Die Frage nach größerer gesellschaftlicher Teilhabe ist derzeit gleichermaßen brennend, wie sie nicht befriedigend beantwortet werden kann. Inmitten der Krise parlamentarischer Demokratien wird lautstark nach mehr Mitbestimmung gerufen, die damit einhergehenden Konsequenzen und Mühen werden jedoch gescheut. Auch in der Kunst ist „Partizipation“ eine zeitgemäße Zauberformel, die gleichermaßen begeistert gefordert, aber auch gefürchtet wird.
Für das Doppelpass-Projekt „Was Ihr Wollt“ untersucht das Performance-Kollektiv FUX gemeinsam mit dem Theater Oberhausen und dem Schauspielhaus Wien die Möglichkeiten und Grenzen politischer und künstlerischer Teilhabe. Dafür entstehen an beiden Häusern Inszenierungen, die sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise nähern.
In der Spielzeit 2018/19 entwickelt FUX zusammen mit dem Schauspielhaus Wien einen Live-Dokumentar-Film über partizipative Strategien, Hoffnungen und Sackgassen: Ein Status Quo der Mitbestimmung, ein Gruselkabinett sozialer Optionen. In der Saison 2019/20 arbeiten FUX in Oberhausen dann selbst radikal partizipativ. Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt sollen in eigens einberufenen Versammlungen entscheiden, was sie in ihrem Theater sehen wollen. Beide Produktionen loten das Theater als einen Ort aus, an dem sich eine mehr oder weniger große Gruppe von Menschen miteinander verständigen und schließlich auch gemeinsame Entscheidungen treffen muss.

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