14.12.2011 - Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes

Ein Labor fürs Humboldt-Forum- Die Kulturstiftung des Bundes fördert „Probebühne“ für das Humboldt-Forum mit 4,125 Mio. Euro


Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes

Auf seiner Sitzung am 12.12.2011 bewilligte der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz von Staatsminister Bernd Neumann Fördermittel im Gesamtumfang von 15,3 Mio. Euro:

Das Humboldt Labor Dahlem soll im Vorgriff auf das künftige Humboldt-Forum ein Zukunftsprogramm für ethnologische Sammlungen entwickeln. Dabei geht es in den Dahlemer Museen um die Erprobung dessen, was künftig das Humboldt-Forum als internationaler Ort des Umgangs mit dem Anderen und dem Fremden leisten könnte. Das Humboldt Labor Dahlem soll aber auch eine über Berlin hinaus wirkende internationale Debatte unter Fachleuten über neue Inszenierungen von Themen und innovative Präsentationsformen von Objekten anstoßen. Einen Schwerpunkt des Humboldt Labors werden sog. „Taschen“-Ausstellungen mit Objekten aus den Dahlemer Sammlungen bilden. Künstlerinnen und Künstler werden in die Gestaltungsprozesse einbezogen, um künstlerische Impulse für neuartige Visualisierungsformen fruchtbar zu machen. Erste Ergebnisse sollen im Herbst 2012 der Öffentlichkeit präsentiert werden.
Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Humboldt Labor Dahlem von 2012 bis 2015 mit insgesamt 4,125 Mio. Euro.
 

Die Förderungen von Theatertreffen und Berlin Biennale werden bis 2014verlängert. Seit 2004 fördert die Kulturstiftung des Bundes sog. „kulturelle Leuchttürme“ von bundesweiter Bedeutung und internationaler Strahlkraft.
• Die Berlin Biennale für zeitgenössische Kunst hat sich seit ihrer Gründung 1998 zu einer der bedeutendsten Veranstaltungen für zeitgenössische Kunst in Deutschland entwickelt.
Für die Berlin Biennale im Jahr 2014 stellt die Kulturstiftung des Bundes 2,5 Mio. Euro zur Verfügung.
• Die Berliner Festspiele präsentieren mit dem Theatertreffen eine alljährliche Premiumauslese der Theaterbühnen im deutschsprachigen Raum. Eine Einladung zum Theatertreffen in Berlin kommt in der deutschsprachigen Theaterszene einer Nominierung für den „Oscar“ in der Filmbranche gleich.
Für das Berliner Theatertreffen stellt die Kulturstiftung des Bundes in den Jahren 2013 und 2014 jährlich 1,5 Mio. Euro zur Verfügung.
 

Das Requiem für Auschwitz erinnert an die Opfer des Nationalsozialismus, insbesondere an die Verfolgung und Vernichtung der Sinti und Roma. Im Zentrum des Requiems steht das Chor- und Orchesterwerk des niederländischen Sinto-Komponisten Roger ‚Moreno‘ Rathgeb. Die internationalen Roma und Sinti Philharmoniker Frankfurt unter Leitung von Riccardo M. Sahiti werden das Requiem nach der Premiere in Amsterdam am 3. Mai 2012 in mehreren europäischen Städten aufführen: in Bukarest, Prag, Budapest und Krakau. In Deutschland soll das Konzert in der Alten Oper in Frankfurt/Main am 24. Oktober 2012 stattfinden. Das Requiem für Auschwitz soll zusammen mit einem Rahmenprogramm ein wirkungsvolles Zeichen gegen den „vergessenen Holocaust der Sinti und Roma“ (Zoni Weisz) setzen und zum anderen auf die bis heute fortwährende Diskriminierung der Sinti und Roma in zahlreichen europäischen Staaten hinweisen.
Die Kulturstiftung des Bundes fördert das Requiem für Auschwitz mit 252.000 Euro.
 

Die interdisziplinäre Fachjury für die antragsgebundene Projektförderung sprach sich auf ihrer letzten Sitzung für die Förderung von 38 Projekten mit einem Gesamtfördervolumen von 5,43 Mio. Euro aus.

Zu den geförderten Projekten gehören unter anderem die Ausstellung Lebensmittel mit Bildern des Berliner Fotografen Michael Schmidt im Leverkusener Museum Morsbroich und im Martin-Gropius-Bau Berlin. In den Deichtorhallen Hamburg wird die Ausstellung Horizon Field Hamburg mit Arbeiten von Antony Gomley gefördert. Das Museum Ludwig in Köln widmet der US-Künstlerin Yvonne Rainer die Ausstellung Yvonne Rainer – Raum, Körper, Sprache und ergänzt diese mit einem umfangreichen Rahmenprogramm. Das Kunstmuseum Stuttgart beschäftigt sich in Rasterfahndung – das Raster in der Kunst nach 1945 mit der Entwicklung des Rasters als emblematischem Motiv in der zeitgenössischen Kunst. Das Zentralmagazin Naturwissenschaftlicher Sammlungen der Martin-Luther-Universität in Halle an der Saale entwickelt das elektromechanische Klangkunstwerk Cicadas (Zikaden), das die Zufälligkeit und Unvorhersehbarkeit von evolutiven Prozessen künstlerisch veranschaulicht und einen Einblick in Planungen für das zukünftige Museum gibt. Das Museum für Photographie Braunschweig bereitet die Schau Kairo. Open City – on the Use of Images during the Arab Spring vor und fragt unter anderem, welche Rolle Bilder in der Repräsentation des Arabischen Frühlings spielen. Das Dokumentarfilmfestival (DOKFest) München wird sich in seiner Reihe DOKguests ebenfalls mit den politischen und gesellschaftlichen Veränderungen im Norden Afrikas befassen. Das Literaturhaus Köln und seine Partner in Freiburg und Berlin verstehen ihr Projekt Wider die Müdigkeit! als kulturelle Interventionsmaßnahme gegen soziale, politische und intellektuelle Ermattung. Das Tanzprojekt von Laurent Chétouane, das im Rahmen der Ruhrtriennale in Essen Premiere feiert, befasst sich in Sacré Sacre du Printemps mit dem Thema des Fremden. Das Oldenburgische Staatstheater bekommt die Möglichkeit, sein erfolgreiches Pazz-Performing Arts Festival im Jahr 2012 auszubauen. Das Tanzhaus NRW aus Düsseldorf initiiert mit dem Vorhaben Dance Dialogues Africa zahlreiche Kooperationen zwischen wichtigen Tanzzentren in Deutschland und Afrika. In Weimar befasst sich das International Institute for Political Murder in drei verschiedenen Formaten (Reenactment, szenischer Kongress, Buchpublikation) unter dem Titel Der dunkle Kontinent, Komplex Gulag mit dem Stalinismus und seinen Folgen in Russland.

Die Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, Hortensia Völckers, wurde vom Stiftungsrat im Amt bestätigt.

Mehr Informationen zu den Projekten finden Sie in unserer umfangreichen Pressemappe

Kontakt

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