Literaturarchive konservieren auf vielerlei Weise Spuren, die Autoren ebenso wie ihre literarischen Figuren hinterlassen: in Form von Bildmaterialien oder Totenmasken etwa und nicht zuletzt natürlich in Form von Texten. Um den Besuchern eine Vorstellung dieser Körper zu vermitteln, behelfen sich Literaturausstellungen meist eines Medienwechsels, indem sie Schrift mit Ton und Film kombinieren.
Mit der experimentellen Ausstellungsreihe „Literatur bewegt“ möchte die Literaturwissenschaftlerin Heike Gfrereis einen neuen Weg für die Gattung Literaturausstellung einschlagen. Dazu arbeitet sie mit Künstlern und Programmierern zusammen, die Texten und Sammlungsstücken aus dem Literaturarchiv, die auf ein immersives Abspielen oder Aufführen zielen, live einen Körper verleihen und sie auf ihre jeweils spezifische Weise kommentieren.
Wie lassen sich die Spuren dieser Körper wiederum so archivieren, dass wenigstens ein Teil ihrer an den Augenblick gebundenen Lebendigkeit erhalten bleibt? Welche neuen Formen der Ausstellungsgestaltung entstehen, wenn Ausstellungen kein statisches Medium mehr sind, sondern eines, das bewegt und bewegt werden kann?  Neben Antworten auf diese Fragen sucht das Projekt Auskunft darüber, ob sich das Experiment in andere nationale Kontexte übersetzen lässt.

Künstlerische Leitung: Heike Gfrereis, Sandra Richter
Künstler/innen und Wissenschaftler/innen: Tanya Blaich (US), Steffen Bogen, Measha Bruggergosman (CA), Gabriel Kahane (US), Christoph Israel, Sebastian Padó, Stephan Schwan, Alexander Schwarz, Peer Trilcke, Thomas Wördehoff

  • Termine

    09.05. –
    11.08.2019

    Ausstellung

    Lachen. Kabarett

    Literaturmuseum der Moderne | Marbach

Weitere Termine der experimentellen Ausstellungsreihe:

Berechnen 13.12.2020–11.4.2021;
Rauschen 13.5–15.8.2021;
Freiheit 24.3.–14.8.2022;
Singen 16.3.–13.8.2023

 

Kon­takt

Deutsches Literaturarchiv Marbach

Schillerhöhe 8-10
71672 Marbach am Neckar

www.dla-marbach.de