Im Herbst 2000 wurde in dem Dorf Sologubowka (70 km vor Sankt Petersburg) der größte deutsche Soldatenfriedhof eingeweiht, 80.000 deutsche Soldaten ruhen dort, ein Zehntel der vor 60 Jahren in den Tod ausgehungerten Russen. Zweieinhalb Jahre hatte die Schlacht um Leningrad getobt, Hunderttausende sowjetische Soldaten waren gefallen. Verwüstung blieb. Und deutsche Gräberfelder blieben, Kartoffelacker, mit Wohnhäusern oder Fabriken bebaut. Oder von Russen gepflegt.

Vor wenigen Jahren erteilte Rußland den Deutschen - unter anderem gegen Schaffung von Arbeitsplätzen - die Erlaubnis, für die während der Einkesselung Leningrads gefallenen Deutschen den Friedhof Sologubowka anzulegen. Russische Tote findet man auf dem enormen Areal vergeblich, so ist dieser Friedenspark zugleich ein Ort der Erinnerung wie Landschaft gewordenes Symbol ihrer Auslöschung.

Die Künstler begaben sich auf die Suche nach den Gründen dieser Ambivalenz, trafen Veteranen der Blockade beider Seiten, fanden Bilder der Zeit. Sie notierten, sie fotografierten, sie nahmen Töne. Die Collage ist eine Komposition aus Tableaus und Schriften und Laut. Sie ist zwischen 2000 bis 2003 sowohl in Deutschland als auch im ehemaligen Blockadegebiet in und um Leningrad entstanden, dem heutigen Sankt Petersburg. Nach der ersten Ausstellung im Petersburger "Memorial der Heldenhaften Verteidiger Leningrads" wird die Fotoarbeit nun im "Andrej-Sacharov-Museum" in Moskau zu sehen sein.

Projektleitung: Susanne Schleyer, Michael Stephan

unterstützt durch:
Kulturstiftung des Bundes, Halle, Deutsche Gesellschaft e.V., Berlin, Ullstein Bild, Berlin, Goethe-Institut Moskau und Sankt Petersburg

16.4. - 16.5. Ausstellung
Veranstalter: Goethe-Institut Moskau
Andrej-Sacharov-Museum, Tel. 007- 95- 923 4401
Moskau

 

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Deutsche Gesellschaft

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