Erbe und Vermittlung

Staatliche Museen zu Berlin, Bode-Museum, 2014 / Anika Büssemeier

Museen verändern

Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen

Die Kulturstiftung des Bundes und die Staatlichen Museen zu Berlin starten gemeinsam die "Initiative zur Stärkung der Vermittlungsarbeit in Museen". Mit einem Vermittlungslabor am Bode-Museum in Berlin und einem bundesweit wirksamen Volontärsprogramm an achtzehn weiteren Einrichtungen soll gezeigt werden, was Vermittlungsarbeit an Museen auszeichnet und was sie bewirken kann. Die zweiteilige Initiative soll Veränderungsprozesse in den Museen selbst anstoßen, die geeignet sind, insbesondere junge Menschen anzusprechen.

Vermittlungslabor Bode-Museum

Zunächst wird im Bode-Museum der Staatlichen Museen zu Berlin modellhaft ein "Vermittlungslabor" eingerichtet, das über mehrere Jahre mit neun ausgewählten Berliner Schulen zusammenarbeiten wird. Das Bode-Museum ist aufgrund seiner kunsthistorisch außerordentlich bedeutsamen Sammlung ein international renommierter Ort, der einem jüngeren Publikum allerdings wenig vertraut und sehr voraussetzungsvoll scheint. In Anbetracht dessen sollen Aufgaben der Vermittlung im Bode-Museum künftig in alle Arbeitsabläufe wirksam integriert werden – von der Pforte über die Kurator/innen bis zum Direktorium. Die Erfahrungen und Ergebnisse aus diesem bis 2020 laufenden Modellprojekt am Bode-Museum sollen in Gestalt von Prototypen übertragbar aufbereitet werden und später allen Museen und Vermittler/innen in Deutschland zur Verfügung stehen. Bis Juni 2016 konnten sich Schulen bewerben, um zu festen Partnerschulen das Labors zu werden.

Wissenschaftliche Volontariate im Bereich Vermittlung

Als zweites Modul der Initiative fördert die Kulturstiftung des Bundes achtzehn wissenschaftliche Volontariate im Bereich Vermittlung. Die Volontäre arbeiten an der Entwicklung der Prototypen im Labor mit und können einzelne Formate in ihre Museen übertragen, wofür das Programm ein eigenes Produktionsbudget stellt. Für die Volontär/innen wird zudem ein umfassendes Weiterbildungsprogramm entwickelt.

Für das Volontärsprogramm konnten sich bis Ende September Museen mit Sammlungsschwerpunkt Kunst deutschlandweit bewerben, die der Vermittlungsarbeit in ihrem Haus langfristig einen höheren Stellenwert einräumen wollen und eine Stelle für ein wissenschaftliches Volontariat im Bereich Vermittlung einrichten. Im Zusammenwirken beider Module sollte sich modellhaft eine zukunftsfähige Vermittlungsarbeit in Museen abzeichnen.

Über die Auswahl der Museen entscheidet eine unabhängige Fachjury.

Die Jury


Prof. Dr. Eckart Köhne, Präsident des Deutschen Museumsbundes e.V.

Dr. Hermann Arnhold, Direktor des LWL-Museum für Kunst und Kultur

Claudia Ehgartner, Leiterin Kunstvermittlung, mumok Museum moderner Kunst, Stiftung Ludwig Wien

 

Begleitveranstaltungen

Ziel der Initiative ist es zudem, den fachlichen Austausch über aktuelle, auch internationale neue Ansätze, Theorien und Perspektiven der Vermittlungsarbeit an Museen zu befördern. Museumsdirektor/innen, Vermittler/innen sowie Schulvertreter/innen, Künstler/innen und Studierende werden daher zu öffentlichen Veranstaltungen und Weiterbildungen im Vermittlungslabor eingeladen. Eine enge Zusammenarbeit mit Hochschulen wird angestrebt.


Die Initiative wird in Kooperation mit den Staatlichen Museen zu Berlin durchgeführt. Kooperationspartner des bundesweiten Volontärsprogramms sind der Deutsche Museumsbund e.V. und die Bundesakademie für Kulturelle Bildung in Wolfenbüttel. 

Die Kulturstiftung des Bundes fördert die Initiative in den Jahren 2016 bis 2020 mit insgesamt 5,6 Mio. Euro.