Film und Neue Medien

transmediale 2018 face value, Entwurf: The Laboratory of Manuel Bürger

transmediale 2018 – face value

Festival für Kunst und digitale Kultur

Vom VideoFilmFest zu einem der weltweit wichtigsten Festivals für Kunst und digitale Kultur: Die transmediale gehört zu den kulturellen Spitzeneinrichtungen in Deutschland, die die Kulturstiftung des Bundes langfristig fördert. Die transmediale 2018 untersucht die politischen, ökonomischen und kulturellen Gräben unserer Gegenwart und hinterfragt die Werte unserer digitalen Kultur.

Taking Things at Face Value

Face value bedeutet „Nennbetrag” oder „Nominalwert” und bezeichnet den auf der Vorderseite eines Zahlungsmittels oder Dokuments angegebenen Betrag, zum Beispiel einer Münze, Briefmarke oder Anleihe. Mit ihrer kommenden Festivalausgabe möchte die transmediale die Tendenz diskutieren, Dinge für bare Münze zu nehmen (taking things at face value). Eine Tendenz, die gerade im Kontext populistischer Kommunikationspraxen und algorithmisch gelenkter Kommunikation problematisch wird.

 

Facing Values

Wie können Künstler/innen, Kulturschaffende und Theoretiker/innen ihre eigenen Wertesysteme reflektieren – facing values? Dieser zweiten Grundfrage widmet sich das Festival mit einer Vielzahl von kuratorischen Ansätzen und Formaten des Wissensaustauschs. Vor dem Hintergrund, dass die (post)digitale Kultur heute Hass schürenden und rassistischen Aussagen eher einen fruchtbaren Nährboden zu bieten scheint als emanzipatorische Alternativen hervorzubringen, behandelt das Festival Themen wie race, class und gender, die bei Veranstaltungen zu digitaler Kultur sonst kaum diskutiert werden. Gemeinsam loten die Teilnehmer/innen Möglichkeiten aus, sich der Entwicklung eines digitalen Populismus zu widersetzen.

 

Programm

Unter den Teilnehmer/innen der transmediale 2018 ist das Demystification Committee, die ihr Projekt Offshore Investigation Vehicle vorstellen. Es basiert auf fortlaufenden Untersuchungen zu Offshore-Praxen und stellt den Versuch dar, mögliche Interventionsinstrumente zu bestimmen, um in diese Finanzsysteme einzugreifen.

Ebenfalls eingeladen ist das Kollektiv CAMP (Shaina Anand und Ashok Sukumaran) mit ihrem Projekt Gulf to Gulf to Gulf / The Wharfage, das den Handel zwischen der Bucht von Sharjah und verschiedenen somalischen Häfen nachzeichnet.

Eine der Keynote-Speaker/innen ist Lisa Nakamura, Professorin an der University of Michigan. Ihr besonderes Interesse gilt Formen sozialer Ungleichheit, die sich in der digitalen Welt manifestieren.

Die transmediale ist ein Projekt der Kulturprojekte Berlin GmbH in Zusammenarbeit mit dem Haus der Kulturen der Welt. Die Kulturstiftung des Bundes fördert die transmediale als kulturelle Spitzeneinrichtung.

Künstlerische Leitung: Kristoffer Gansing
Kuratoren: Daphne Dragona (Konferenz), Inga Seidler (Ausstellungsprogramm) Florian Wüst (Film- und Video)

Künstler/innen und Teilnehmer/innen: Demystification Committee (Oliver Smith und Francesco Tacchini), CAMP (Shaina Anand und Ashok Sukumaran), Lisa Nakamura u.v.a.

Termine
31.01.2018 - 04.02.2018 Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin Festival