Konkreter Widerstand

Konstruktivismen des globalen Südens

Projektbeschreibung

Mit dem Forschungs- und Ausstellungsprojekt „Konkreter Widerstand“ beleuchtet das Museum im Kulturspeicher Würzburg in Zusammenarbeit mit internationalen wie lokalen Partnern konkrete Kunst und ihre Schlüsselfiguren erstmals aus einer globalen Perspektive. Wie sieht konkrete Kunst im Globalen Süden aus, welche Bedeutung hat sie und worin unterscheiden sich die Ideen, denen die konkreten Künstler mittels ihrer Arbeiten Ausdruck verleihen?

Das Projekt legt einen besonderen Fokus auf die konkrete Kunst als Mittel des Widerstands und zeigt auf, wie Künstlerinnen in Afrika, Lateinamerika, Asien und Europa Form, Farbe und geometrische Kompositionen nutzen, um Strukturen in Politik und Gesellschaft mit dem Ziel ihrer Veränderbarkeit sichtbar zu machen. Die zugunsten der abstrakten Kunst kunsthistorisch vernachlässigte Bewegung soll als international vernetzte, bedeutsame Avantgarde des 20. Jahrhunderts beleuchtet und gewürdigt werden. Zahlreiche afrikanische, lateinamerikanische, asiatische und europäische Malerinnen, Philosophen, Literaten und Architektinnen entwickelten die 1930 formulierten Grundgedanken der konkreten Kunst ab den 1950er Jahren weiter und passten sie ihren jeweiligen Lebensrealitäten an. Die Ausstellung präsentiert diese Werke im gesellschaftlichen und politischen Kontext ihrer Entstehungszeit und zeigt ihr Potential in Sachen Widerstand und Utopie. Insbesondere im Globalen Süden diente die konkrete Kunst einer Auseinandersetzung mit den Herausforderungen in der postkolonialen Gesellschaft. Der pakistanische Künstler und Aktivist Rasheed Araeen, stellt mithilfe konstruktivistischer Strukturprinzipien Werte wie Gleichheit und Partizipation dar. Der ghanaische Künstler Atta Kwami hinterfragt in seinen Arbeiten die westlich geprägte Unterscheidung von „europäischer Moderne“ und „afrikanischer Tradition“. Die ägyptische Künstlerin Menhat Helmy hält in Radierungen die gesellschaftlichen Umwälzungen in Ägypten vor dem Hintergrund von politischen Krisen fest. Zahlreiche lateinamerikanische Positionen aus Brasilien und Argentinien präsentieren konkrete Kunst als subversives Ausdrucksmittel gegen die damals aufkommenden Militärdiktaturen.

Eine umfangreiche Publikation begleitet das Projekt. In einem Forschungs- und Vortragsnetzwerk möchten die Universität Würzburg, das Instituto Schuch und die ZHdK Zürich den Austausch über die Bedeutung der konkreten Kunst auf globaler Ebene anregen und die Sammlung im Kunstspeicher in Würzburg neu kontextualisieren.


Künstlerische Leitung: Luisa Heese, Anke Kempkes
Künstlerinnen: Rasheed Araeen, Lenora de Barros, Augusto de Campos, Samia Halaby, Menhat Helmy, Diyi Laañ, Lygia Pape, Loló Soldevilla, Jesús Rafael Soto, Rubem Valentim

Termine

  • 1. Oktober, 2022 bis 15. Januar, 2023: Ausstellung

    Museum im Kulturspeicher Würzburg, Würzburg

Kontakt

Kulturspeicher

Stadt Würzburg
Rückermainstraße 2
97070 Würzburg

www.kulturspeicher.de (externer Link, öffnet neues Fenster)