Rudolf Steiner ist in Deutschland als Begründer der Waldorfpädagogik und Wegbereiter der Alternativmedizin bekannt. Die vom Vitra Design Museum konzipierte Ausstellung "Die Alchemie des Alltags" war die erste umfassende Retrospektive seines Gesamtwerkes, das neben Bauten, Interieurs und Möbeln auch Gemälde, Zeichnungen und Bühnenbilder sowie zahlreiche Publikationen umfasst. Im Vordergrund stand nicht die anthroposophische Perspektive auf Steiners Werk, vielmehr ging es um die historische und kunsthistorische Verortung seines geistigen Schaffens. Die Kuratoren zeigten Steiners Wurzeln in den Reformbewegungen des frühen 20. Jahrhunderts und die Bezüge zu Zeitgenossen wie Nietzsche, Kandinsky oder Isadora Duncan.
Die Ausstellung strebte eine werkorientierte, differenzierte Beurteilung der bis heute stark polarisierenden Figur Steiners an, die auch kritische Fragestellungen einschloss. Sie stellte seinem Werk künstlerische Positionen an die Seite, die zum Teil stark davon geprägt sind wie die von Joseph Beuys, Frank Lloyd Wright oder Konstantin Grcic.

Die Kunstmuseen in Stuttgart und Wolfsburg ergänzten die Ausstellung um zeitgenössische Positionen von Künstlern wie Olafur Eliasson, Anish Kapoor, Katharina Grosse oder Tony Cragg. Gerade an den aktuellen Positionen wurde deutlich, wie sehr auch Steiners Werk Künstler bis heute beeinflusst.

An den einzelnen Stationen der Ausstellung wurden lokale Bezugspunkte besonders hervorgehoben: In Weil am Rhein wurde beispielsweise die Architektur der Villenkolonie im schweizerischen Dornach untersucht, deren Einfluss auf die zeitgenössische Architektur noch immer erkennbar ist.

Kurator: Mateo Kries, Wissenschaftliche Beratung: Walter Kugler, Markus Brüderlin, Ulrike Groos

Kon­takt

Vitra Design Stiftung gGmbH

Charles-Eames-Straße 1

79576 Weil am Rhein

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