Radio Zukunft: Festival für Audiokunst, Copyright: Fernkopie (Ausschnitt)

Radio Zukunft. Tage der Audiokunst

Ein Festival der Akademie der Künste und der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit der Hans-Flesch-Gesellschaft

100 Jahre nach den ersten Feldfunk-Versuchen und 90 Jahre nach dem ersten Hörspiel im Äther beschäftigte sich das Festival Radio Zukunft im Zeitalter der flächendeckenden Breitband-Verkabelung mit der Zukunft des akustischen Erzählens.

Vier Tage Radio Zukunft waren ein Innehalten im Sog des beschleunigten Medienwandels, eine Bestandsaufnahme des Umbruchs, in dem sich die akustischen Erzählformen befinden. Sie waren ein Forum für die Demonstration neuester Technik und Produktion, sie waren wissenschaftliches Symposium und Künstlerwerkstatt, mit Live-Performances und Audio-Lounge. Eingeladen waren Künstler, Theoretiker, Techniker, Autoren, Komponisten, Produzenten, Kulturwissenschaftler, Verlagslektoren und Philosophen. Sie formulierten ihr Bild vom Radio der Zukunft: "My Vision of Radio".

Den Auftakt bildete am 7. März ein Kulturpolitisches Forum zur Situation der auditiven Kunstformen Hörspiel, Feature und ars acustica. Wie kann die Kunst des Radios als eine ursprünglich nicht-kommerzielle Kunst heute angesichts der neuen Verwertungsformate der Medienindustrie überleben? Wie sieht ein Kulturradio der Zukunft aus und wie steht es um das kulturelle Erbe von acht Jahrzehnten Rundfunkgeschichte? Experten der nationalen und internationalen Medienlandschaft haben den politischen, ökonomischen und gesellschaftlichen Kontext definiert, in dem sich die Audiokunst aktuell bewegt und die Konfliktlinien des digitalen Wandels herausgearbeitet.

Die folgenden beiden Tage widmeten sich den Umbauprozessen, denen die Produzenten und Rezipienten unterliegen. Wie reagieren Künstler, Regisseure, Autoren und Komponisten auf die neuesten Techniken und Erzählformate: von der Smartphone-App über SoundCloud, die trimediale Stoffentwicklung bis hin zur Mehrkanaltechnik und Wellenfeldsynthese. Welche neuen akustischen Erzählweisen entstehen? Das Hören ereignet sich in völlig neuen Zusammenhängen. Welche Auswirkungen hat die globale Medientransformation auf die menschliche Wahrnehmung?

Der letzte Tag fokussierte unter dem Titel Schnittmuster der Wirklichkeit auf die Technik der Weltwahrnehmung in der Wissenschaft und den Künsten und wurde von der Hans-Flesch-Gesellschaft kuratiert und organisiert.

Im Abendprogramm stellten die Reihen Nostalghia und Sound Stage herausragende Produktionen der Vergangenheit und Gegenwart vor und boten dem Publikum ausreichend Gelegenheit zum reinen Hören. Konzerte, Live-Acts und Performances gaben Künstlern der akustischen Kunst eine Bühne.

In der Hörtheke standen durchgängig große Produktionen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks zum Hören bereit. Ein Best-of des deutschen, schweizerischen und österreichischen Rundfunks mit Stücken von Ror Wolf, Heiner Müller, Dylan Thomas, Eran Schaerf, Philippe Soupault, George Tabori, Wajdi Mouawad, David Zane Mairowitz, Liquid Pinguin Ensemble, Urs Widmer, Eberhard Petschinka, James Joyce, Paul Plamper und SheShePop und vielen anderen mehr.

Künstlerische Leitung: Oliver Sturm mit Mareike Maage
Künstler/innen: Atelier de Création Sonore Radiophonique (Belgien), Hermann Bohlen, Alessandro Bosetti (Italien), Arturas Bumšteinas (Litauen), Mila Burghardt, Dietmar Dath, Joe Davis (USA), Friendly Fire, Rafael Jové, Schorsch Kamerun, Karl-Nikolaus Peifer, Nathalie Singer und Robert Wilson (USA)

Eine Veranstaltung der Akademie der Künste und der Kulturstiftung des Bundes in Kooperation mit der Hans-Flesch-Gesellschaft e.V. – Forum für akustische Kunst, unterstützt von der Gesellschaft zur Verwertung von Leistungsschutzrechten (GVL).



Medienpartner waren Deutschlandradio Kultur und De:Bug.

Termine
07.03.2013 - 10.03.2013 Akademie der Künste, Berlin, Hanseatenweg Festival