Programm „Kunst & KI“ auf einen Blick
Mit ihrem Programm „Kunst & KI“ fördert die Kulturstiftung des Bundes die Entwicklung und Umsetzung von insgesamt elf Projekten, die sich künstlerisch mit KI-Technologien auseinandersetzen. Der antragsoffene Fonds richtet sich an gegenwartsorientierte Kulturinstitutionen und frei produzierende Künstlergruppen aller Sparten (nicht an Einzelkünstlerinnen und -künstler). Neben dem Fonds umfasst das Programm Werkstätten, Akademien und Präsentationen, in denen sie ihr Wissen mit Interessierten innerhalb und außerhalb des Programms teilen. Für das Programm stehen in den Jahren 2024 bis voraussichtlich 2028 bis zu 3,68 Mio. Euro zur Verfügung.
Fact-Box
- Programm
- Kunst & KI
- Laufzeit
- 2024 - 2028
- Fördersumme
- 3,68 Mio. Euro
- Geförderte Projekte
- 11
Was wird gefördert?
In den letzten Jahren gab es einen regelrechten Boom an ganz oder teilweise KI-generierter Kunst. Nach dieser ersten Phase des breiten Experimentierens gilt es nun, das ästhetische Potenzial von KI-Technologien auszuloten, ihre gesellschaftlichen Auswirkungen künstlerisch zu reflektieren und ein fundiertes Wissen über sie aufzubauen. Mit ihrem Programm „Kunst & KI“ fördert die Kulturstiftung des Bundes die Entwicklung und Umsetzung von mindestens zehn Exzellenzprojekten.
Das Programm „Kunst & KI“ verknüpft zwei Ebenen: die Arbeit mit KI-Technologien einerseits und die Reflexion ihrer weitreichenden gesellschaftlichen Auswirkungen andererseits. Die geförderten Institutionen werden insbesondere ermutigt, sich intensiv mit gemeinwohlorientierter Technologieanwendung auseinanderzusetzen. Dazu gehören Open Source Lizenzen, ein geringer Ressourcenverbrauch und der verantwortungsvolle Umgang mit Daten. So sollen die künstlerischen Arbeiten aus den Projekten zu Beispielen für die zukünftige Auseinandersetzung mit KI-Technologie werden. Um dies zu ermöglichen, benötigen die kulturellen Einrichtungen künstlerische Expertise und beispielsweise auch technisches Know-how. Daher können sie die Vorhaben auch in Zusammenarbeit mit weiteren nationalen oder internationalen Kulturinstitutionen, Software-Entwicklerinnen oder freien Künstlergruppen realisieren.
Wer kann gefördert werden?
Die Förderung richtet sich an Kulturinstitutionen und frei produzierende Künstlergruppen, die diese erforderlichen Kompetenzen nachweisen können und sich neugierig sowie kritisch mit einer der zentralen Technologien unserer Zeit und ihren gesellschaftlichen Implikationen künstlerisch auseinandersetzen möchten. Die Fördersumme beträgt mindestens 100.000 Euro und bis zu 240.000 Euro je Vorhaben.
Die Geförderten
Die folgenden 11 Vorhaben wurden im Juni 2025 zur Förderung im Programm “Kunst & KI” ausgewählt.
- Mario Pfeifer. Zustand der Nation, Albertinum, Staatliche Kunstsammlungen Dresden (Sachsen)
- Alphabete der Automatisierung, Annette von Droste zu Hülshoff-Stiftung Havixbeck (Nordrhein-Westfalen)
- SPECTRAL DIALOGUES, gamut inc GbR (Berlin)
- Uncertain Intelligences, Haus der Kulturen der Welt (Berlin)
- Our Brood, Haus der Kunst München (Bayern)
- Echoes of the Unwritten, Jüdisches Museum Frankfurt am Main (Hessen)
- Holly Herndon & Mat Dryhurst: Starmirror, K21 Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen Düsseldorf (Nordrhein-Westfalen)
- The System Cannot Fail (working title), Musiktheater im Revier Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen)
- Kaspar 2028, Residenztheater München (Bayern)
- School of Cow Comfort, Kunsthalle Osnabrück (Niedersachsen)
- [Who] Rules to Encounter, Theater Dortmund (Nordrhein-Westfalen)
Jury Kunst & KI
Die Jury des Programms „Kunst & KI“ setzt sich zusammen aus vier Expertinnen und Experten unterschiedlicher Disziplinen:
- Yasemin Keskintepe – Freie Kuratorin und Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Kunst- und Bildgeschichte der HU Berlin,
- Jan Rohlf – Künstlerischer Leiter CTM Festival Berlin,
- Sebastian Schmieg – Professor für Interface Design an der HTW Dresden, Künstler und Programmierer und
- Jeanne Charlotte Vogt – Dramaturgin, Kuratorin und Künstlerische Leiterin des NODE Verein zur Förderung Digitaler Kultur e. V.
Werkstätten, Dokumentation und Abschlussfestival
Angesichts der rasanten Entwicklung von KI-Technologien setzt das Programm zudem auf enge Vernetzung und Austausch der Projekte untereinander. In öffentlichen Veranstaltungen teilen sie kontinuierlich das Wissen mit weiteren Interessierten. Bei einem Abschlussfestival werden die künstlerischen Arbeiten beispielsweise in Form von Showcases oder Lecture Performances präsentiert. Ein wesentliches Ziel des Festivals ist es auch, die Themen, offenen Fragen, Erfahrungen und Erkenntnisse der Projekte in den aktuellen gesellschaftlichen Diskurs über KI einzubringen. Die Erfahrungen und entwickelten Codes werden gezielt für die Fachöffentlichkeit dokumentiert.
Der Vorstand der Kulturstiftung des Bundes entscheidet über die Vergabe der Mittel. Die Entscheidung über die Auswahl der geförderten Kultureinrichtungen beruht auf den Empfehlungen einer unabhängigen Fachjury, die Ende Juni 2025 getagt hat. Im Dezember 2024 wurden die Fördergrundsätze mit den Antragsvoraussetzungen auf dieser Seite veröffentlicht. Über alle wichtigen Termine informieren wir Sie auch in unserem Newsletter (externer Link, öffnet neues Fenster) und über Social Media (externer Link, öffnet neues Fenster).