Otl Aicher 100: Form und Widerstand

Zwischen Typographie und Protest

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Projektbeschreibung

Zum 100. Geburtstag Otl Aichers (1922–1991), einem der wegweisenden deutschen Grafikdesigner des 20. Jahrhunderts, untersucht das Museum Ulm gemeinsam mit dem HfG-Archiv visuelle Gestaltungsformen von Protest. Die Ausstellung verschränkt Aichers Werk mit zeitgenössischen gesellschaftskritischen Positionen und untersucht es vor diesem Hintergrund auf seine Aktualität.

Als Kommunikationsdesigner und einer der Wegbereiter des Corporate Designs hat Otl Aicher sich unter Gestaltern weltweit einen Namen gemacht. Große Unternehmen wie Lufthansa beauftragten ihn, ein neues Firmendesign zu entwickeln, um nach dem Krieg auch optisch eine Art „Läuterung“ erkennen zu lassen. Bereits als Jugendlicher leistete Aicher Widerstand gegen die Vereinnahmung durch das NS-Regime. Seine politische Haltung grundierte sein gesamtes Werk. Gemeinsam mit seiner Frau Inge Aicher-Scholl, der Schwester von Hans und Sophie Scholl, und dem Architekten und Künstler Max Bill gründete Otl Aicher 1953 die Hochschule für Gestaltung Ulm (HfG). Seit den 1960er Jahren entwarf er Logos und Plakate für Widerstands- und Protestgruppen. Insbesondere Plakate dienten ihm als bevorzugtes Mittel politischer Stellungnahme. „Otl Aicher 100: Protest und Widerstand“ führt in einem ersten Ausstellungsteil im HfG-Archiv in Aichers Werk ein, das Museum Ulm stellt ihm zeitgenössische Positionen gegenüber. Mit den dort gezeigten oftmals großflächigen, für den öffentlichen Raum konzipierten Arbeiten protestieren Fotografen, Installationskünstlerinnen, Street Artists und Grafiker auf künstlerische Weise gegen Diskriminierung, Gewalt oder übermäßigen Konsum. Unter den zeitgenössischen Arbeiten finden sich unter anderem Werke des Streetart-Künstlers Robin Rhode zu Identitätsfragen in Südafrika, die „Wear-a-mask“-Kampagne des Grafikers Norma Bar zu Solidarität in der Pandemie und Leuchtinstallationen der Konzeptkünstlerin Jenny Holzer, die Gewalt gegen Frauen thematisieren. Die Plakate der US-amerikanischen Konzeptkünstlerin Barbara Kruger betrachten soziopolitische Fragen aus feministischer und konsumkritischer Sicht. Eine Auswahl ihrer Werke wird in der Ulmer Innenstadt zu sehen sein.

In einem Open Call über die Plattform nextmuseum.io lädt das Museum Ulm dazu ein, weitere zeitgenössische Gestaltungsformen des Protests einzureichen. Die Ergebnisse werden online dokumentiert.
 

Künstlerische Leitung: Stefanie Dathe, Martin Mäntele
Künstlerinnen: Noma Bar, Jeremy Deller, Frank (Shepard) Fairey, Jenny Holzer, Barbara Kruger, Fazal Sheikh Oliviero Toscani

Termine

  • 12. November, 2022 bis 16. April, 2023:

    Ausstellung

    Museum Ulm und HFG-Archiv, Ulm

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