NADIA ist ein internationales Theaterprojekt, in dem fünf renommierte Theater aus ganz Europa parallel je eigene Inszenierungen auf die Bühne bringen: das belgische Théâtre de Liège, die italienische Fondazione TeatroDuo, die Amsterdamer Kompanie De Toneelmakerij, Norwegens größtes Schauspielhaus Det Norske Teatret sowie das Staatstheater Braunschweig.
Allen fünf Inszenierungen liegt derselbe Text zugrunde, der in Zusammenarbeit mit dem Autor Daniël van Klaveren entstand und sich mit der religiösen Radikalisierung unserer Gesellschaften im internationalen Kontext befasst. Ausgangspunkt ist die Frage, weshalb junge Mädchen aus Westeuropa ihre Familien verlassen, um sich dem „Islamischen Staat“ anzuschließen. Dabei sollen weniger dessen Rekrutierungsstrategien als vielmehr unsere eigenen Gesellschaften untersucht werden: Wie verorten sich westeuropäische Jugendliche im Spannungsfeld zwischen Perspektivlosigkeit und immer vielfältiger werdenden Wertesystemen? Was macht extremistische Positionen in ihrer Radikalität für junge Menschen in Westeuropa so attraktiv?
Fünf Regisseure adaptieren den Text ortsspezifisch an den jeweiligen Häusern und setzen ihn in je eine Inszenierung um. Die Ensembles stehen während der Produktionsphase in gegenseitigem Austausch. Auf einer Open-Source-Plattform wird der Dialog an das Publikum weitergespielt und dient dort als Anstoß für eine weiterführende Beschäftigung mit dem Thema.
Im Juni wird für alle Projektpartner ein Seminar am Deutschen Theater Berlin stattfinden, im Rahmen dessen die verschiedenen Inszenierungen gezeigt und mit Experten zum Thema Radikalisierung diskutiert werden. Ein letztes gemeinsames Treffen ist im Rahmen der Premiere in Liège, Belgien im November geplant.

Die Konzeption und Entwicklung von „NADIA“ erfolgt unter dem Dach der European Theatre Convention, einem europäischen Netzwerk öffentlicher Stadt- und Staatstheater. Es präsentiert das Projekt auf Konferenzen sowie als Best-Practice-Beispiel in fachspezifischen künstlerischen und kulturpolitischen Foren europaweit.

Künstlerische Leitung: Paulien Geerlings (NL)
Internationale Projektkonzeption und Leitung: Heidi Wiley
Autor: Daniël van Klaveren (NL)
Regie: Esther Jurkiewicz (D), Peer Perez Øian (NO), Isabelle Gyselinx (BE), Giacomo Giuntini (IT), Daniël van Klaveren (NL)
Projektpartner: European Theatre Convention (DE/FR/BE), De Toneelmakerij (NL), Staatstheater Braunschweig, Théâtre de Liège (BE), Fondazione TeatroDue (IT), Det Norske Teatret (NO), Deutsches Theater Berlin

Weitere Aufführungen:

Det Norske Teatret, Oslo: 30.08.–24.12.2017; Fondazione Teatro Due, Parma: 28.04.–30.11.2017; De Toneelmakerij, Amsterdam: 28.01.–31.12.2017; Théâtre de Liège: 07.11.–30.12.2017; Premiere am Theatre De Krakeling, Amsterdam am 29.1.2017
 

Weitere Workshops:

De Toneelmakerij, Amsterdam: 13.–15.6.2016; Staatstheater Braunschweig: 24.–26.9. 2016; ETC Internationale Theaterkonferenz: Badisches Staatstheater Karlsruhe: 06.–09.4.2017; Projektseminar: ETC/Deutsches Theater Berlin, Berlin: 11.–14.6.2017; Projekt-Abschlusstreffen: Théâtre de Liège: 09.-11.11.2017

  • Termine

    01.04. –
    21.06.2017

    Aufführungen

    Staatstheater Braunschweig | Braunschweig

Kon­takt

European Theatre Convention

8 rue Blanche
75009 Paris

www.etc-cte.org