Die Anthropozän-These, wonach Menschen das Leben auf der Erde in kurzer Zeit stärker verändert haben als natürliche Prozesse, hat sich in den vergangenen Jahren weitgehend durchgesetzt. Diese These bildet auch die Grundlage für die Ausstellung in Dresden, die am konkreten Beispiel der Erforschung, Nutzung und des Schutzes von Pflanzen nach den Konsequenzen der Anthropozän-Erkenntnisse fragt. Im Spannungsfeld von Natur als Produktionsfaktor und als Sehnsuchtsort, sucht die Ausstellung nach einem neuen Verhältnis des Menschen zur Natur. Die Ausstellung ist in drei Kapitel unterteilt: Sie untersucht die kulturelle Aneignung der Pflanze als Objekt zum einen durch Künstler, Architekten, Autoren und Wissenschaftler. In einem zweiten Teil beschäftigt sie sich mit der Pflanze als Material und Rohstoff in Garten, Feld und Labor. Ein dritter Ausstellungsteil betrachtet die Pflanze als Mit-Wesen, dessen Lebensbedingungen verstanden werden müssen, um die Koexistenz zwischen Pflanze und Mensch gestalten zu können und Diversität für die Zukunft zu bewahren. Neben zahlreichen künstlerischen Positionen zeigt die kulturhistorische Schau im Hygiene-Museum auch die Geschichte der Landnutzung und der Gestaltung der Erde, sie befasst sich mit globalen Ernährungsfragen, der genetischen Veränderung von Pflanzen und hinterfragt die Rolle des Menschen als Wandler und Gestalter der Biosphäre. Ein umfangreiches Vermittlungsprogramm und ein Katalog ergänzen die Ausstellung.

Künstlerische Leitung: Kathrin Meyer
Künstler/innen: Karl Blossfeldt (DE), Roald Dahl (GB), Jasmin Huber (CH), Charles Jones (GB), Volker Kreidler (DE), Liisa Lounila (FI), Siobhán McDonald (IRL), Uriel Orlow (CH), Dan Rees (GB), Åsa Sonjasdotter und Elske Rosenfeld (SWE/DE), Michael Wang (US)

  • Termine

    11.05.2019 –
    23.02.2020

    Ausstellung

    Deutsches Hygiene-Museum | Dresden

Kon­takt

Deutsches Hygiene-Museum

Lingnerplatz 1
01069 Dresden

www.dhmd.de