Video-Dokumentation
Ihre Cookie-Einstellungen haben dieses Video blockiert.
Impressionen von der Veranstaltung „Kultur in der +2-Grad-Gesellschaft“:
Die Tagung war der Abschluss des Pilotprojekts „Klimaanpassung in Kultureinrichtungen“ und fand im September 2025 in Mannheim statt. Im Video erklären Expertinnen und Experten, wie sich Hitze, Hochwasser oder Starkregen auf die Kultur auswirken werden. Und einige Teilnehmende des Pilotprojekts berichten beispielhaft, was sie für die Zukunft ihrer Theater, Museen oder Parkanlagen gelernt haben. Bei baulichen Maßnahmen geht es dabei auch um einen konstruktiven Dialog mit den Verantwortlichen im Bereich Denkmalschutz.
Mitwirkende des Films: Dr. Ronald Bernecker, Dr. Achim Daschkeit, Tatjana Dürr, Naima Lipka, Andreas Pahl, Anja Sommer, Dr. Ulrike Wendland und Katarzyna Wielga-Skolimowska
Kamera & Montage: Arthur Bauer
Redaktion: Dr. Sebastian Brünger, Jan-Philipp Kohlmann
Illustrationen: Christina Gransow
Fotos: Deutsches Hygiene-Museum Dresden, Andreas Pahl, Candy Welz, Gordon Welters
Grafiken: Bureau Est, Deutscher Wetterdienst, Umweltbundesamt
Eine Filmdokumentation von Arthur Bauer im Auftrag der Kulturstiftung des Bundes © Halle an der Saale, 2025
Das Pilotprojekt
Die Überschreitung der 1,5-Grad-Celsius-Grenze ist inzwischen kein unbestimmtes Zukunftsszenario mehr. Da der Klimawandel nicht mehr vollständig gestoppt werden kann, müssen neben wirksamen Klimaschutzmaßnahmen zugleich neue Strategien für die Anpassung an neue klimatische Bedingungen entwickelt werden.
Das gilt auch für den Kultursektor in Deutschland, der wie andere Lebensbereiche zunehmend von den Folgen des Klimawandels betroffen ist. Starkregen und Hochwasser etwa haben in der Vergangenheit zu teils massiven Schäden an Museumsgebäuden und Kunstobjekten geführt. Extreme Hitzeperioden und Dürren sind eine Belastung für Publikum wie Sammlungen und bedrohen akut die Biosysteme von historischen Schloss- und Gartenanlagen. Die Frage, welche neuen Aufgaben durch den Klimawandel auf Kultureinrichtungen zukommen, gewinnt an Dringlichkeit.
Zugleich wächst die Zahl an Kulturinstitutionen, die sich intensiv mit Klimaeinflüssen für die eigene Region beschäftigen oder ihre eigenen Liegenschaften bereits ökologischer bewirtschaften. Mit ebenso viel Erfindergeist und Gemeinsinn suchen die ersten Institutionen einen guten Umgang mit den Folgen der Klimakrise. Manche Einrichtungen entwickeln schon Einzelmaßnahmen oder experimentieren mit innovativen Ideen für die Zukunft – etwa mit schattenspendenden Pflanzensegeln, um die Sonneneinstrahlung in Ausstellungsräumen zu reduzieren. Andere Einrichtungen wollen in Hitzeperioden zukünftig der städtischen Öffentlichkeit als Orte der Abkühlung dienen.
Neue Konzepte für die Zukunft
Die Kulturstiftung des Bundes hat vor diesem Hintergrund das Pilotprojekt „Klimaanpassung in Kultureinrichtungen“ initiiert und zwanzig Kultureinrichtungen eingeladen, im Rahmen eines rund einjährigen Lern- und Beratungsprozesses mit einem erfahrenen Team aus Expertinnen und Experten zusammenzuarbeiten. Dabei wurden zunächst die ortsspezifischen Klimarisiken ermittelt, von denen die Einrichtungen aktuell und zukünftig betroffen sind. Auf dieser Grundlage identifizierten sie gemeinsam konkrete Handlungsoptionen, wobei naturbasierte Lösungen (wie etwa die Begrünung von Dachflächen) priorisiert wurden. Abschließend wurden die Ergebnisse zu zukunftsweisenden Konzepten zusammengefasst, um die Anpassungspotentiale der Kultureinrichtungen in der Klimakrise zu stärken.
Internationale Vernetzung und Wissenstransfer
Das Expertenteam
Die Projektumsetzung wurde von der Kulturstiftung des Bundes im Rahmen eines Vergabeverfahrens ausgeschrieben. Den Auftrag erhielt ein Konsortium aus unterschiedlichen Partnern, die verschiedene Perspektiven und Kompetenzen in das Projekt einbringen: Das Team bestand aus Expertinnen und Experten von adelphi consult GmbH (Forschungs- und Beratungseinrichtung zu Nachhaltigkeitsthemen), Fraunhofer-Institut für Bauphysik (IBP), Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden (HTWD) und dem Landschaftsarchitekturbüro L-A-E Ehrig GmbH.
Internationale Vernetzung und Wissenstransfer
Im Rahmen des Pilotprojekts wurden auch internationale Perspektiven und zahlreiche wissenschaftliche Partner eingebunden, um den interdisziplinären Wissenstransfer zwischen Kultur, Denkmalpflege, Umwelttechnik, Kulturmanagement und Forschung zu stärken. Zusätzlich zu der frei zugänglichen Dokumentation hat eine Abschlussveranstaltung in Mannheim die modellhaften Ergebnisse gebündelt und sichtbar gemacht, so dass auch weitere Kultureinrichtungen vom Gelernten profitieren können.
20 Kultureinrichtungen in der Pilotgruppe
Das Pilotprojekt wurde mit 20 Kultureinrichtungen im Verbund umgesetzt. Ein solches „Konvoi-Verfahren“ ist ein effektiver Ansatz, mit dem verschiedene Organisationen gemeinsam unter Begleitung von Expertinnen und Experten Erfahrungen teilen und voneinander lernen können. Die Pilotgruppe deckte verschiedene Sparten ab – Erinnerungskultur, Literatur, Museen, Schlösser & Gärten, Soziokultur, Theater & Musik – und repräsentierte ein breites Spektrum an Vorkenntnissen, Organisationsgrößen und unterschiedlichen Standortbedingungen aus allen Bundesländern.
Nachhaltigkeit bei der Kulturstiftung des Bundes
Das Projekt fügt sich ein in eine langfristige Beschäftigung der Kulturstiftung des Bundes mit ökologischer Nachhaltigkeit im Kulturbereich – von betrieblichen Innovationen bis zu neuen Ästhetiken. Seit 2011 hat sie sich zudem mit dem Umweltmanagementprogramm EMAS (Eco-Management and Audit Scheme) verpflichtet, ihr eigenes Umweltverhalten kontinuierlich zu verbessern und sich selbst als lernende Organisation zu begreifen. In den letzten Jahren standen dabei Klimaschutz und Emissionsreduktion im Fokus ihres Handelns. Im Rahmen des Pilotprojekts „Klimaanpassung in Kultureinrichtungen“ war die Kulturstiftung mit ihrem Hauptsitz in Halle (Saale) ebenfalls Teil der Pilotgruppe. Weitere Informationen zur ökologischen Nachhaltigkeit der Kulturstiftung finden Sie in ihrer Umwelterklärung.
Die beteiligten Kultureinrichtungen
- Burg Hülshoff – Center for Literature, Havixbeck (Nordrhein-Westfalen)
- Deutsches Hygiene-Museum Dresden (Sachsen)
- Frieda 23 Kunst- und Medienzentrum Rostock (Mecklenburg-Vorpommern)
- Gärten und Parks der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz (Sachsen-Anhalt)
- Gropius Bau (Berlin)
- Kulturzentrum TUFA Trier (Rheinland-Pfalz)
- Kunstverein Braunschweig (Niedersachsen)
- Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (Brandenburg)
- Museum für Kunst & Gewerbe (Hamburg)
- Musik- und Kongresshalle Lübeck (Schleswig-Holstein)
- Nationaltheater Mannheim (Baden-Württemberg)
- Parktheater Iserlohn (Nordrhein-Westfalen)
- Schauburg München (Bayern)
- Senckenberg Naturmuseum Frankfurt (Hessen)
- Schlösser und Gärten der Klassik Stiftung Weimar (Thüringen)
- Staatsgalerie Stuttgart (Baden-Württemberg)
- Stadtbibliothek Saarbrücken (Saarland)
- Städtische Bibliotheken Dresden (Sachsen)
- Stadttheater Bremerhaven (Bremen)
- WUK Theater Quartier Halle (Sachsen-Anhalt)
Ablauf des Projekts
Das Pilotprojekt startete im Frühjahr 2024 und wurde in drei Phasen durchgeführt.
Klimarisikoprofile
In der ersten Projektphase hat das Expertenteam für die 20 Standorte der Kultureinrichtungen umfangreiche Klimadaten zusammengestellt und analysiert. Durch den Vergleich historischer, aktueller und zukünftiger Klimadaten konnten standortspezifische Aussagen über bereits eingetretene und zukünftig zu erwartende Klimaveränderungen getroffen werden. Ergänzend dazu hat das Team des Pilotprojekts in allen Kultureinrichtungen mit den Mitarbeitenden vor Ort Begehungen der Liegenschaften durchgeführt und bisherige Erfahrungen diskutiert. Auf dieser Grundlage konnten vulnerable Handlungsfelder identifiziert und für jede Institution spezifische Klimarisikoprofile erstellt werden.
Anpassungsmaßnahmen
Auf der Grundlage der Klimarisikoprofile wurden in der zweiten Phase ab Winter 2024 gemeinsam mit den Kultureinrichtungen geeignete Anpassungsmaßnahmen entwickelt, von denen einzelne zu konkreten Maßnahmensteckbriefen ausgearbeitet werden. In gemeinsamen Workshops, sowohl in Präsenz als auch digital, konnten sich die Kultureinrichtungen über ihre Klimarisiken sowie die erarbeiteten Anpassungsmaßnahmen austauschen.
Klimaanpassungskonzepte
Die Klimarisikoprofile und Maßnahmen-Steckbriefe jeder Einrichtung wurden schließlich in der dritten Phase im Frühjahr und Sommer 2025 zu Klimaanpassungskonzepten zusammengefasst. Die Expertinnen und Experten arbeiteten dabei eng mit den Verantwortlichen der Kultureinrichtungen zusammen. Diese Konzepte können von den beteiligten Institutionen unterschiedliche Zwecke verwendet werden: zur internen und externen Kommunikation des Handlungsbedarfs zur Anpassung an den Klimawandel, zur Priorisierung von Aktivitäten, als Ausgangspunkt für die Umsetzung von Maßnahmen, als Ideensammlung für mittelfristige Umsetzungsaktivitäten, als Basis für den Austausch über Klimaanpassung mit Anliegern bzw. der Kommune oder auch als Grundlage für Förderanträge.
Die Dokumentation des Pilotprojekts (öffnet neues Fenster) sowie die Abschlussveranstaltung „Kultur in der +2-Grad-Gesellschaft” führen die jeweils vor Ort gesammelten Erkenntnisse zusammen.

Downloads
Termine
Aktuell keine bevorstehenden Termine
Vergangene Termine
22. September, 2025 bis 23. September, 2025: Kultur in der +2-Grad-Gesellschaft
Klimaresilienz von Kultureinrichtungen
Alte Feuerwache, Mannheim
11. Dezember, 2024 : Online-Workshop „Kultur trifft Klima“
In der Spotlight-Reihe des Zentrum KlimaAnpassung werden das Pilotprojekt und erste Erkenntnisse vorgestellt.
Weitere Informationen und Anmeldung unter: https://zentrum-klimaanpassung.de/vernetzung-veranstaltungen/termine/zka-spotlight-kultur-trifft-klima-klimaanpassung-kultureinrichtungenonline
8. November, 2024 : Workshop „Klimaanpassung und Denkmalschutz“
Austausch über die Realisierbarkeit von Klimaanpassungsmaßnahmen in denkmalgeschützten Kultureinrichtungen. Weitere Informationen unter: https://www.denkmal-leipzig.de/programm/denkmal/21899
Fachmesse „denkmal“, Leipzig









