Die Pina Bausch Foundation arbeitet seit ihrer Gründung im Jahr 2009 daran, das künstlerische Erbe ihrer Namensgeberin lebendig zu halten und in die Zukunft zu tragen. Anlässlich ihres zehnjährigen Bestehens initiiert sie gemeinsam mit der École des Sables (Senegal) unter der Leitung von Germaine Acogny das Projekt „common ground[s]“: Als eine Suche nach Gemeinsamkeiten verstanden, gehen die mitwirkenden Tänzer den Resonanzen zwischen unterschiedlichen Tanztraditionen und Werken aus Afrika und Europa nach. Sie erforschen dabei Wege, wie Wissen und Erfahrungen im Bereich des Tanzes weitergegeben werden.
Das Projekt ist zweiteilig angelegt: Zum einen studieren westafrikanische Tänzer Pina Bauschs Choreografie zu Igor Strawinskys „Le Sacre du printemps“ ein. Wenngleich es sich formal nicht ändern wird, so werden es die nicht-klassisch ausgebildeten afrikanischen Tänzerinnen mit ihren jeweils eigenen tänzerischen und persönlichen Hintergründen beeinflussen. „Le Sacre du printemps“ ist ein Schlüsselwerk Pina Bauschs und gehört zu den meistgezeigten Werken der Choreografin. Obwohl es seit 1977 an zahlreichen Orten in der Welt gezeigt wurde, war es bislang nicht in Afrika zu sehen. Zum anderen werden Germaine Acogny und Malou Ariaudo ein gemeinsames Stück als Duett erarbeiten. Beide schon über 70 Jahre alt, sind immer noch aktiv und verfügen über einen großen Erfahrungsschatz: Germaine Acogny gilt als Pionierin des zeitgenössischen afrikanischen Tanzes und Malou Ariaudo war u.a. eine prägende Protagonistin des Tanztheater Wuppertal und leitete das Institut für Zeitgenössischen Tanz der Folkwang Universität in Essen. Die Idee, voneinander zu lernen und in den Austausch miteinander zu kommen, ist auch für ihr Duett zentral. Der Komponist Fabrice Buillon entwickelt mit fünf senegalesischen Trommlern Rhythmen für das Stück, die er aufzeichnet und bei den Aufführungen live mixen wird. „common ground[s]“ wird 2020 je viermal in Dakar und im Opernhaus Wuppertal aufgeführt. Das Londoner Sadler’s Well Theater, das die Produktion mitfinanziert, organisiert zudem eine Tournee durch verschiedene europäische und afrikanische Länder. Der Entstehungsprozess wird durch den Filmemacher Florian Heinzen-Ziob dokumentarisch begleitet.

Künstlerische Leitung: Jo Ann Endicott, Patric Acogny (SN)
Choreografie: Germaine Acogny (SN) und ein ehemaliges Ensemblemitglied Tanztheater Wuppertal Pina Bausch

 

Geplante Termine:

Workshop- und Auditiontour Ende 2019: Centre de Développement Chorégraphique La Termitère, Ouagadougou; Compagnie Ange Aoussou, Abijan; Centre Culturel Blaise Senghor, Dakar
Workshops Frühjahr 2020: Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, Wuppertal; Folkwang Universität der Künste; Essen
Aufführungen Frühjahr 2020: Centre Culturel Blaise Senghor, Dakar; Théâtre National Daniel Sorano, Dakar; Opernhaus, Wuppertal; Filmpreview + internationales Symposium: Frühjahr 2020:Schauspielhaus (Pina Bausch Zentrum), Wuppertal; Internationale Gastspiele 2020-2022

 

Kon­takt

Pina Bausch Foundation

Fingscheid 5
42285 Wuppertal

www.pinabausch.org