Das Bauhaus gilt als Modell und Versuch der Künste, Takt- und Formgeber von technischen, sozialen und politischen Umwälzungen zu sein und diese ästhetisch zu begleiten. Der mit dem Bauhaus verbundene gesellschaftliche und technische Fortschritt, seine grundsätzlich positivistische Haltung, die als allumfassende Utopie für die demokratische Masse gedacht und von einer künstlerischen und gestalterischen Elite in einem offenen Bildungs- und Produktionsprozess ausformuliert wurde, sind ebenso Merkmale, wie die Zusammenführung aller Kunstdisziplinen unter der Setzung von quasi allgemeingültigen, metatheoretischen und ästhetischen Kategorien. Sie prägten und entsprachen dem Zeitgeist der industrialisierten Moderne. Der Drang nach Neuem, symbolisiert durch den „Neuen Menschen“, bestimmt alle menschlichen Bereiche. Funktionalität, reine Form und die Strömungen der (Neuen) Sachlichkeit sind Leitgedanken. Hier setzt das Festivalkonzept an und befragt die aktuelle künstlerische Praxis: „Wieviel Bauhaus steckt heute im künstlerischen Selbstverständnis und seinem Anspruch?“ Ist es nicht so, dass wir auf die damaligen Strömungen unbewusst referieren, da wir heute angesichts der digitalen Umwälzungen und der globalisierten Lebensverhältnisse ähnliche Herausforderungen sehen? Hier begibt sich das Festival auf eine Expedition zu elementaren Begriffen der Kunst und Gestaltung und erforscht die Auswirkungen der Bauhaus-Ideen zeitgenössisch auf nationaler und internationaler Ebene. Keine Bestandsaufnahme, sondern eine relative Standortbestimmung ist Ziel des Festivals, das sich den Themen Licht, Körper, Funktionalität und Raum widmet. Hierzu werden jeweils Künstlerinnen und Künstler eingeladen, die gemeinsam mit Lehrenden der Folkwang Universität der Künste in vier Einheiten über das Jahr 2019 verteilt das Festival gestalten. Öffentliche Aufführungen, Ausstellungen und Installationen, Konzerte, Clubabende und Workshops, Artist Talks sowie künstlerische Feldforschungen finden auf dem Areal Welterbe Zollverein in unterschiedlichen Spielstätten statt. Abgeschlossen wird das Festival im Januar mit einem interdisziplinären Symposium.

Künstlerische Leitung: Fabian Lasarzik, Elke Seeger

Fonds Bau­haus heu­te - ge­för­dert im The­men­schwer­punkt Bau­haus 2019

Mit dem Fonds Bauhaus heute möchte die Kulturstiftung des Bundes ein Signal für die zeitgenössische Relevanz der Ideen und Methoden jener historischen Schule für Architektur, Design und Kunst geben und lädt Institutionen aller Sparten zur Auseinandersetzung mit der Aktualität des Bauhaus ein.

Kon­takt

Folkwang Universität der Künste

Rektorat
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