Der Einzug der Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für Asiatische Kunst in das Humboldt Forum im künftigen Berliner Schloss ist eines der großen museologischen Vorhaben der letzten Jahrzehnte. Der Videokünstler Theo Eshetu wird den Prozess des Umzugs künstlerisch und dokumentarisch begleiten. Eshetu begreift Bewegung als Ritual und setzt die Umzugsbewegung mit der bewegten Geschichte der Objekte selbst und ihrer Herkunft in Beziehung. Der Videoessay „The Moving Museum“ zeigt die verschiedenen Aspekte des Umzugsvorhabens und die Perspektiven, aus denen es betrachtet werden kann. Neben Kunst, Politik und Architektur sind das vor allem die nationalen Selbstbilder, die den Wiederaufbau des Berliner Schlosses hervorgebracht haben oder in ihm reflektiert werden. Was bedeutet es, wenn ein Gebäude monarchischer Vergangenheit wiederhergestellt wird und darin nun Objekte kolonialer Herkunft ihren Platz finden sollen? „The Moving Museum“ gibt einerseits Einblicke in die neue Museumsarchitektur und fragt andererseits nach dem Ideengebäude, das Deutschlands kulturelle Identität im 21. Jahrhundert zusammenhält. Es reflektiert die Rolle von Völkerkundemuseen und ihre Beziehung zur Kunst, deren eurozentrischer Kanon zunehmend infrage gestellt wird. Theo Eshetu verschmilzt Interviews, Anekdoten, Ideen und dokumentarische Bilder zu einer multiperspektivischen Collage, die zusammengehalten wird durch die zentrale Frage: Was verrät das Projekt Humboldt Forum über die Zukunft unserer globalisierten Welt?

Künstlerische Leitung: Theo Eshetu (GB)
Projektleitung: Bettina Probst

Laufzeit:

11.06.2016–31.12.2019

Kon­takt

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