Von Cézanne bis Kirchner

Jüdische Kunstsammler:innen der Moderne in Deutschland

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Von Cézanne bis Kirchner. Jüdische Kunstsammler:innen der Moderne in Deutschland

Mit der Ausstellung „Von Cézanne bis Kirchner. Jüdische Kunstsammler:innen der Moderne in Deutschland“ rekonstruiert das Bucerius Kunst Forum in Hamburg 15 bedeutende Kunstsammlungen deutscher Jüdinnen und Juden aus der Zeit vor 1945 und führt viele ihrer heute weltweit verstreuten Meisterwerke der Moderne wieder an einem Ort zusammen. Erstmals würdigt eine Ausstellung in Deutschland damit in dieser Form das visionäre Engagement jüdischer Kunstsammler:innen für moderne Kunst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Durch umfangreiche Recherchen zu den oft gewaltbedingt fragmentierten Objektbiografien sowie den Blick auf die Menschen hinter den Sammlungen leistet die Ausstellung zugleich einen wichtigen Beitrag zu den aktuellen Debatten um Provenienzforschung und die Restitution von NS-Raubkunst.

Die Ausstellung eröffnet im Herbst 2026 und zeigt rund 100 Werke vom Realismus und Impressionismus bis zum Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit von Künstler:innen wie Paul Cézanne, Lovis Corinth, Paula Modersohn-Becker, Ernst Ludwig Kirchner, Franz Marc, Karl Schmidt-Rottluff, Milly Steeger und vielen anderen. Viele der gezeigten Werke gelangen dank der Kooperation mit internationalen Institutionen erstmals wieder nach Deutschland, darunter Leihgaben aus New York, Hawaii, Tokio und Jerusalem.

Neben ikonischen Kunstwerken der Moderne widmet sich die Ausstellung besonders den Lebenswegen der jüdischen Kunstsammler:innen. Im Mittelpunkt stehen beispielhaft 15 Familien, Paare sowie Einzelpersonen und ihre Sammeltätigkeit. Zu ihnen zählen u.a. die Familie Hirschland, Paul und Clothilde Schüler, Max Meirowsky, Rosa Schapire und Margarete Mauthner. Ausgewählte Zeitzeugnisse vermitteln Einblicke in ihre Biografien, die in der Zeit des Nationalsozialismus von Entrechtung, Enteignung, Verfolgung, Vertreibung und Ermordung geprägt waren. So werden die Schicksale der Menschen und die damit einhergehende Zerschlagung ihrer Sammlungen, aber auch die Wege der einzelnen Kunstwerke bis heute nacherzählt.

Kuratiert von Dr. Kathrin Baumstark und Stefan Koldehoff 

Kontakt

Bucerius Kunst Forum gemeinnützige GmbH