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Wolfgang Thierse
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Wolfgang Thierse wurde am 22.10.1943 in Breslau geboren. Nach dem Abitur absolvierte er eine Lehre und arbeitete als Schriftsetzer in Weimar. Danach schlug er eine akademische Laufbahn ein. Er studierte Kulturwissenschaft und Germanistik an der Humboldt-Universität zu Berlin und war dort von 1968 bis 1975 als wissenschaftlicher Assistent im Bereich Kulturtheorie/Ästhetik tätig. Danach war er für ein Jahr Mitarbeiter im Ministerium für Kultur der DDR, bevor er 1977 wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zentralinstitut für Literaturgeschichte der Akademie der Wissenschaften der DDR wurde. Mit seinem Eintritt in die neugegründete SPD der DDR im Januar 1990 nahm sein beruflicher Werdegang eine radikale Wende. Bereits im Juni 1990 wurde er zum Vorsitzenden der SPD der DDR gewählt, im September desselben Jahres zum stellvertretenden Parteivorsitzenden und kurz darauf zum Fraktionsvorsitzenden. Seit dem 3. Oktober 1990 ist er Mitglied des Deutschen Bundestages, bis 1998 war er stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion. Am 26. Oktober 1998 wurde er zum Präsidenten des Deutschen Bundestages ernannt. Nach der Wahl 2005 setzte er seine Arbeit im Parlamentspräsidium als Vize-Präsident fort. Die politische Arbeit von Wolfgang Thierse wird durch eine Vielzahl von Vorsitzen im kulturpolitischen Bereich gekrönt, die er z. B. in der Grundwerte-Kommission beim SPD-Vorstand, im Kulturforum der Sozialdemokratie, im Kuratorium der Willy-Brandt-Stiftung und im Kuratorium der Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden inne hat.