Kulturstiftung des Bundes: News https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/ Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. de Copyright 2021 Kulturstiftung des Bundes Thu, 23 Sep 2021 21:31:49 +0200 Thu, 23 Sep 2021 21:31:49 +0200 TYPO3 Kulturstiftung des Bundes: News https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/typo3conf/ext/cb_cosmobase/Resources/Public/Images/logos/logo-rss.png https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/ 141 57 Hier finden Sie unsere aktuellen Nachrichten. news-103 Thu, 15 Jul 2021 14:34:34 +0200 TURN2 fördert 9 Kooperationsprojekte und 15 Residencies in Lagos, Nairobi, Johannesburg und Berlin https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=103&cHash=8632ed1a02983df70ca9f6792546857f Kulturstiftung des Bundes unterstützt künstlerische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern    Der Austausch zwischen Kulturinstitutionen und Kulturschaffenden in afrikanischen Ländern und Deutschland durchläuft seit vielen Jahren einen tiefgreifenden Wandel: Afrikanische Kunstszenen sowie Künstlerinnen und Künstler aus Afrika und der Diaspora sind in Deutschland sichtbarer geworden, weiterhin sind bei der künstlerischen und gesellschaftlichen Auseinandersetzung mit Themen wie Dekolonisierung, Nachhaltigkeit oder künftigen Formen des Zusammenlebens afrikanische und globale Perspektiven unverzichtbar. Zahlreiche transkontinentale künstlerische Beziehungen und Netzwerke sind hinzugekommen und wurden – nicht zuletzt durch die Förderung der Kulturstiftung des Bundes – gestärkt.

Mit dem Programm TURN2 – Künstlerische Zusammenarbeit zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern (externer Link, öffnet neues Fenster) setzt die Kulturstiftung des Bundes ihre transkontinentale Fördertätigkeit fort: Im Fonds TURN2 werden künstlerische Kooperationen zwischen deutschen und afrikanischen Kultureinrichtungen gefördert und faire Zusammenarbeit unterstützt. Weiterhin wurde mit den TURN2 Residencies ein Residenzprogramm für kuratorische Recherchen ins Leben gerufen, das Nachwuchskuratorinnen und -kuratoren und Kulturschaffenden mit kuratorischer Erfahrung die Chance bietet, an den Standorten Berlin (ab September 2021), Lagos, Nairobi oder Johannesburg (vorauss. ab Januar 2022) zu arbeiten und Kontakte zu knüpfen. Auf diese Weise sollen sich die jeweiligen Kulturszenen weiter verbinden und Netzwerke ausgebaut werden.

Die TURN2 Residencies sind eine Kooperation der Kulturstiftung des Bundes, des ZK/U – Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U Berlin) und des Triangle Network und werden in Zusammenarbeit mit dem Nairobi Contemporary Art Institute (NCAI), der G.A.S. Foundation in Lagos und der Bag Factory in Johannesburg durchgeführt.

TURN2 Residencies – 15 Kuratorinnen und Kuratoren ausgewählt:

Die Fachjurys der TURN2 Residencies haben sich im Juni 2021 für die Förderung folgender 15 Fellows entschieden:

  • ZK/U Berlin: Laura Ganda (Harare), Mike Mavura (Kapstadt), Renée Akitelek Mboya (Nairobi), Sibongile Msimango (Johannesburg), Luamba Muinga (Luanda), Luvuyo Equiano Nyawose (Kapstadt)
  • G.A.S. Foundation in Lagos: Lynhan Balatbat Helbock (Berlin), Miriam Bettin (Köln), Mahret Ifeoma Kupka (Frankfurt a. M.)
  • Bag Factory in Johannesburg: Federica Bueti (Berlin), Vincent Schier (Berlin/Göttingen), Sofia Ana Elise Steinvorth (Würzburg)
  • NCAI in Nairobi: Jumoke Adeyanju (Berlin), Nathalie Anguezomo Mba Bikoro (Berlin), Kathy-Ann Tan (Berlin)

Weitere Informationen zu den ausgewählten Fellows sind auf der Website des ZK/U Berlin (externer Link, öffnet neues Fenster) abrufbar.

Fonds TURN2 – 9 künstlerische Kooperationsprojekte:

Die Jury des Fonds TURN2 hat im Juni 2021 neun künstlerische Kooperationsprojekte mit einem Fördervolumen von 1,3 Mio. Euro für eine Förderung empfohlen. Daran beteiligt sind u. a. 17 Partnereinrichtungen aus elf afrikanischen Ländern. Gefördert werden Projekte aus den Bereichen Musiktheater, Bildende Kunst, Musik, Kulturgeschichte sowie spartenübergreifende Vorhaben.

  • „Afropollination“ von Piranha Arts in Berlin und Boutique Foundation/Nyege Nyege Festival in Kampala (Uganda): Das Projekt bringt Musikerinnen und Musiker verschiedener Genres und Performer aus Deutschland, Uganda, Südafrika, Kamerun, Kenia, DR Kongo und weiteren afrikanischen Ländern zusammen.
  • „Unraveling the (Under)Development Complex, or: Towards a Post-(Under)Development Interdependence“ von SAVVY Contemporary in Berlin, Bandjoun Station in Bandjoun (Kamerun) und African Digital Heritage (Kenia): Das Projekt würdigt den guyanischen Autor Walter Rodney anlässlich des 50-jährigen Jubiläums seines Buches „How Europe Underdeveloped Africa“ und hinterfragt überlieferte Vorstellungen von entwickelten und unterentwickelten Weltregionen.
  • „Deep into Highlife. Santrofi’s Highlife Sessions“ von Outhere Records in München und Santrofi aus Accra (Ghana): In Zusammenarbeit mit Musikerinnen und Musikern aus Deutschland und Ghana wird in Workshops ein Album zu den westafrikanischen Musikrichtungen Highlife und Afrobeat entstehen und in Konzerten präsentiert.
  • „The Ghosts are Returning“ von Podium-Festival in Esslingen, Centre d’Art Waza in Lubumbashi (DR Kongo), Group50:50 und European Alternatives: Das postdokumentarische Musiktheaterprojekt beschäftigt sich mit dem transkontinentalen Handel mit Rohstoffen, Menschen und kulturellen Artefakten, mit Migrationsbewegungen und Fragen der Restitution und Wiedergutmachung.
  • „The Common Stories. Soundtrack of our Wars: A Documentary Musical Theatre“ von Oyoun – Kultur NeuDenken in Berlin, Ubumuntu Arts Festival in Kigali (Ruanda) und Sarajevo War Theatre in Sarajevo (Bosnien und Herzegowina): Das dokumentarische Musiktheaterprojekt befasst sich mit Vergangenheitsaufarbeitung und Kriegstraumata in der Diaspora und in Post-Konflikt-Gesellschaften.
  • „Marejesho – asili mila utamaduni wetu. Kilimanjaro Colonial History Mobile Exhibition“ von Flinn Works in Berlin und Old Moshi Cultural Tourism in Old Moshi (Tansania): In mobilen Pop-Up-Ausstellungen in Tansania sowie einer Ausstellung im Tieranatomischen Theater in Berlin werden die Themen Kolonialgeschichte und Rückführung von Artefakten und menschlichen Überresten behandelt.
  • „We Yan Daudu. Towards a Decolonial Queer Vocabulary“ von Kampnagel Hamburg und The Oasis Project in Lagos (Nigeria): Das Projekt befragt eurozentrische Begriffe von Queerness, um neue Begrifflichkeiten zu entwickeln, die historisch, sprachlich und gesellschaftlich die Lebensrealitäten in Nigeria reflektieren. Entstehen soll ein digitales Glossar von Neologismen und vergessenen oder wiederentdeckten Begriffen.
  • „LabKontempo Kinshasa/Berlin. A Question of Perspective“ von Acud Macht Neu in Berlin und Option ONGD in Kinshasa (DR Kongo): Das Festival LabKontempo erprobt neue Formen der Zusammenarbeit, die aus der pandemischen Erfahrung von Kontrollverlust und Verletzlichkeit hervorgehen und postkoloniale Denkstrukturen in der internationalen zeitgenössischen Kunst hinterfragen.
  • „People’s Stories – Past and Present. Bridging the Silenced and Liminal Spaces of African Imaginary von Dox Box e. V. in Berlin, RAW Material Company und KENU in Dakar (Senegal), Centre Cinématographique Marocain in Rabat (Marokko), Cinémathèque de Tanger (Marokko), Dar Al-Ma’mun in Marrakesch (Marokko), Art Gallé in Nuakschott (Mauretanien) und weiteren Partnern: Im Zentrum dieses Projekts stehen dekoloniale Zugänge zu Filmarchiven. In Workshops, Präsentationen, Ausstellungen und einem Symposium soll u. a. der Frage nach der Restitution von Film in Kolonialarchiven nachgegangen werden.

Hintergrund: Bereits seit 2012 unterstützt die Kulturstiftung des Bundes künstlerische Kooperationen zwischen Deutschland und afrikanischen Ländern. Im Fonds TURN – Vorläufer des Programms TURN2 – wurden insgesamt 101 Vorhaben mit Partnern aus über 30 afrikanischen Ländern gefördert.

Alle Informationen zum Programm TURN2 finden Sie auf unserer Website unter www.kulturstiftung-des-bundes.de/turn2 (externer Link, öffnet neues Fenster) sowie in den Social Media unter #FondsTurn2 und #Turn2Residencies.

]]>
news-102 Fri, 18 Jun 2021 12:13:00 +0200 Neue Förderprojekte der Kulturstiftung des Bundes https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=102&cHash=c51ac3efbed6b2487c23e0aeda703067 In Dresden internationaler Kulturaustausch zu DDR-Zeiten und in Köln Konzeptionslabore für das künftige Migrationsmuseum. 26 neue Projekte in der allgemeinen Projektförderung.   Auf seiner gestrigen Sitzung verabschiedete der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters folgende Vorhaben:

•    Das Ausstellungs- und Veranstaltungsprojekt Kontrapunkte (AT) der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), das eine exemplarische Sichtung und Einordnung von Kunstwerken, Objekten und Dokumenten unter der Perspektive einer transkulturellen DDR-Kunstgeschichte in den Jahren 1949 bis 1990 vornimmt. Der kulturelle Austausch der SKD-Institutionen mit sozialistisch orientierten Ländern des Globalen Südens sowie mit Befreiungsbewegungen in südafrikanischen Ländern und dem Nahen Osten ist bislang kaum erforscht worden. Das Projekt geht der Frage nach, welche Rolle Kunst und Kultur in den komplexen Beziehungen der DDR zu den jeweiligen Partnerländern gespielt hat: Wie wurde der Kulturaustausch, der zur Bildung einer sozialistischen Welt- und Wertegemeinschaft beitragen sollte, praktisch organisiert? Welchen Einfluss übten Kunst und Kultur der Bruderländer ihrerseits auf das kulturelle Schaffen in der DDR aus und wie wurden umgekehrt Wanderausstellungen der DDR in den Partnerländern aufgenommen? Untersucht wird unter anderem, ob es eine eigenständige Ikonografie der Völkerfreundschaft gab, auf welche Traditionen sie sich bezog und worin sie sich von ihnen unterschied. Anlässlich der Ausstellung finden in den Jahren 2022 bis 2024 inner- und außerhalb der SKD-Häuser insgesamt acht große Forumsveranstaltungen statt, in denen ein offener Umgang mit DDR-Geschichte erprobt und praktiziert werden soll. Außerdem wird ein als Open-Access-Angebot programmiertes innovatives Digitalforum entwickelt. Alle drei Module werden unter dem Titel Kontrapunkte zusammengefasst. Das Gesamtprojekt erhält von der Kulturstiftung des Bundes 500.000 Euro.

•    Im Jahr 2025 wird in Köln-Kalk das Haus der Einwanderungsgesellschaft (AT) eröffnet, welches die Geschichte der Einwanderung nach Deutschland seit der Nachkriegszeit diskutieren soll und das dem Verein DOMiD (Dokumentationszentrum und Museum über die Migration in Deutschland) eine langfristige institutionelle Perspektive gibt. Um die Vielfalt gesellschaftlicher Stimmen, Wertevorstellungen, Erfahrungen, die Lebensgeschichten von Migrantinnen und Migranten, auch die der „Vertragsarbeiter“ in der DDR, in ein neuartiges Museum aufzunehmen, soll das Prinzip Partizipation von Anfang an Leitgedanke der Museumskonzeption werden. Bürgerinnen und Bürger sollen bereits in die konzeptionelle Entwicklung des Museums sowie in Strategien des Sammelns einbezogen werden. Zu diesem Zweck fördert die Kulturstiftung des Bundes bis 2024 eine experimentelle Entwicklungsphase. In sog. Laboren, den DOMiDLabs, soll erprobt werden, wie eine solche Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger aussehen könnte: Wie lassen sich die Perspektiven der Zeitzeugen oder „Expertinnen und Experten des Alltags“ einbringen? Welche Raumgestaltung animiert zu Interaktion? Wie kann ein Museum gestalterisch flexibel auf aktuelle, auch konfliktreiche Debatten reagieren? Wie können tabuisierte Themen respektvoll ausgestellt werden? Die Kulturstiftung des Bundes fördert DOMiDLabs mit 800.000 Euro.

Die interdisziplinäre Jury der Allgemeinen Projektförderung empfahl auf ihrer jüngsten Sitzung 26 neue Förderprojekte. Die Fördersumme beträgt insgesamt 4,1 Mio. Euro. Dazu gehören:

Das internationale Symposium „Currency“ (externer Link, öffnet neues Fenster) zur 8. Triennale der Photographie Hamburg 2022; das von Kunsthaus Dresden und HELLERAU für den Dresdner Stadtraum initiierte transnationale Projekt „Nordost Südwest“ (externer Link, öffnet neues Fenster) zu zeitgenössischer Kunst; die digitale Ausstellung „De-Zentralbild“ (externer Link, öffnet neues Fenster) mit privaten Fotos von DDR-Migrantinnen (Ostdeutsche of Colour), die anschließend in die DOMiD-Sammlung überführt wird; die deutschlandweit erste Einzelausstellung der chinesischen Multimedia-Künstlerin Lu Yang (externer Link, öffnet neues Fenster) im Kunstpalais Erlangen; das Jubiläumsprogramm „Unheimlich Fantastisch“ (externer Link, öffnet neues Fenster) anlässlich des 200. Todestages des Dichters E.T.A. Hoffmann in der Staatsbibliothek zu Berlin, der Staatsbibliothek Bamberg und dem Romantik-Museum Frankfurt/M.; eine Ausstellung mit Werken von Kameelah Janan Rasheed (externer Link, öffnet neues Fenster) im Kunstverein Hannover; die Musiktheater-Inszenierung „SMAK! A Headless 100-Act-Opera“ (externer Link, öffnet neues Fenster) des philippinischen Künstlers, Filmemachers, Musikers und Performers Khavn an der Volksbühne am Rosa-Luxemburg-Platz unter neuer Intendanz von René Pollesch; das „democratic boot camp“ (externer Link, öffnet neues Fenster) inklusiver Theatergruppen auf Kampnagel Hamburg; eine künstlerische Konferenz von Julian Warner zu „Global Angst“ (externer Link, öffnet neues Fenster) in der Muffathalle München und verschiedenen Orten im Münchner Stadtraum; das Ausstellungsprojekt „The Future of Cities. Not for Granted“ (externer Link, öffnet neues Fenster) der Halle 14 in Leipzig zur Zukunft unserer Städte; die Ausstellung „TO BE SEEN. Queer Lives 1900–1950“ (externer Link, öffnet neues Fenster) im NS-Dokumentationszentrum München.

]]>
news-101 Wed, 26 May 2021 10:48:00 +0200 117mal Kultursommer in Deutschland https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=101&cHash=0fbce31a487922886288583ede0db20a Die Entscheidung, welche Städte und Landkreise gefördert werden, ist gefallen: Bewilligt wurden 117 Anträge, 63 kreisfreie Städte und 54 Landkreise werden bundesweit unterstützt. Das entspricht einer Förderquote von 80% aller Anträge. Das Bedürfnis, nach den harten Einschränkungen durch die Pandemie endlich wieder Kultur erleben und Kunst machen zu dürfen, ist allenthalben spürbar. Die Hoffnung, dass der Sommer Entlastung bringen und neue Möglichkeiten für kulturelle Aktivitäten schaffen könnte, hat viele Kulturverantwortliche in Stadt und Land dazu bewogen, einen Antrag für die Teilnahme am Programm „Kultursommer 2021“ (externer Link, öffnet neues Fenster) bei der Kulturstiftung des Bundes einzureichen. Dafür stellte die Beauftrage der Bundesregierung für Kultur und Medien, Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Im Frühjahr kurzfristig 30 Mio. Euro aus ihrem Programm NEUSTART KULTUR zur Verfügung.

Dazu Staatsministerin Monika Grütters: „Die Sehnsucht nach Kulturgenuss ist gewaltig – beim Publikum, vor allem aber bei den Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen, die endlich wieder zum Einsatz kommen wollen. Mit dem Kultursommer leisten wir einen wichtigen Beitrag dazu, die Künste und das Kulturleben in Stadt und Land wiederzubeleben. Der Kultursommer ist vor allem aber auch ein Ausdruck der Wertschätzung für die Kreativen und eine Anerkennung dafür, wie sehr sie unser Gemeinwesen bereichern. Die Kultur kann uns jetzt aus der Isolation herausholen, sie kann vielen Menschen wieder Anregungen und Denkanstöße liefern, sich mit anderen Themen als mit ihrer schwierigen Situation in den langen Monaten des Lockdowns auseinanderzusetzen.“

Gestern fiel die Entscheidung, welche Städte und Landkreise gefördert werden. Bewilligt wurden 117 Anträge, 63 kreisfreie Städte und 54 Landkreise werden bundesweit unterstützt. Das entspricht einer Förderquote von 80% aller Anträge. Die zur Verfügung stehen Mittel wurden voll ausgeschöpft.

Die Bedingungen dafür, dass zahlreiche Kulturveranstaltungen mit einem großen Spektrum an Formaten im Freien stattfinden und als höchst willkommene gesellschaftliche Ereignisse wahrgenommen werden können, sind durch die Förderung verbessert, gesichert oder überhaupt erst ermöglicht worden. Der öffentliche Raum wird in den Sommermonaten maßgeblich durch Kultur wiederbelebt werden. Künstlerinnen aller Sparten und Kulturschaffende im Backstage bekommen nun wieder Auftritts- und Arbeitsmöglichkeiten, nachdem sie in den vergangenen Monaten allenfalls auf den digitalen Raum beschränkt waren.

Als schöner Begleiteffekt des Programms kann die Tatsache gelten, dass fallweise neue Kooperationen zwischen Kommunen und zwischen Kulturakteuren, Künstlern, Stadt- oder Landkreisverwaltungen entstanden sind. So haben sich manchmal kleinere Gemeinden zusammengetan und gemeinsam Konzepte über ihren Landkreis beantragt. Diese wiederum sind in ihrer Rolle als Ansprechpartner für Kultur gestärkt worden.

Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes, freut sich: „Die hohe Anzahl an Anträgen aus allen Landesteilen ist ein schöner Beweis dafür, dass in Politik und Verwaltung das Vertrauen in die gesellschaftliche Attraktivität der Kultur groß ist. Angesichts der Einschnitte in den vergangenen Monaten haben Kunst und Kultur vielleicht sogar noch an Wertschätzung gewonnen.“

Eine Übersicht über alle im Programm „Kultursommer 2021“ geförderten Projekte in den Städten und Landkreisen finden Sie unter https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/kultursommer2021 (externer Link, öffnet neues Fenster).

Weitere Informationen zum Konjunkturprogramm NEUSTART KULTUR finden Sie unter www.kulturstaatsministerin.de/neustartkultur (externer Link, öffnet neues Fenster)

]]>
news-100 Wed, 12 May 2021 18:04:03 +0200 Diversität als Zukunftsfaktor für Kulturinstitutionen https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=100&cHash=cd4a582d909be295428775df97113a0f Das Programm „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“ veröffentlicht Empfehlungen für eine nachhaltige Diversitätsentwicklung im Kulturbereich. Aus gegebenem Anlass, dem Deutschen Diversity-Tag am 18. Mai, zieht die Kulturstiftung des Bundes Halbzeitbilanz und gibt erste Empfehlungen für eine nachhaltige Diversitätsentwicklung (externer Link, öffnet neues Fenster) an Kulturinstitutionen. Sie basieren auf einer umfang- und detailreichen Evaluation des spartenübergreifenden Programms „360° – Fonds für Kulturen der neuen Stadtgesellschaft“.

Seit 2018 unterstützt die Kulturstiftung des Bundes mit dem Fonds „360°“ bundesweit 39 Kulturinstitutionen vier Jahre lang dabei, eine diversitätsorientierte Öffnung ihrer Häuser in den Bereichen Personal, Programm und Publikum durchzuführen. Das Modellprogramm verfolgt einen langfristigen Ansatz, der nicht von außen Instrumente zur Organisationsentwicklung aufzeigt, sondern in den Strukturen der Organisationen selbst ansetzt: In den geförderten Einrichtungen wurde die Stelle eines/einer sogenannten Diversitätsagenten/in geschaffen, der/die die Institutionen von innen proaktiv beim Change-Management unterstützt.

In den vergangenen zwei Jahren konnten in den geförderten Institutionen durch eine prozessbegleitende Evaluation empirische Erkenntnisse zu diversitätsorientierter Organisationsentwicklung gewonnen werden. Aufbauend auf diesen Erkenntnissen wurden konkrete Handlungsempfehlungen für Kulturinstitutionen und Kulturpolitik erarbeitet, die nun einer interessierten Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt werden.

Das Dokument soll als Arbeitspapier und Diskussionsgrundlage für weitere Entwicklungen verstanden werden. Zu diesem Zweck ist die jährlich im „360°“-Programm stattfindende Akademie in diesem Jahr erstmals nicht als rein interne Veranstaltung für die geförderten Einrichtungen konzipiert, sondern wird an zwei Tagen geöffnet für Vertreter aus Kulturpolitik, anderen Kulturinstitutionen und eine interessierte Öffentlichkeit: Am 25. und 26. November 2021 können die Empfehlungen im großen digitalen Forum reflektiert, diskutiert und weiterentwickelt werden. Weitere Informationen zu Anmeldung und Programm folgen rechtzeitig vor der Veranstaltung.

Die Empfehlungen werden von der Kulturstiftung auch medial inhaltlich flankiert: Ende Mai erscheint die erste Folge des neuen Podcasts „KulturDivers – Der Podcast zu Kultur und Diversität der Kulturstiftung des Bundes“, für die die Journalistin und Diversity-Trainerin Sou-Yen Kim Interviews mit der Politikwissenschaftlerin und Expertin für Intersektionalität Emilia Roig sowie der künstlerischen Direktorin der Kulturstiftung und Initiatorin von „360°“, Hortensia Völckers, geführt  hat. In weiteren Folgen begibt sich die Moderatorin in den Maschinenraum des Programms und spricht mit Diversitätsagentinnen und Leitungen der geförderten Institutionen über die Erfolge und Herausforderungen bei der Umsetzung diversitätsorientierter Öffnungsprozesse an Kulturinstitutionen. Der Podcast wird auf der Website der Kulturstiftung sowie den üblichen Portalen veröffentlicht.

Weitere Informationen zum Programm finden Sie unter www.kulturstiftung-des-bundes.de/360-fonds (externer Link, öffnet neues Fenster).

]]>
news-99 Tue, 11 May 2021 10:54:25 +0200 Jupiter – Kulturstiftung des Bundes mit neuem Theater-Programm https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=99&cHash=9c3b4a77d39859be62a16c066c003971 Mit ihrem neuen bundesweiten Förderprogramm „Jupiter – Darstellende Künste für junges Publikum“ will die Kulturstiftung des Bundes das Kinder- und Jugendtheater stärken. Kinder- und Jugendtheater aus der freien Szene und den Stadttheatern sind ein in ihrer Bedeutung bisher wenig gewürdigter Bestandteil der Theaterlandschaft: Wie kaum eine andere Kunstform kann das Kinder- und Jugendtheater sein Publikum in seiner ästhetischen und intellektuellen Entwicklung in verschiedenen Phasen begleiten.

Vor diesem Hintergrund will die Kulturstiftung des Bundes mit ihrem neuen bundesweiten Förderprogramm Jupiter – Darstellende Künste für junges Publikum (öffnet neues Fenster)das Kinder- und Jugendtheater stärken. Sie stellt für das Programm bis 2026 insgesamt 3,7 Mio. Euro zur Verfügung.

Kernstück des Programms ist die Produktionsförderung, die den Kinder- und Jugendtheatern, den Jungen Opern und Institutionen für jungen Tanz neue, auch internationale Kooperationsmöglichkeiten eröffnet. Die Häuser sollen durch die Förderung die Möglichkeit bekommen, modellhafte und attraktive Vorhaben zu entwickeln und umzusetzen und darüber mehr öffentliche Aufmerksamkeit für die Qualitäten des Kinder- und Jugendtheaters zu erzielen. Gefördert werden innovative spartenübergreifende Produktionen, Kooperationen mit freien Gruppen, mit Spielstätten und/oder Festivals oder mit Künstlerinnen und Künstlern, die bislang kaum bzw. noch nicht im Kinder- und Jugendtheater aktiv waren.

Das Programm fördert außerdem den fachlichen Austausch und kritischen Diskurs über aktuelle Neuansätze und Perspektiven der Darstellenden Künste für junges Publikum: Symposien, Workshops und Vernetzungsformate bringen Vertreterinnen und Vertreter der Regie- und Schauspielschulen mit Theaterschaffenden sowohl aus der jungen als auch der „erwachsenen“ Sparte zusammen, um Arbeitskontakte zu initiieren, Netzwerke zu stärken, herausragende Produktionen zu zeigen sowie den internationalen Austausch mit Akteurinnen des Kinder- und Jugendtheaters zu ermöglichen.

Um die Aufmerksamkeit der Fachöffentlichkeit für exzellente Arbeiten zu erhöhen, wird zusätzlich eine Akademie für Journalisten entwickelt. Für das Weiterbildungsangebot können sich bundesweit Journalistinnen und Journalisten aus den Bereichen Hörfunk, Fernsehen, Print- und Onlinemedien bewerben. Informationen zur Bewerbung für die Akademie folgen.

Mit dem Fonds Jupiter führt die Kulturstiftung des Bundes ihr Engagement für die Zukunftsfähigkeit der deutschen Theaterlandschaft fort, das sie seit dem Jahr 2005 mit den Programmen Heimspiel (externer Link, öffnet neues Fenster), Wanderlust (externer Link, öffnet neues Fenster) und Doppelpass (externer Link, öffnet neues Fenster) in Form von Strukturförderfonds kontinuierlich verfolgt.

Anträge für die erste Förderrunde können bis zum 30. Juni 2021 bei der Kulturstiftung des Bundes eingereicht werden.

Alle Informationen zu den Antragsmodalitäten finden Sie in den Fördergrundsätzen (externer Link, öffnet neues Fenster).

]]>
news-98 Mon, 03 May 2021 14:54:43 +0200 Labore des Zusammenlebens #3 https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=98&cHash=41b53f3a7406f47cc7817a6c004748ac „Truthifiction“ – Wie umgehen mit umkämpften Wahrheiten in der Informationsgesellschaft? Ein Gespräch zwischen Arne Vogelgesang und Nicola Gess am 9. Mai 2021, 18 Uhr. Populisten und Extremisten verändern gegenwärtig unsere demokratische Medien- und Informationskultur, indem sie noch die offensichtlichste Lüge als Wahrheit verkaufen. Ihre Strategie ist es, dem Vertrauen in öffentliche Diskurse und deren Geltungsansprüche („Fakten“) die Grundlage zu entziehen.

Der Theaterregisseur und Videokünstler Arne Vogelgesang eröffnet die dritte Ausgabe unserer Labore des Zusammenlebens mit der Premiere seiner 30minütigen Lecture Performance „Truthifiction“. In der Krise, so beobachtet Vogelgesang, hat die Proklamation von Wahrheit Konjunktur. Wahrheit verspricht die Wiederherstellung einer verloren gegangenen Sicherheit. Dieses trügerische Versprechen verschafft in der gegenwärtigen Coronakrise politischen Strömungen und Bewegungen Zulauf, die auf Verschwörungsmythen aufbauen. Deren bisweilen radikale Zuspitzungen im Internet bearbeitet der Theatermacher seit über zehn Jahren. Mit „Truthifiction“ widmet er sich nun u. a. den so genannten „Truthern“: Menschen, die eine geheime Wahrheit hinter den durch Medien und Politik verbreiteten Informationen zu erkennen glauben, und die es sich zur Aufgabe machen, die Öffentlichkeit über „die Wahrheit” aufzuklären.

Auf seine Performance reagiert im anschließenden digitalen Gespräch die Literaturwissenschaftlerin und Baseler Professorin Nicola Gess, Autorin des Buchs „Halbwahrheiten. Zur Manipulation von Wirklichkeit“ (Matthes & Seitz 2021). Darin geht sie der Frage nach, warum eine durch Fakten überzeugende, wirksame mediale Gegenreaktion auf Verschwörungserzählungen oft nicht gelingt. Anhand von Vogelgesangs Beispielen aus den sozialen Medien wird Nicola Gess über ihr Konzept eines „Fiktionscheck“ sprechen, einer neu zu entwickelnden Medienkompetenz für das 21. Jahrhundert, die über den „Faktencheck“ hinaus geht. Gess ist überzeugt, dass moralische Empörung über Fake News und Co. den Blick auf ein viel größeres Problem versperrt: Als demokratische Gesellschaften haben wir Jahrzehnte lang zu wenig in denkbare alternative Zukunftsentwürfe investiert. Die bewusste Streuung alternativer Fakten versteht sie als eine zynische Reaktion hierauf.

Gemeinsam begeben sich Arne Vogelgesang und Nicola Gess in die Rabbit holes obskurer und unglaublicher Internetfunde. Die Moderation übernimmt Jeanne Bindernagel (Kulturstiftung des Bundes). Das Publikum kann über die Chatfunktion von YouTube mit Fragen und Kommentaren an Performance und Gespräch teilnehmen.

Wir laden herzlich zu unserem dritten Labor ein! Die Lecture Performance und das nachfolgende Gespräch werden am Sonntag, 9. Mai 2021, 18 Uhr live bei uns auf YouTube (externer Link, öffnet neues Fenster) (den Direktlink finden Sie in Kürze auf unserer Webseite) und parallel auf boell.de (externer Link, öffnet neues Fenster) und nachtkritik.de (externer Link, öffnet neues Fenster) gestreamt. Eine vorherige Anmeldung ist nicht nötig.

Die Lecture Performance „Truthifiction“ findet in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung statt.

Weitere Informationen zu unserer neuen Reihe „Labore des Zusammenlebens“ finden Sie hier.

]]>
news-97 Tue, 06 Apr 2021 11:56:39 +0200 Labore des Zusammenlebens #2 https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=97&cHash=17065e77ccf5b8e8ccfa5015941f3f2f Ostdeutsche Identität(en) – Neue Zugänge zur Erinnerung an die DDR Ein Gespräch zwischen Olivia Wenzel und Steffen Mau am 9. April 2021, 19 Uhr Unsere neue Veranstaltungsreihe Labore des Zusammenlebens (externer Link, öffnet neues Fenster) bringt Künstlerinnen und Theoretiker, Wissenschaftlerinnen und Akteure der kulturell-institutionellen Praxis über aktuelle Fragen ins (Streit-)Gespräch. Nachdem es im Labor #1 im Dialog zwischen Michael Rothberg und Carolin Emcke um die Zukunft der Erinnerungskultur im globalen Kontext ging, treffen sich im Labor #2 die 1985 bei Weimar geborene Dramatikerin und Musikerin Olivia Wenzel und der 17 Jahre ältere, aus Rostock stammende Soziologe und Leibniz-Preisträger Steffen Mau. Sie unternehmen in ihrem Gespräch den Versuch, die DDR entlang innerdeutscher Entwicklungs- und Konfliktlinien von heute aus neu zu erinnern. 
 

Labor #2: Ostdeutsche Identität(en) – Neue Zugänge zur Erinnerung an die DDR
Ein Gespräch zwischen Olivia Wenzel und Steffen Mau am 9. April 2021, 19 Uhr

Trotz aller biographischen Verschiedenheiten der Autoren und der Unterschiedlichkeit ihrer Zugangsformen weisen Olivia Wenzels Roman „1000 Serpentinen Angst“ und Steffen Maus Studie „Lütten Klein. Leben in der ostdeutschen Transformationsgesellschaft“ in ihrem Erinnern an die DDR der 1980er Jahre viele Ähnlichkeiten auf, die nicht zuletzt durch vergleichbare Schwierigkeiten, im wiedervereinigten Deutschland der Gegenwart seine ostdeutsche Geschichte und Identität zu bejahen, motiviert sein könnten:

Olivia Wenzel will ihrer Großmutter die Erfahrungen von Rassismus, der die Autorin und ihre Familie zu DDR-Zeiten und auch im wiedervereinigten Deutschland durchmachen mussten, durch das Niederschreiben ihrer Biografie nahebringen – und erkennt, dass die Sprachpolitik der DDR keine Worte für die Erfahrung des Herausfallens aus dem Kollektiv und den damit verbundenen Schmerz bereithielt. Sie sucht nach einer Sprache, in der die Fortsetzung rassistisch motivierter Gewalt bis in die Gegenwart greifbar wird.

Steffen Mau erzählt in seinem Buch von seiner Kindheit und Jugend im Rostocker DDR-Modellbezirk Lütten Klein: von der Hoffnung auf die Modernität eines Staates, der gleichwertige Lebensverhältnisse für seine Bürger ermöglicht; und von den politischen Repressionen, unter denen sich diese Hoffnung in den Zwang zur Gleichförmigkeit verkehrte. In Gesprächen, Beobachtungen und persönlichen Anekdoten vollzieht er diese Entwicklung nach – und reflektiert dabei auch seine heutige Rolle als Bildungsaufsteiger nach der Wende, der Lütten Klein vor den harten Konsequenzen des Strukturwandels verlassen hat.

Der große Unterschied zwischen beiden liegt in der Empathie von Mau und der Wut von Wenzel. Der eine bemüht sich um einen Nachvollzug des Geworden-Seins einer von ihm so bezeichneten Ost-Mentalität. Deren Wertschätzung speist sich vor allem daraus, dass er die Idee der gesellschaftlichen Gleichheit als emanzipatorische Errungenschaft bewertet. Trotzdem übt auch Mau klare, harte Kritik am politischen System DDR. Bei Wenzel ist es die Wut darüber, dass ihr in der DDR die Sprache für den Rassismus genommen wurde und auch in der heutigen Erinnerungskultur nicht wiedergegeben wird - außer in einem Ost-Bashing, das den Osten als rassistisch markiert und sie darüber erneut in dieser Facette ihrer Identität diskriminiert.

Über Erkenntnisse und Versäumnisse im Umgang mit der Erinnerung an die DDR nach 1989 möchten sich Olivia Wenzel und Steffen Mau austauschen und dabei auch über die Notwendigkeit neuer Erzählformen des zeitgeschichtlichen Erinnerns in künstlerischen und wissenschaftlichen Medien sprechen.

Wir laden herzlich zu unserem zweiten Labor ein! Die kostenfreie Veranstaltung findet am 9. April 2021 um 19 Uhr auf Zoom statt. Ein Zugangslink ist nach Anmeldung unter laboredeszusammenlebens.liteproject.de (externer Link, öffnet neues Fenster) erhältlich. Zusätzlich wird die Veranstaltung live auf YouTube gestreamt.

]]>
news-96 Thu, 25 Mar 2021 14:07:09 +0100 Kulturstiftung des Bundes bringt „Kultursommer 2021“ und zweite Förderrunde „dive in“ auf den Weg https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=96&cHash=2177a5439d9015f0c56f17a03b73c8e2 Bis zu 51,8 Millionen Euro aus NEUSTART KULTUR für Wiederbelebung der Kultur in den Städten und digitale Vermittlungsformate In seiner Sitzung am 15. März 2021 verabschiedete der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes unter Vorsitz von Kulturstaatsministerin Monika Grütters zwei neue Vorhaben: das bundesweite Programm Kultursommer 2021, das zu einer Rückkehr zum kulturellen Leben im öffentlichen Raum beitragen soll, sowie die Fortführung des erfolgreichen Förderprogramms dive in, das gegenwartsorientierte Kultureinrichtungen aller Sparten mit Sitz in Deutschland bei der Umsetzung innovativer, digitaler Vermittlungsformate unterstützt. Für die Fördermaßnahmen stellt der Bund insgesamt bis zu 51,8 Millionen Euro aus dem Rettungs- und Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR (externer Link, öffnet neues Fenster) bereit. Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat die Mittel freigegeben.


Kultursommer 2021

Um Künstlerinnen und Künstlern Perspektiven für Auftrittsmöglichkeiten zu eröffnen, lobt die Kulturstiftung des Bundes kurzfristig das antragsoffene Förderprogramm Kultursommer 2021 aus dem Zukunftsprogramm NEUSTART KULTUR der Bundesregierung aus. Ausgestattet mit einem Gesamtvolumen von bis zu 30,5 Millionen Euro werden mit dem Programm bundesweit mehr als 100 kreisfreie Städte und Landkreise bei der Gestaltung eines neu entwickelten, vielfältigen Kulturprogramms für die Zeit nach dem Lockdown unterstützt. Gefördert werden unter anderem Open-Air-Konzerte, Theateraufführungen, Lesungen, Performances und Ausstellungen im öffentlichen Stadtraum.

Dazu Kulturstaatsministerin Monika Grütters: „Nach einem Jahr der Pandemie setzen wir alles daran, die Künste überall in unseren Städten wiederzubeleben. Die Sehnsucht nach Kulturgenuss ist groß - beim Publikum, vor allem aber bei den Künstlerinnen, Künstlern und Kreativen, die endlich wieder zum Einsatz kommen wollen. Der Kultursommer soll helfen, verantwortungsbewusst Kultur neu zu starten. Vor allem aber ist der Kultursommer Ausdruck der Wertschätzung für die Kreativen und eine Anerkennung ihres großartigen Beitrags für unser Gemeinwesen.“

Antragsberechtigt sind kreisfreie Städte und Landkreise. Das Förderprogramm soll insbesondere Künstlerinnen und Künstlern der Freien Szenen, lokalen Akteuren und Bündnissen sowie der Kultur- und Veranstaltungsbranche zugutekommen. Voraussetzung ist, dass die Antragsteller neben dem Kunst- und Kulturprogramm ein Hygienekonzept für die geplanten Veranstaltungen umsetzen. Förderanträge können bis zum 22. April 2021 über die Website der Kulturstiftung des Bundes gestellt werden.

 

Neue digitale Formate für Austausch und Vermittlung erproben

Zur weiteren Unterstützung von Kultureinrichtungen in der Corona-Pandemie bewilligte der Stiftungsrat der Kulturstiftung des Bundes außerdem die Fortführung des Förderprogramms dive in. Programm für digitale Interaktionen. Damit unterstützt die Kulturstiftung des Bundes aktuell 68 Kulturinstitutionen bei der Entwicklung und Umsetzung digitaler Vermittlungsformate, die neue Formen des Austauschs und innovative Zugänge zu künstlerischen Angeboten ermöglichen. Für das Programm stellt der Bund nun zusätzlich bis zu 21,3 Millionen Euro aus NEUSTART KULTUR zur Verfügung.

Dazu erklärt die Kulturstaatsministerin: „Mit der Fortsetzung des erfolgreichen Digitalprogramms dive in unterstützen wir zugleich Kultureinrichtungen in ganz Deutschland dabei, zeitgemäße Vermittlungs- und Ausstellungsformate zu entwickeln. So können sie mit ihrem Publikum auch auf digitalem Weg in Verbindung bleiben und neue Zielgruppen erreichen.“

Auch in der zweiten Förderrunde werden die Entwicklung und Umsetzung innovativer Projekte und Formate gefördert: Die digitalen Vorhaben, beispielsweise Games, Virtual- und Augmented-Reality-Anwendungen, Apps, interaktive Websites, KI- oder Citizen-Science-Projekte sollen neue Formate der Wissensvermittlung und künstlerischen Auseinandersetzung, der spielerischen Aneignung oder Partizipation erproben. Im Programm dive in können Fördermittel zwischen 50.000 und 200.000 Euro beantragt werden. Alle Informationen zum Antragsverfahren werden Anfang Mai auf der Website der Kulturstiftung des Bundes veröffentlicht.

]]>
news-95 Wed, 10 Mar 2021 09:40:24 +0100 Kulturstiftung des Bundes fördert Klima-Pilotprojekt in Kultureinrichtungen https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=95&cHash=962f531b005c4c412f4bbc6de3e1e8fe 19 Kultureinrichtungen bundesweit ermitteln ihre Emissionswerte Die Kulturstiftung des Bundes hat mit „Klimabilanzen in Kulturinstitutionen“ ein Pilotprojekt initiiert, das 19 Kultureinrichtungen bundesweit dabei unterstützt hat, eine Klimabilanz zu erstellen und den eigenen CO2-Fußabdruck zu ermitteln. Ziel war es, modellhaft den Prozess der Klimabilanzerstellung im Kulturbereich zu erproben, um Kultureinrichtungen konkrete Instrumente zur Ermittlung der Emissionswerte an die Hand zu geben und Möglichkeiten auf dem Weg zur Klimaneutralität aufzuzeigen.

In einem viermonatigen Prozess erhielten die teilnehmenden Einrichtungen sowohl Unterstützung bei der Bilanzierung als auch ein spezifisches Klima-Coaching, um den Wissenstransfer im Haus über ein verbessertes Umwelthandeln zu gestalten. Jedes Haus konnte auf diese Weise Zahlen und Werte ermitteln, die nun gleichzeitig Standortbestimmung und Grundlage für die individuelle Strategieentwicklung sind. Nicht der Konkurrenzgedanke, sondern das gemeinsame Lernen und das Analysieren der individuellen Ausgangssituationen standen im Projekt im Fokus. Für die Kulturstiftung des Bundes geht es in diesem Vorhaben zudem um die Frage, wie ökologische Nachhaltigkeit in einem größeren Maßstab in ihrem Fördersystem verankert werden kann. Nicht zuletzt hat sie im Rahmen des Projekts auch selbst eine Klimabilanz für ihre Standorte in Halle und Berlin erstellt. Die Stiftung stellte für das Projekt insgesamt 120.000 Euro zur Verfügung.

Hortensia Völckers, Künstlerische Direktorin der Kulturstiftung des Bundes: „Wir müssen die Bedingungen künstlerischer Arbeit in Zeiten des Klimawandels gemeinsam diskutieren, überprüfen und neu gestalten. Jede Veränderung, die auf Dauer wirken soll, braucht eine Standortbestimmung. Die positive Resonanz der 19 beteiligten Einrichtungen bestärkt uns, den eingeschlagenen Weg programmatisch weiter zu verfolgen.“

Das Pilotprojekt wurde im Verbund umgesetzt. Ein solches „Konvoi-Verfahren“ ermöglicht, dass die beteiligten Organisationen, begleitet durch Beraterinnen und Berater, ihre Erfahrungen teilen und voneinander lernen können. Die Pilotgruppe wurde durch die Kulturstiftung des Bundes mit dem Ziel zusammengestellt, eine möglichst große Bandbreite an Kultureinrichtungen aus dem Bundesgebiet abzubilden. Berücksichtigt wurden verschiedene Sparten, Einrichtungsgrößen, Standortbedingungen und Vorkenntnisse der Institutionen.

Mit dem von der Europäischen Kommission vorgelegten Green New Deal sollen die Netto-Treibhausgasemissionen in der EU bis 2050 auf Null gesenkt werden. Deutschlands Ziel ist es, die Emissionen bis 2030 gegenüber 1990 um 55% zu senken. Das sind große Ziele, die nur erreicht werden können, wenn sie als gesamtgesellschaftliche Aufgabe verstanden werden und dieser Transformationsprozess auch im Kulturbereich stattfindet.

Konkret ging es in den Einrichtungen um folgende Fragen: Wie groß ist der CO2-Fußabdruck eines Hauses, auf welche Aktivitätsfelder verteilen sich die Emissionen und wo können wesentliche Verbesserungen erzielt werden? Im Pilotprojekt wurden die Klimabilanzen nach dem internationalen Berichtsstandard des „Greenhouse Gas Protocol (GHG)“ erarbeitet, das zwischen direkten, indirekten und vor- bzw. nachgelagerten Emissionen unterscheidet. Demgemäß wurden insbesondere die folgenden Emissionsquellen für das Jahr 2019 untersucht: Infrastruktur (Strom- und Wasserverbrauch, Wärme/Kälte, Abfall), Mobilität (der Mitarbeiterinnen, der Besucher, der Künstler und der Gegenstände/Transporte) sowie Beschaffung (für Werkstätten, Verwaltung oder Gastronomie). Mittels dieser Daten erhält jedes Haus eine Aufstellung und Analyse seiner Zahlen, um relevante Einsparpotenziale identifizieren und Handlungsempfehlungen daraus ableiten zu können.

Bis Ende April 2021 werden die Erkenntnisse aus dem Pilotprojekt ausgewertet und für eine Online-Publikation aufbereitet. Neben hilfreichen Tipps u.a. zu ersten Schritten bei der Klimabilanzierung, werden hier auch Fachartikel und Grafiken, veröffentlicht. Die Publikation steht ab Mitte Mai zum kostenfreien Download auf der Website der Kulturstiftung des Bundes bereit.

Folgende Einrichtungen haben sich am Projekt beteiligt:

  • Deutsches Nationaltheater Weimar
  • Gedenkstätte Sachsenhausen
  • Kampnagel Internationale Kulturfabrik, Hamburg
  • Konzerthaus Berlin
  • Kunsthalle Rostock
  • Künstlerhaus Mousonturm, Frankfurt
  • Kunstverein Hannover
  • Lenbachhaus, München
  • Museum Folkwang, Essen
  • Saarländisches Staatstheater, Saarbrücken
  • Schaubühne am Lehniner Platz, Berlin
  • Stadtbibliothek Berlin-Pankow
  • Stadtbücherei Norderstedt
  • Staatliche Kunstsammlungen Dresden
  • Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz, Ludwigshafen
  • Staatsschauspiel Dresden
  • Staatstheater Darmstadt
  • tanzhaus nrw, Düsseldorf
  • Zentrum für Kunst und Medien, Karlsruhe

Weitere Informationen zum Projekt finden Sie hier.

]]>
news-94 Mon, 25 Jan 2021 06:17:00 +0100 Labore des Zusammenlebens – Kulturstiftung des Bundes startet neue Veranstaltungsreihe https://www.kulturstiftung-des-bundes.de/de/presse/pressemitteilungen.html?tx_news_pi1%5Baction%5D=detail&tx_news_pi1%5Bcontroller%5D=News&tx_news_pi1%5Bnews%5D=94&cHash=b35a050062ee7b97ae1ecb2d0d43b59f Reihe versammelt digitale Gespräche und künstlerische Projekte In einer neuen Veranstaltungsreihe, den Laboren des Zusammenlebens (externer Link, öffnet neues Fenster), versammelt die Kulturstiftung des Bundes zukünftig digitale Gespräche und künstlerische Projekte.

Unter Labor verstehen wir eine Haltung zur Wirklichkeit. Sie speist sich aus der Erfahrung, wie schnell sich scheinbar gesicherte Annahmen überholen können. Die neue Veranstaltungsreihe lädt Künstlerinnen und Theoretiker, Wissenschaftlerinnen und Akteure der kulturell-institutionellen Praxis ein, Szenarien unseres zukünftigen Zusammenlebens zur gemeinsamen Testung vorzuschlagen.

Die Form der einzelnen Labore folgt dem, was Erkenntnisgewinn verspricht. Das mag eine moderierte Kontroverse um schmerzliche Zerwürfnisse in der kulturellen Praxis sein; ein anderes Mal ein schneller partnerschaftlicher Austausch zu Überlegungen im Entstehen, für die in der öffentlichen Debatte weitere Mitdenkende gewonnen werden sollen. Das Herzstück bilden künstlerische Projekte, die Künstlerinnen und Künstler im Dialog mit der Kulturstiftung des Bundes als Reallabore entwickeln. Hierbei entstehen Arbeiten für den digitalen Raum, die sich Zeit für intensive Recherchen nehmen und Experimente in Form und Ausdrucksweise darstellen.

Die Kulturstiftung des Bundes hat sich über die Jahre mit vielen Kulturinstitutionen verbunden, die sich den Herausforderungen eines Wandels ihrer Aufgaben in der Gegenwartsgesellschaft stellen. Als ein Knotenpunkt im Netzwerk wissen wir, dass viele unserer Partner überlegen, wie eine Neuausrichtung ihrer institutionellen Praxis im Zusammenhang des zukünftigen kulturellen Zusammenlebens aussehen könnte. In den Laboren wollen wir entsprechende Fragen bündeln und Handlungsoptionen diskutieren.

Den Auftakt unserer neuen Veranstaltungsreihe bildet am 28. Januar 2021 ein digitales Gespräch zwischen dem Historiker und Literaturwissenschaftler Michael Rothberg und der Autorin und Publizistin Carolin Emcke:

Labor #1: „Erinnerungen an Gewalt – Zur Zukunft von Erinnerungskultur im globalen Kontext“ – Ein Gespräch zwischen Michael Rothberg und Carolin Emcke am 28. Januar 2021

Die deutsche und europäische Gedenkkultur an die Shoah wird in Zukunft nur dann lebendig bleiben, wenn sie den solidarischen Schulterschluss mit anderen Erinnerungen an die Gewalt im 20. Jahrhunderts sucht, so die Prognose von Michael Rothberg in seiner in den USA intensiv rezipierten Studie „Multidirectional Memory“. Sie erscheint in Kürze in deutscher Übersetzung. Rothberg plädiert dafür, den Blick für die Verstrickungen (post-)kolonialer und faschistischer Verbrechen zu öffnen. Gedenken sei kein „Nullsummenspiel“ oder Konkurrenzkampf um Opfertum, sondern gelebte Empathie und damit eine große Chance für das Miteinander der Erinnerungskulturen. Doch liegt in einer solchen Sichtweise auf die deutsche Geschichte nicht auch eine Gefahr historischer Relativierung, die einem gegenwärtig erstarkenden Antisemitismus in die Hände spielt? Könnte auch eine Abstumpfung gegenüber konkretem Leid die Folge sein?

Wir laden herzlich zu unserem ersten Labor ein! Die kostenfreie Veranstaltung findet am 28. Januar 2021 um 19 Uhr auf Zoom statt. Interessierte haben die Gelegenheit, im Chat Fragen zu stellen. Ein Zugangslink ist nach Anmeldung unter https://laboredeszusammenlebens.liteproject.de (externer Link, öffnet neues Fenster) erhältlich. Zusätzlich wird die Veranstaltung live auf Youtube gestreamt. Das Gespräch findet in englischer Sprache statt. Im Nachgang stellen wir eine Aufzeichnung mit deutschen Untertiteln bereit.

Das erste künstlerische Reallabor der Reihe wird im Mai 2021 unter dem Titel Made to Measure (externer Link, öffnet neues Fenster) vom Kollektiv Laokoon präsentiert und formuliert Anforderungen an eine digitale Datenethik für das Zeitalter algorithmischer Prognostik.

]]>