Inhalt
Requiem für Auschwitz
Chor- und Orchesterwerk des niederländischen Sinto-Komponisten Roger ‚Moreno‘ Rathgeb
Mit dem Requiem für Auschwitz wird an die Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere an die Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma erinnert. Im Zentrum des Requiems für Auschwitz steht das Chor- und Orchesterwerk des niederländischen Sinto-Komponisten Roger ‚Moreno‘ Rathgeb. Die internationalen Roma und Sinti Philharmoniker Frankfurt unter Leitung von Riccardo M. Sahiti werden das Requiem nach der Premiere in Amsterdam am 3. Mai 2012 in mehreren europäischen Städten aufführen, in Bukarest, Prag, Budapest und Krakau. In Deutschland soll das Konzert in der Alten Oper in Frankfurt/Main am 24. Oktober 2012 stattfinden. Die Chöre und Solo-Sängerinnen und -sänger stammen aus den Ländern, in denen das Requiem zur Aufführung gelangt. In den Niederlanden ist es der Amsterdamer Studentenchor, in Polen der Polnische Rundfunkchor, in Rumänien der Opernchor der Nationaloper Bukarest, in der Tschechischen Republik der Prager Philharmonische Chor, in Ungarn der Honvéd-Männerchor und in Deutschland der Chor des Frankfurter Opernhauses.
Mit der Einladung des niederländischen Sinto und Überlebenden der NS-Verfolgung Zoni Weisz als Redner zum Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus im Januar 2011 hat der Deutsche Bundestag kürzlich ein Zeichen gesetzt: Die Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma hat bisher in der deutschen Öffentlichkeit noch zu wenig Aufmerksamkeit erfahren.
Das Requiem für Auschwitz soll zusammen mit einem Rahmenprogramm ein wirkungsvolles Zeichen gegen den „vergessenen Holocaust der Sinti und Roma“ (Zoni Weisz) setzen und zum anderen auf die bis heute fortwährende Diskriminierung der Sinti und Roma in zahlreichen europäischen Staaten hinweisen. Die Förderung der Kulturstiftung des Bundes in Höhe von 252.000 Euro sichert hauptsächlich den musikalischen Teil des Projekts, insbesondere die Aufführung in Deutschland und anteilig die europäische Tournee. Weitere Mittel fließen aus dem Kulturprogramm der Europäischen Kommission sowie der International Task Force Holocaust (ITF).
Die organisatorische Verantwortung für das Projekt liegt beim International Gipsy Festival Tilburg. Der künstlerische Leiter des Festival, Albert Siebelink, ist – ebenso wie Zoni Weisz – Mitglied im Organisationskomitee des Projekts. Ergänzend zum musikalischen Programm organisiert das International Gipsy Festival Tilburg ein umfangreiches Rahmenprogramm, das mit Ausstellungen, Filmprogrammen, Jugend-Workshops und Konferenzen an den verschiedenen europäischen Orten der Orchestertournee auf die Geschichte des Genozids an den Sinti und Roma sowie auf aktuelle Tendenzen des Antiziganismus in Europa eingehen wird. Die Kosten für das Rahmenprogramm tragen unter anderem die Soros Foundation, die International Task Force Holocaust, der Europarat, der Prins Bernhard Cultuurfonds sowie das Kulturprogramm der Europäischen Kommission.
Sparten:
Kontakt:
International Gipsy Festival
Stichting Alfa
Telefoonstraat 14
5038 DM Tilburg
Niederlande
Tel: +31 13 - 58 01 42 4
info@gypsyfestival.nl
www.gipsyfestival.nl
Weiterführende Informationen
Auf seiner Sitzung am 12. Dezember 2011 bewilligte der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz von Staatsminister Bernd Neumann Fördermittel im Gesamtumfang von 15,3 Mio. Euro. Unter anderem für das Projekt Requiem für Auschwitz.