Heimo Zobernig. Demonstrationsraum

Szenarien für Kunst und Kommunikation heute – gefördert im Fonds Bauhaus heute

Ausgehend von drei 1925/26 in Dresden entwickelten Raumentwürfen überprüfen die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden aktuelle Raum- und Ausstellungskonzepte und entwickeln Perspektiven für die heutige Museumspraxis. In einem ergebnisoffenen Arbeits- und Rechercheprozess werden Ideen für zukünftige Sammlungspräsentationen und architektonische Lösungen im Albertinum Dresden entwickelt und modellhaft umgesetzt. Der von El Lissitzky geprägte Begriff des „Demonstrationsraums“ bildet dafür den historischen Referenzpunkt, insbesondere mit Blick auf kommunikative Aufgaben heutiger Ausstellungsdisplays.

Der Österreicher Heimo Zobernig agiert auf internationalem Niveau in diesem Themenfeld. Seine subtilen wie subversiven Rauminterventionen und Ausstellungsdisplays sind Bühnen eines gesellschaftlichen Austauschs. Er reflektiert Raumerfahrungen und aktuelle Wahrnehmungsmuster auch in Auseinandersetzung mit den Raumkonzepten des Bauhaus.

Historische Referenzen für Zobernigs Interventionen im Albertinum Dresden bieten: 1. Piet Mondrians Entwurf für einen Salon der Dresdner Kunstsammlerin Ida Bienert aus dem Jahr 1925, 2. Lissitzkys „Demonstrationsraum“ für abstrakte Kunst auf der Internationalen Kunstausstellung Dresden 1926 sowie 3. die Wandgestaltung des Werkmeisters am Bauhaus, Hinnerk Scheper, für die Dresdner Galerie Neue Kunst Fides im Jahr 1926. Diese innovativen Raumentwürfe haben zum Ziel, die Besucher/innen durch Bewegung und Perspektivwechsel zu aktivieren (Lissitzky). Somit haben sie das Potential, für heutige Gestaltungs- und Raumkonzepte neue Denkansätze zu eröffnen.

In Vorbereitung der analogen wie auch digitalen Rekonstruktion gilt es, Aspekte von Rekonstruktionspraktiken kritisch zu diskutieren, um zeitgemäße technische Lösungen und konkrete Präsentationsformen zu entwickeln.

Projektbegleitend sind ein Kolloquium, ein Workshop sowie öffentliche Diskussionen vorgesehen, die wie Zobernigs Interventionen über Dresden hinaus Impulse vermitteln können. Internationale Künstler werden das Projekt „Heimo Zobernig. Demonstrationsraum – Szenarien für Kunst und Kommunikation heute“ um einen Diskurs wie auch weitere künstlerische Positionen im Bereich Display und Präsentation ergänzen.

Künstlerische Leitung: Birgit Dalbajewa
Künstler/innen: Florian Auer, Nairy Baghramian, Céline Condorelli (GB), James Langdon, Rita McBride, Amalia Pica, Gavin Wade, Heimo Zobernig (AT) u.a.

Termine
15.03.2019 - 28.07.2019 Albertinum, Dresden Ausstellung