Rithaa – Ein Jenseitsreigen II

Arabische Klagegesänge und Trauerrituale mit Kamilya Jubran und dem ensemble dialogue. Ein Kompositionsauftrag des Gare du Nord Basel

Für Rithaa - Ein Jenseitsreigen, ein musiktheatralisches Werk über arabische Klagegesänge und Trauerrituale aus Ägypten, arbeitete die Schweizer Komponistin Mela Meierhans eng mit der Sängerin und Oud-Spielerin Kamilya Jubran zusammen. Es bildete den zweiten Teil einer "Jenseitstrilogie", die sich mit den Totenritualen der drei monotheistischen Weltreligionen beschäftigte. In der gemeinsamen Produktion der Berliner Festspiele / MaerzMusik und dem Gare du Nord, Bahnhof für Neue Musik Basel trafen zwei ganz unterschiedliche Musikkulturen aufeinander: die arabische Volksmusik und die zeitgenössische europäische Musik. Rithaa - Ein Jenseitsreigen gliederte sich in fünf musikalische Bilder: Tod, Aufbahrung, Totenrasten, Grab und Gedenken.
Da es noch immer häufig Sache der Frauen ist, Tote zu beklagen, stand im Zentrum von „Rithaa“ die Frauenstimme, genau genommen drei Sängerinnen: Kamilya Jubran, die Berliner Mezzo-Sopranistin Leslie Leon sowie Nawal Noah, eine ägyptische Klagefrau, die nicht auf der Bühne präsent war, sondern in einer Filmprojektion. Basierend auf Texten zeitgenössischer arabischer Dichter, der legendären vorislamischen Poetin Al-Khansa sowie der amerikanischen Philosophin Judith Butler rezitierten und sangen die drei Frauen auf Arabisch, Deutsch und Englisch. Musikalisch wurden sie unterstützt vom ensemble dialogue. Das ensemble dialogue besteht aus klassischen Musiker/innen, die sowohl in der Improvisation zu Hause sind als auch Instrumente aus der Schweizer Volksmusik spielen. Aus der Gegenüberstellung von Überliefertem und Gegenwärtigem entwickelte das Stück Fragen nach der Aktualität von Traditionen und Ritualen im Umgang mit dem Tod.

Künstlerische Leitung/ Komposition: Mela Meierhans
Stimme / Oud: Kamilya Jubran
Licht- und Bühnenbild: Martin Müller (CH); Choreografie: Charlotte Frisch; Visual Arts: Thea van Woland (F); Film: Sandra Gysi und Ahmed Abdel Mohsen (Assuan, E); Projektleitung: Johanna Schweizer und Ursula Freiburghaus;

ensemble dialogue und Gäste: Kamilya Jubran (Gesang/Oud), Leslie Leon (Mezzosopran), Anna Spina (Viola), Claudia Eigenmann (Violoncello), Cristin Wildbolz (Kontrabass), Françoise Rivalland (Perkussion/Santur), Meinrad Haller (Klarinetten), Diane Eaton (Horn/Alphorn), Anita Kuster (Posaune/Alphorn), Mela Meierhans (Leitung).

Eine Koproduktion von Gare du Nord/Bahnhof für Neue Musik Basel und Berliner Festspiele/Festival MaerzMusik, in Zusammenarbeit mit Pro Helvetia Kairo. 

Termine
28.03.2010 MaerzMusik - Festival für aktuelle Musik, Haus der Kulturen der Welt, John-Foster-Dulles-Allee 10, Berlin Uraufführung