Screenshot der Website zur transmediale 2016

transmediale 2016 – Conversation Piece

Festival für Kunst und digitale Kultur

die transmediale ist eines der größten Festivals für Kunst und digitale Kultur in Deutschland und findet seit fast 30 Jahren jährlich in Berlin statt. Sie gehört zu den kulturellen Spitzeneinrichtungen, die die Kulturstiftung des Bundes langfristig fördert.

Unter dem Motto „Conversation Piece“ wurde das Haus der Kulturen der Welt in Berlin zu einer Plattform für intensiven Austausch. Inspiriert vom Genre des „Conversation Piece“ in der Malerei suchte die transmediale im Februar 2016 nach dem Stoff, der zum Austausch von Ideen anregt.
 

Programm

Das Festival wollte ganz unterschiedliche Aspekte des Lebens im digitalen Kapitalismus dialogisch hinterfragen und anhand von vier thematischen Strängen nach Aktivitäten und Verhaltensweisen forschen, die heute Voraussetzung für kulturelle Produktion und Teilhabe sind:
 
Anxious to Act
Von Tahrir nach Taksim, von Occupy zu den Indignados, von den Twitter- und Facebook-Revolutionen bis hin zum Blackberry-Aufstand: Der Anxious to Act-Stream thematisierte vor diesem Hintergrund die neuen Herausforderungen für Handeln und Aktivismus. Ausgehend von der Komplexität der Konzepte von Intervention und Widerstand im Kontext gigantischer, vernetzter Systeme, diskutierte dieser Stream die Widersprüche eines sich ständig weiterentwickelnden Medienaktivismus.
 
Anxious to Make
Maker-Kultur gehört inzwischen zum Mainstream. Fablabs, Rapid Prototyping und Open-Learning-Formate sind heute zentrale Inhalte der Hochschulbildung, von Kulturprogrammen und sozialen Unternehmen. Kollaboratives Arbeiten und Anpassungsfähigkeit werden als essenzielle Skills in Bildungsarbeit, Schenk- und Share-Ökonomien gefördert. Dieser Stream beschäftigte sich mit historischen Positionen, zeitgenössischen Arbeitsformen, neuen industriellen Umbrüchen, politischen Veränderungen und institutioneller Offenheit. Ziel war es, eine breitere Wertschätzung zeitgenössischer Maker-Praktiken, ihrer Grenzen, Potenziale und Kulturen zu erreichen.
 
Anxious to Share
Dieser Stream widmete sich unseren kollektiven Ängsten angesichts der unerwarteten Folgen der sogenannten Sharing-Ökonomie: Der unbedingte Wille zu teilen und Zugänge zu "demokratisieren”, hat Plattformen und Unternehmen wie AirBnB, Uber und Facebook zu Systemen aufsteigen lassen, die weltweit operieren. In einem bisher unbekannten Maß können sie universelle gesellschaftliche Narrative und Infrastrukturen umgestalten und neu organisieren. Dieser Stream versuchte, die Mechanismen dahinter sichtbar zu machen und zu diskutieren, wie über Design oder zeitgenössische Formen von (Staats-)Bürgerschaft ein Gefühl der Ermächtigung erreicht werden kann.
 
Anxious to Secure
Wachsende Unsicherheit und Prekarisierung sind Entwicklungen, die wir in unserer Lebenswelt immer stärker als Normalzustand akzeptieren. Das Verlangen nach Sicherheit und die daraus folgenden Kontrollmechanismen sind beispiellos in der Geschichte der Menschheit. Dieser Stream nahm auf Mikro- und Makroebene Sicherheitskulturen in den Blick, die als Reaktion auf individuelle wie kollektive Ängste entstanden. Die Veranstaltungen thematisierten alternative Sicherheitsmodelle und Praktiken des Widerstands wie Whistleblowing. Der Stream fragte auch nach einer neuen Ethik der Sicherheit, die im Kontext der Digitalisierung formuliert werden müsste.

Die transmediale ist ein Projekt der Kulturprojekte Berlin GmbH in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt. Die Kulturstiftung des Bundes fördert die transmediale als kulturelle Spitzeneinrichtung.

Künstlerische Leitung: Kristoffer Gansing
Kuratoren: Oliver Lerone Schultz (Anxious to Act), Teresa Dillon (Anxious to Make), Ben Vickers (Anxious to Share), Theresa Züger (Anxious to Secure) und Florian Wüst (Film- und Videoprogramm), Daphne Dragona (Co-Curricular-Programm).
Künstler/innen und Mitwirkende: James Bridle, Keller Easterling, Femke Herregraven, Geoffroy de Lagasnerie, Nicolas Maigret, Alona Rodeh, Harel Schreiber aka Mule Driver, Troy Conrad Therrien, Vermeir & Heiremans, Eyal Weizman u.a.

Termine
03.02.2016 - 07.02.2016 Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin Festival für Kunst und digitale Kultur