25.06.2013 - Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes

Die Kulturstiftung des Bundes fördert neue Projekte mit 11 Mio. Euro


Pressemitteilung der Kulturstiftung des Bundes

Unter dem Vorsitz von Staatsminister Bernd Neumann bewilligte der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes jetzt Fördermittel im Gesamtumfang von 11 Mio. Euro:  

  • Wie der Vorstand, Hortensia Völckers und Alexander Farenholtz, berichtete, wird die Kulturstiftung des Bundes in den nächsten Jahren ihren Themenschwerpunkt Afrika ausbauen. Nach dem erfolgreichen Start des Fonds für künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern („TURN“) vor zwei Jahren wird der Fonds bis 2018 verlängert und um 4,4 Mio. Euro aufgestockt. Damit sollen der künstlerische Austausch und die Kooperation zwischen deutschen und afrikanischen Künstlern und Institutionen intensiviert werden. Die Vorhaben sollen hierzulande die Kenntnisse über afrikanische Kunstszenen erweitern und selbst hohe künstlerisch anspruchsvolle Standards setzen. Bewerbungen im Fonds TURN sind ab sofort möglich.
     
  • Die interdisziplinäre Fachjury der antragsgebundenen Allgemeinen Projektförderung wählte auf ihrer letzten Sitzung im Frühjahr 2013 35 neue Förderprojekte aus. Die Fördersumme beträgt insgesamt 6,15 Mio. Euro. Wir stellen Ihnen eine Auswahl vor: 

 

Zu den geförderten Projekten gehört das internationale Forschungs- und Ausstellungsprojekt Postwar – Postcolonialism – Postcommunism, das vom Münchner Haus der Kunst initiiert und in Zusammenarbeit mit der Londoner Tate Gallery und dem Centre Georges Pompidou realisiert wird. Die Nachkriegszeit (1945 – 1965), das Ende des kolonialen Imperialismus (1960 – 1980) und der Postkommunismus (seit 1989) sollen in ihren Auswirkungen auf Kunst und Kultur untersucht werden. / Ein interdisziplinäres Projekt des Schauspielhaus Bochum und Urbane Künste Ruhr wehrt sich mit künstlerischen Interventionen gegen den wirtschaftlichen Niedergang an Opel-Standorten in Polen, Spanien, England und Deutschland. / Sieben Aufführungen von Beethovens Freiheitsoper Fidelio finden in der Gedenkstätte Zuchthaus Cottbus einen besonderen Aufführungsort, der das Publikum auf eindrückliche Weise mit der Geschichte und Architektur der ehemaligen Haftanstalt für politische Gefangene in der DDR konfrontiert. / Die Veranstaltung Krieg erzählen thematisiert im Berliner Haus der Kulturen der Welt die existenzielle Erfahrung von Krieg. Berichterstatter/innen, Schriftsteller/innen, Fotograf/innen, leitende Redakteur/innen und Wissenschaftler/innen wollen unseren Blick auf die Wirklichkeit des Krieges schärfen. / Die Schau Afritecture in der Münchner Pinakothek der Moderne untersucht zeitgenössische Baukunst aus afrikanischen Ländern, welche lokalen Gegebenheiten sie zitiert und welche Rolle kulturelle Traditionen für Materialauswahl und Formensprache spielen. / Das Puppentheater Halle möchte sich anlässlich seines 60. Jubiläums mit sechs Halleschen Kulturinstitutionen vernetzen und mit dem interdisziplinären Festival Doppelgänger das Verhältnis zwischen Figur und Spieler, zwischen Puppe und Publikum hinterfragen. / Der Dialog zwischen zeitgenössischer Kunst und Tanz, die Schnittstellen zwischen Bewegung und Bild in den Stücken der Choreografin Sasha Waltz sind Themen der Ausstellung Sasha Waltz. Installationen. Objekte. Performances, die im Zentrum für Kunst und Medientechnologie Karlsruhe zu sehen sein wird. / Sind noch Lieder zu singen? fragt die Internationale Hugo-Wolf-Akademie für Gesang, Dichtung und Liedkunst in Stuttgart und untersucht, welchen Platz das Lied zu Beginn des 21. Jahrhunderts in der Kultur- und Musiklandschaft einnimmt. / Das vom Hartware MedienKunstverein Dortmund initiierte Forschungs-, Ausstellungs- und Onlineprojekt World of Matter erkundet komplexe Ökosysteme und Kreisläufe von Rohstoffen und möchte künstlerische Ideen im Umgang mit Ressourcen entwickeln. / Ein Kinderkönigreich im öffentlichen Raum gestaltet der polnische Künstler Pawel Althamer gemeinsam mit Kindern aus Aachen, die das Ludwig Forum für Internationale Kunst zum Mitmachen einlädt. / Die Frage danach, Woran wir glauben, steht im Zentrum eines Theaterprojektes von Nicolas Stemann, der Texte aus dem Alten und Neuen Testament in eine mehrsprachige zwölfstündige Inszenierung im Hamburger Thalia Theater überführen möchte. / Das Projekt Keep Me in Mind stellt die individuellen Lebensläufe von sieben Überlebenden des Holocaust in einer Performance in den Mittelpunkt und sucht damit nach neuen Vermittlungsformen fast siebzig Jahre nach Ende der Shoa. Nach der Premiere im Centrum Judaicum Berlin wandert die Performance nach Vilnius, Brüssel, Warschau und Marseille. / Das Ausstellungsprojekt Himmel, Hölle, Fegefeuer des MMK Museum für Moderne Kunst Frankfurt möchte die eurozentristische Perspektive auf Dantes „Göttliche Komödie“ überwinden und präsentiert spartenübergreifende Arbeiten von 60 Künstlern aus 22 afrikanischen Ländern, die ihre kulturelle, ethnische oder religiöse Sicht auf das Jenseits dokumentieren.  

Weitere Informationen zu den Förderprojekten finden Sie unter Offene Förderung/Ergebnisse 

  • Der Stiftungsrat hat zudem beschlossen, insgesamt bis zu 500.000 Euro für den Ausgleich von Schäden zur Verfügung zu stellen, die im Bereich von Kunst und Kultur aufgrund der Flutkatastrophe entstanden sind. Einzelheiten hierzu werden derzeit abgestimmt.

 

Außerdem informierte der Vorstand über Veranstaltungen, die die Kulturstiftung des Bundes in der nächsten Zeit in Eigenregie ausrichtet. Sie sind international und interdisziplinär angelegt und setzen künstlerische Akzente: 

  • Im November 2013 eine Konferenz unter dem Titel Tanz über Gräben. 100 Jahre Le Sacre du Printemps in Berlin: Sind in diesem Ballett die Kriegstoten der Schützengräben auf erschreckende Weise vorweggenommen? Worin besteht die Aktualität dieses Balletts, das am Vorabend des Ersten Weltkriegs aufgeführt wurde, heute?
     
  • Im Januar 2014 geht es in der Berliner Konferenz Einbruch der Dunkelheit um Schattendasein und Sichtbarmachung in der vernetzten Gegenwart: Woher rührt unsere Sehnsucht nach Verborgenheit und Privatheit? Was ginge in einer Welt ohne Dunkelheiten verloren?
     
  • In Frankfurt am Main tagt im April 2014 die Konferenz Politische Romantik. 2014 ist das Jahr der Erinnerung an den Ausbruch des Ersten Weltkrieges vor hundert Jahren. Die Konferenz nimmt darauf Bezug und fragt, welche geistigen Strömungen von vor hundert Jahren im Zeitalter von europäischer Einigung und Globalisierung überlebt haben und wie wir politische Romantik heute bewerten.

Kontakt

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