12.07.2010 - Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes

Tanzkongress wird kultureller Leuchtturm - Die Kulturstiftung des Bundes investiert in große Tanzprojekte


Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes

Auf seiner heutigen Sitzung beschloss der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz von Staatsminister Bernd Neumann drei Maßnahmen zur Förderung des Tanzes in Deutschland.

Der von der Kulturstiftung des Bundes bereits zweimal ausgerichtete internationale Tanzkongress wird ab 2013 als kultureller Leuchtturm gefördert. Der Tanzkongress soll künftig regelmäßig alle drei Jahre an wechselnden Orten in Deutschland stattfinden und erhält pro Ausgabe bis zu 800.000 Euro. Die Veranstaltung hat sich in den vergangenen Jahren als publikumswirksames Festival, internationale Leistungsschau, interdisziplinäre Forschungsstätte, als Ideenwettbewerb und Koproduktionsmarkt bewährt.

Bisher war die Sparte Tanz unter den kulturellen Leuchttürmen, denen eine mehrjährige Planungssicherheit gewährt wird, noch nicht vertreten. Zu ihnen gehören seit 2004 die documenta, das Berliner Theatertreffen, die Berlin Biennale, die Donaueschinger Musiktage, das Ensemble Modern und die Transmediale.

Während mit dem Tanzkongress als kulturellem Leuchtturm die Tanzförderung konsolidiert werden soll, zielen zwei neue Fonds zum einen auf die Vertiefung der kulturellen Bildung im Tanz und zum anderen auf die Erschließung seines kulturellen Erbes:
- Der mit 2,5 Mio. Euro ausgestattete Fonds „Tanzpartner“ will dreijährige Partnerschaften zwischen Schulen und künstlerischen Institutionen (Tanzcompagnien, choreografische Zentren, Theater) anbahnen, um das Verständnis für den zeitgenössischen Tanz bei Kindern und Jugendlichen zu fördern. Sie sollen mit erstklassigen Tänzern und Choreografen arbeiten können, jährlich eine Produktion gemeinsam erarbeiten und zur Aufführung bringen. Gefördert werden bundesweit zwölf bis fünfzehn Tanzpartnerschaften in den Jahren 2011 bis 2014.
- Der Fonds „Tanzerbe“ soll den Akteuren der Tanzszene die Aufarbeitung der Geschichte des modernen Tanzes und eine Repertoirebildung durch Neu-Einstudierungen, Bearbeitungen oder Rekonstruktionen historischer Werke ermöglichen. Er fördert Projekte, in denen Compagnien sowie freischaffende Choreografen und Tänzer sich mit dem kulturellen Erbe des 20. Jahrhunderts auseinandersetzen. Dafür stellt die Kulturstiftung des Bundes bis 2014 insgesamt 2,5 Mio. Euro zur Verfügung.

Außerdem bot die heutige Stiftungsratssitzung eine willkommene Gelegenheit für den ersten Spatenstich für den Neubau der Kulturstiftung des Bundes auf dem Gelände der Franckeschen Stiftungen in Halle. Der Beauftragte für Kultur und Medien, Staatsminister Bernd Neumann, der Parlamentarische Staatssekretär Jan Mücke vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, Staatssekretär Dr. Valentin Gramlich für das Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt und die Oberbürgermeisterin der Stadt Halle, Dagmar Szabados, setzten den ersten Spatenstich für das neue Gebäude, das die Kulturstiftung zum Jahreswechsel 2011/12 beziehen wird. Staatssekretär Mücke überreichte dem Vorstand der Kulturstiftung des Bundes einen Scheck über 3,5 Mio. Euro für die Baufinanzierung.

Auf Empfehlung der Jury erhielten 25 Projekte aller Sparten eine Förderzusage im Rahmen der antragsgebundenen Projektförderung. Das Gesamtfördervolumen beträgt 2.786.000 Euro. Zu den geförderten Projekten gehören:

die Ausstellung der Kunsthalle Emden Zwischen Film und Kunst mit Storyboards von Hitchcock bis Spielberg und eine Ausstellung zu den Bildwelten des Geistes in Kunst und Wissenschaft im Dresdner Hygiene-Museum. Das Museum für moderne Kunst in Frankfurt/Main zeigt Mode und Fotografie in den 1990 Jahren, das KW Institute for Contemporary Art eine umfassende Werkschau Christoph Schlingensief. Die Münchner Pinakothek der Moderne präsentiert die audio-visuelle, performative Installation Escalier du Chant mit dem Künstler Olaf Nicolai. In den Uferhallen Berlin präsentiert die Ausstellung Zur Nachahmung empfohlen Antworten der Kunst auf globale Herausforderungen wie den Klimawandel, die Endlichkeit der Energiereserven und das Schwinden der Biodiversität. Gefördert werden auch das 1. Literaturfest in München und das Festival TonLagen mit zeitgenössischer Musik des Europäischen Zentrums der Künste in Hellerau sowie die Ernst Jandl-Show des Literaturhauses Berlin aus Anlass des 10. Todestages des Dichters. 100 Jahre Oscar Sala feiert das Deutsche Museum München, und die Akademie der Künste in Berlin würdigt in sechs Aufführungen das Werk des 2009 verstorbenen Choreografen Merce Cunningham. Das Literaturbüro Freiburg beschäftigt sich in seinem internationalen Symposium Schreibwaren! mit der Zukunft des Buches. Das Theaterfestival Simple Life versammelt internationale Tanz- und Theaterproduktionen, in deren Mittelpunkt Menschen stehen, die ihr Leben an der Peripherie der Gesellschaft führen. Die neue deutsche Jazzszene gibt im Rahmen der Jazzwerkstatt Around the World Konzerte in Berlin, Rom und New York.

Weitere Informationen sowie Fotomaterial vom Spatenstich finden Sie auf der Website der Kulturstiftung des Bundes www.kulturstiftung-bund.de/neubau.

Kontakt

Friederike Tappe-Hornbostel

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