Über die Geschichte der Medizin im Nationalsozialismus hat die Wissenschaft seither viele Forschungen angestellt – insbesondere über die Euthanasieprogramme und die sog. Humanexperimente in den Konzentrationslagern. Der Einsatz von Häftlingen in der Krankenbetreuung hingegen wurde nie eingehender systematisch untersucht noch dargestellt. In einer Fallstudie zum brandenburgischen Konzentrationslager Ravensbrück, wo die SS zwischen 1939 und 1945 Häftlinge unterschiedlichster Herkunft als Ärzte und Pfleger einsetzte, befasst sich das Projekt nun mit deren Arbeit – Arbeit, die für diese „Funktionshäftlinge“ eine ständige Gratwanderung zwischen den Befehlen der SS, ihren eigenen Überlebensinteressen und den Bedürfnissen der Kranken bedeutete; und die dementsprechend kontrovers von den Mithäftlingen beurteilt wurde, die sich in ihrer Obhut befanden. Eine Wanderausstellung präsentiert die Forschungsergebnisse anhand von historischem Material einer interessierten Öffentlichkeit. Eine Dokumentation der Arbeit sowie eine Datenbank bieten die Grundlage für weitere Forschungsvorhaben.

Projektleitung: Karin Bergdoll
Künstlerische Leitung: Christl Wickert
Autorin: Ramona Saavedra Santis

Weitere Termine:

Deutscher Frauenrat, Berlin / Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Berlin / Interkulturelles Frauenzentrum, Berlin: Stationen zwischen Oktober 2016 und April 2017; Begegnungsstätte / Führerschule der Deutschen Ärzteschaft, Alt Rehse: 1.5. – 31.8.2017; Gedenkstätte / Tötungsanstalt, Hadamer: 15.10. – 16.12.2017; KZ-Gedenkstätte Neuengamme, Hamburg: 15.1. – 4.3.2018

  • Termine

    29.06. –
    31.08.2016

    Ausstellung

    Charité CrossOver | Berlin

    16.04. –
    20.06.2016

    Ausstellung

    Mahn- und Gedenkstätte | Fürstenberg/Havel

Kon­takt

Arbeitskreis Frauengesundheit in Medizin, Psychotherapie und Gesellschaft e.V.

Sigmaringer Straße 1
10713 Berlin

www.akf-info.de