broodthaers (BE), Gerhard Richter, Kate Davis (NZ), Olivier Foulon (BE) u.a.

 

Termine
13.09.2017 - 18.02.2018 Altes Museum, Mönchengladbach Ausstellung