Unabhängigkeit! Selbstbestimmung! Das klingt nach Befreiung und historischem Fortschritt und ist doch oft verbunden mit Ab- und Ausgrenzung, mit Populismus und Renationalisierung. In „Fight (for) Independence“ schließen sich die Künstler*innen der Costa Compagnie aus Berlin und Hamburg mit den Staatstheatern in Nürnberg und Oldenburg sowie mit dem Edith-Russ-Haus für Medienkunst  Oldenburg und dem Ballhaus Ost Berlin als Gastspielpartner zusammen und begeben sich auf einen inhaltlich und biografisch verknüpften Recherche-Pfad. Im ersten Jahr reichen die Stationen von den Reichsbürgern in Franken, über den Brexit im Vereinigten Königreich bis hin zur „Independence“-Bewegung in Südsudan, im zweiten Jahr von Mosambiks FRELIMO und Kataloniens Estelada bis hin zu identitären Gruppierungen in Oldenburg.

Die polyphonen Positionen werden mit 360°-Kameras gefilmt und in zwei spartenübergreifenden, immersiven Performances an den Theaterhäusern, in einer choreographischen Arbeit im Kunstverein sowie filmisch in der Virtuellen Realität umgesetzt. Dabei widmen sich die Künstler auch dem Zusammenhang von Affekten und Abgrenzungsmechanismen, die global im Zuge digitaler Realitäten zu beobachten sind. Im Zentrum des Projekts stehen folgende Fragen: Was bedeutet Unabhängigkeit heute und von wem wünschen wir sie uns? Wie sehen die konkreten Erfahrungen der in Unabhängigkeitsprozesse involvierten Menschen aus? Worin bestehen die Unterschiede und die Abhängigkeiten zwischen globalem Norden und Süden? Was sind kritische, postkoloniale Perspektiven? Und wie kann „Unabhängigkeit“ in ein intermediales, zeitgenössisches Format gebracht werden?

Kon­takt

costa compagnie

www.costacompagnie.org