Mit Artur Żmijewski wurde ein international viel beachteter Künstler zur Entwicklung und Umsetzung des Konzepts der 7. Berlin Biennale eingeladen. 1966 in Warschau geboren, bearbeitet Żmijewski in seinen Aktionen und Filmen vor allem soziale und politische Themen. Żmijewski hatte die Gruppe Voina aus Russland und Joanna Warsza aus Warschau zu assoziierten Kurator/innen ernannt.

Unter den Künstlerinnen und Künstlern, die zur 7. Berlin Biennale eingeladen waren, war z.B. die israelisch-niederländische Künstlerin Yael Bartana, die in Berlin ihr Projekt „Jewish Renaissance Movement in Poland“ (JRMiP – Bewegung Jüdischer Wiedergeburt in Polen) weiterentwickelt hat. Initiiert von Bartana, setzt sich die JRMiP für die Rückkehr von 3.300.000 Juden nach Polen ein. Seit ihrer Gründung 2007 hat die Bewegung internationalen Zuspruch erhalten und zahlreiche Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden.

Der palästinensische Künstler Khaled Jarrar nutzt staatliche Dokumente, die zur Festschreibung von Identität und Zugehörigkeit dienen, als Vorlage für alternative Identitätsentwürfe. Mit einem von ihm gestalteten Einreisestempel für Palästina stempelt er seit 2011 Reisepässe von TouristInnen und PassantInnen in Ramallah, Berlin, Paris und in anderen Städten. Jarrar nahm an der 7. Berlin Biennale mit einem weiteren Aspekt des Projektes teil, das sich eines anderen offiziellen Wertzeichens bedient: der Briefmarke. Mithilfe des Services „Marke individuell“ der Deutschen Post AG gestaltete und produzierte Jarrar Briefmarken für den State of Palestine, die sich im regulären Postverkehr einsetzen lassen. Über 20.000 Marken wurden bereits verkauft. Zentrales Gestaltungselement ist der Jerichonektarvogel (auf Englisch: Palestine Sunbird).

Die 7. Berlin Biennale bespielte mit ihrer Ausstellung verschiedene Orte in Berlin, darunter auch im öffentlichen Raum. Darüber hinaus fanden temporäre Projekte und Veranstaltungen sowie Solidaritätsaktionen im In- und Ausland statt.

Informationen zu allen Projekten, Künstlern und Veranstaltungen der 7. Berlin Biennale finden Sie unter berlinbiennale.de.

Einen Einblick in Artur Żmijewskis Herangehensweise bietet sein Interviewbuch "Körper in Aufruhr", das auf Deutsch und Englisch erhältlich ist (Artur Żmijewski, Körper in Aufruhr / Trembling Bodies, 2011, hrsg. vom Berliner Künstlerprogramm/DAAD und CSW Kronika, Bytom, Bestellung: bkp.berlin@daad.de). Das Buch versammelt seine Gespräche mit polnischen Künstlerinnen und Künstlern der „kritischen Kunst” - Bewegung. 

Die 7. Berlin Biennale wurde organisiert durch die KW Institute for Contemporary Art.

Kurator: Artur Żmijewski
Assoziierte KuratorInnen: Joanna Warsza und Voina

Art­Wi­ki-Pro­jekt

Im November 2010 lud Kurator Artur Żmijewski mit einem internationalen Open Call Künstlerinnen und Künstler dazu ein, Portfolios einzusenden. Um die mehr als 5.000 Einsendungen in die Ausstellung zu integrieren, wurde in Zusammenarbeit mit dem in Berlin lebenden Medien-Aktivisten Pit Schultz eine offene, nicht kommerzielle Plattform entwickelt: ArtWiki, ein digitales Nachschlagewerk für die Kunst nach dem Vorbild von Wikipedia. Seit der Eröffnung der 7. Berlin Biennale ist ArtWiki mit den Profilen der KünstlerInnen, die einer Teilnahme zugestimmt haben, nun online abrufbar.

Kon­takt

KW Institute for Contemporary Art

Auguststraße 69

D-10117 Berlin

www.kw-berlin.de

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T +49. 30. 243459. 42
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