Die aus dem pakistanischen Karachi stammende Künstlerin Bani Abidi gehört zu den bemerkenswertesten zeitgenössischen Künstlerinnen ihrer Generation. Die Tochter indischer Eltern ist in Pakistan aufgewachsen, lebte viele Jahre in den USA und wohnt heute in Berlin. In ihren Filmen übernimmt sie oft die Rolle der Geschichtenerzählerin und Stadtarchäologin. Sie thematisiert ihre eigene Herkunft und befasst sich mit den geopolitischen Spannungen zwischen den Nachbarstaaten Pakistan und Indien. Ihre künstlerischen Auseinandersetzungen sind oftmals durch humorvolle Zugänge zu politischen und kulturellen Themen geprägt. Ihre Werke sind seit mehr als einer Dekade international zu sehen, so in Kalkutta, Dallas, New York, Berlin und auf der documenta in Kassel. In der Ausstellung „And They Died Laughing“ im Berliner Gropius-Bau werden sowohl bereits existierende Arbeit als auch ein neu entwickeltes Auftragsprojekt zu sehen sein. Unter dem Titel „The Graveyard and Lost Procession“ (AT) wird sich Abidi mit den Erfahrungen der Hazara-Bevölkerungsgruppe aus Quetta, der Hauptstadt von Belutschistan, auseinandersetzen, die in jüngster Zeit nach Deutschland geflohen sind. Abidi befasst sich mit ihren Geschichten von Enteignung und der Anpassung von tradierten Ritualen an die Gegebenheiten in der neuen Heimat. Sie wird sich in dieser filmischen Arbeit künstlerisch u.a. mit der sogenannten Ashura-Prozession auseinandersetzen, die seit einigen Jahren auf den Straßen Berlins stattfindet. Die Ausstellung wird von einem umfangreichen Begleitprogramm mit Führungen und Vermittlungsangeboten gerahmt.

Kuratorin: Natasha Ginwala (IND)
Künstlerin: Bani Abidi (PK)

  • Termine

    07.06. –
    22.09.2019

    Ausstellung

    Gropius-Bau | Berlin

Kon­takt

Martin-Gropius-Bau

Niederkirchner Straße 7
10963 Berlin

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